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Federers Traum geplatzt, Murray holte Olympia-Gold

Federer war im Finale chancenlos Federer war im Finale chancenlos - © EPA
Andy Murray schlug die Hände vor das Gesicht und sank überwältigt auf die Knie. Soeben hatte er ausgerechnet im Olympia-Finale in Wimbledon den Favoriten und siebenfachen Wimbledonsieger Roger Federer bezwungen.

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In Federers "Wohnzimmer" bot Murray am Sonntag zweifelsohne eine starke Leistung, der Schweizer Superstar leistete aber weniger Gegenwehr als erwartet, ehe es nach nur 1:56 Stunden 6:2,6:1,6:4 für den Außenseiter hieß.Der 24-jährige Murray stürmte auf die Tribüne und umarmte seine Freundin und Familie, während Federer geschlagen und gedemütigt den Centre Court von Wimbledon verließ. Mit dem Einzel-Olympiasieg in London ist der Schotte Murray endgültig in den Herzen aller Briten angekommen. Federers Traum vom ersten Olympia-Gold im Einzel und "Golden Slam" ist hingegen vorerst geplatzt. Es war vielleicht die bitterste Niederlage in der so erfolgreichen Laufbahn des 17-fachen Grand-Slam-Turniersiegers.

Federer hatte keine Chance

Murray deklassierte den Schweizer Weltranglisten-Ersten drei Tage vor dessen 31. Geburtstag und holte auf eigenem Boden den ersten großen Titel seiner Karriere. Zugleich nahm er Revanche für die Vier-Satz-Niederlage im Wimbledon-Endspiel vor vier Wochen. Gleich den ersten Matchball nützte Murray mit einem Ass. "Unglaublich! Ich habe in meiner Karriere ein paar schwere Niederlagen kassiert. Das war der beste Weg, nach Wimbledon zurückzukommen", betonte Murray nach der wohl besten Leistung seines Lebens.

Federer muss dagegen weiter auf sein erstes Einzel-Gold bei Olympia warten. 2008 hatte er in Peking gemeinsam mit Stanislas Wawrinka Olympia-Gold im Doppel geholt. Bronze ging in London überraschend an Juan Martin del Potro. Der Argentinier bezwang im Spiel um Bronze den Serben Novak Djokovic 7:5,6:4. Ein später Lohn für das große Match gegen Federer, als er sich im Halbfinale am Freitag erst nach 4:26 Stunden mit 17:19 im dritten Satz hatte beugen müssen.

Murray spielte sich in Rausch

Für Federer war dieses Match vielleicht auch ein Mitgrund für sein nicht so spritziges Antreten am Sonntag, denn der Eidgenosse präsentierte sich doch fehlerhafter als sonst (31 unerzwungene Fehler). Außerdem vermochte er keinen seiner insgesamt neun Breakbälle zu nützen. Murray hingegen spielte sich, wohl auch angespornt von den Erfolgen der gesamten britischen Olympia-Mannschaft, schnell in einen Rausch. Die 15.000 Zuschauer auf dem berühmtesten Centre Court sorgten für großartige Atmosphäre.

Bis zum 2:2 im ersten Satz war es ausgeglichen, doch dann machte der Weltranglisten-Vierte nicht weniger als neun Games in Folge: Dass er gegen einen Federer in Wimbledon einmal 6:2,5:0 führen würde, hätte sich der vierfache Grand-Slam-Finalist wohl auch nicht gedacht. Angefeuert von den frenetischen Briten und "Andy, Andy"-Sprechchören war Murray auch in der Folge nicht mehr aufzuhalten.

Federer als sportlicher Verlierer

Als ihm auch im dritten Satz zum 3:2 das Break gelang, war das mit so viel Spannung erwartete olympische Finale endgültig entschieden. Und es war völlig überraschend ähnlich einseitig verlaufen wie am Vortag das Damen-Endspiel, als Serena Williams der Russin Maria Scharapowa gar nur ein Game überlassen hatte.

Federer war wie immer ein Gentleman und sportlicher Verlierer. "Es ist schade, aber es war trotzdem ein großer Tag für mich. Vielleicht war ich emotional erschöpft. Er war besser, viel besser als ich, aber ich bin mit Silber zufrieden", sagte Federer.

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