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4. November 2009 09:24; Akt.: 4.11.2009 09:24

Feierliche Aufnahme der ersten START-Stipendiaten Vorarlbergs

Die zehn Jugendlichen erwartet ein facettenreiches Förderungsprogramm Die zehn Jugendlichen erwartet ein facettenreiches Förderungsprogramm - © Marcel Hagen
Bregenz – Erstmals erhalten zehn begabte Schülerinnen und Schüler aus Zuwandererfamilien das Stipendium der START-Vorarlberg-Initiative.

Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie werden die talentierten Jugendlichen in das Stipendienprogramm aufgenommen und erhalten somit bis zur Matura eine umfangreiche Förderung. „Ziel von START ist einerseits die vorhandenen Potenziale zu fördern, andererseits durch Bewusstseinsbildung einen Beitrag zu langfristig erfolgreicher Integration für alle Zuwanderer zu leisten“, erklärt START-Vorarlberg Projektkoordinatorin Mag. Patricia Mangeng.

Im Vorarlberger Landestheater wurden die Jugendlichen, die die START-Stipendienausschreibung im Juni für sich entscheiden konnten, am Dienstag, 3. November, in das Förderprogramm aufgenommen. Alexander Kubelka, Leiter des Vorarlberger Landestheaters, verweist in seinen Begrüßungsworten auf die Bedeutung von Integration und die Vorbildfunktion der START-Initiative. „Wir alle können einen Beitrag zur Integration leisten und sei es nur durch ein Gespräch oder eine freundliche Geste“, sagt auch William Dearstyne, Gründer der Piz Buin Stiftung für die Förderung von Zuwanderern.

Zuwandern, aufsteigen, dazugehören“

Laut Landtagspräsidentin Dr. Bernadette Mennel hat das Projekt START eine wichtige Funktion als Brückenbauer. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten repräsentieren Dynamik, Freude und einen konstruktiven Blick in die Zukunft. „Euer Beitrag ist es, nachhaltig Integration voranzutreiben“, so Mennel. Dr. Simon Burtscher von okay.zusammen leben, der Projektstelle für Zuwanderung und Integration erklärt: „Anpassung und sozialer Aufstieg der Migranten führen nicht automatisch zur Zugehörigkeit zu einer Mehrheitsgesellschaft. Integration ist ein komplexer Vorgang, bei dem viele Faktoren wie auch Zeit eine Rolle spielen.“ Laut William Dearstyne möchte das START-Programm auch in der Wirtschaft Sensibilität für die Potenziale von SchülerInnen aus Zuwandererfamilien wecken. „Die Stipendiaten verfügen über Kenntnisse ausländischer Umgangsformen und Sprachen - das sind Fertigkeiten, die für uns schwer auf diesem Niveau erlernbar sind. Sie stellen somit besonders auch für international agierende Unternehmen eine große Bereicherung dar“, erklärt Dearstyne.

Vorarlberg: beliebtes Einwanderungsland

Laut Statistik Austria verfügten im Vorjahr 21 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung über einen Migrationshintergrund. Mangeng: „Es gibt sehr viele förderungswürdige Schülerinnen und Schüler aus Zuwandererfamilien. Es freut mich, dass sich so viele für das Projekt START interessieren und ihre Ausbildung mit Ehrgeiz verfolgen.“ Laut Mangeng erzeugt Bildung Toleranz und verbindet. „Wir wollen auch positive Vorbilder für andere Jugendliche schaffen - derzeit liegt in Vorarlberg der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund in den AHS bei ca. sieben Prozent, in den BMS bei rund 22 Prozent und den BHS bei etwa neun Prozent, was verhältnismäßig wenig ist. Bildung trägt auch dazu bei, gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede zu verstehen und zu überwinden“, erklärt Mangeng.

START-Stipendium - mit Bildung Integrationschancen verbessern

Voraussetzungen für den Erhalt des START-Stipendiums sind unter anderem Engagement, Talent und eine bestehende Ausbildung in einer Oberstufe einer allgemeinbildenden höheren, berufsbildenden mittleren oder höheren Schule (AHS oder BMHS). Mangeng: „Eine Laptopausstattung ist nur ein materielles Zeichen einer umfangreichen Förderung, die den Stipendiaten den weiteren Bildungsweg erleichtern wird. Neben einem monatlichen Bildungsgeld von 100,- Euro erwarten sie außerdem ein vielseitiges Jahresprogramm mit Soft-Skill-Seminaren zu den Themen Rhetorik und Präsentationstechnik, Besichtigungen von Firmenstandorten, Diskussionsrunden oder gesellige und kulturelle Ausflüge.“ Initiiert von der Piz Buin Stiftung engagieren sich zahlreiche Vorarlberger Unternehmen, das Land Vorarlberg, Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Privatpersonen für die Stipendieninitiative. Weitere Informationen unter: www.start-stipendium.at.



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