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„,Facts first‘ bleiben gefragt“

Sein Handwerk hat er quasi von der Pike auf gelernt. Zuerst als Pressesprecher in der Politik und dann als Generaldirektor beim ORF.
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Jetzt mischt er als Medienmanager global vorne mit, übt die Funktion des Präsidenten von Turner International aus und zeichnet beim TV-Riesen rund um den Erdball für 175 Sender in 200 Ländern verantwortlich. Die Rede ist von Gerhard Zeiler, nach Eigendefinition „ein bekennender Sozialdemokrat“. Und als solcher wurde Zeiler vor geraumer Zeit sogar als Kandidat für das Amt des Bundeskanzlers gehandelt.

Veränderungen rasch angehen
Beim Wirtschaftsforum ging Zeiler, der in den 90er-Jahren den öffentlichen Rundfunk auf den Kopf gestellt hat, im Gespräch mit VN-Chefredakteur Gerold Riedmann auf Erfahrungswerte ein, die er als Sprecher der Kanzler Fred Sinowatz und Franz Vranitzky sammeln konnte. „Sinowatz war nie abgehoben und ist immer ein Mensch geblieben“, erinnerte sich Zeiler. Und von Vranitzky habe er gelernt: „Da wollte einer vorne stehen.“

Im Rückblick habe die SP von Christian Kern im Wahlkampf um Nationalratssitze zu spät für Veränderungen plädiert. Dass es in vielen Staaten Veränderungen braucht, ließ er deutlich durchblicken. Zeiler („Wir versuchen uns mit unserer Bürokratie zu erwürgen“) rät der neuen Bundesregierung, „Veränderungen mit sozialem Augenmaß“ anzugehen. Auch für seine Parteifreunde hat der Medienmanager einen Rat parat: „Die Sozialdemokratie kann, wenn sie gut beraten ist, eine gut Oppositionspolitik machen.“ Nicht nur Österreich, auch andere Staaten müssten Veränderungen rasch angehen, „wenn sie erfolgreich sein wollen“, sagte Zeiler, für den „Was-wäre-wenn-Fragen“ in der Geschichte nie sinnvoll waren.

Kontrolle für Politik und Politiker
Für ihn ist nicht wesentlich, ob ein Politiker 29 oder 69 Jahre jung oder alt ist. „Es geht um Politiker, die Ziele und Visionen umsetzen wollen und nicht darum, den Sessel halten zu können.“ Im Hinblick auf die Medien spricht Zeiler von einem „gewaltigen Umbruch“, der erst begonnen habe. In Zeiten von Fake News und Social Media steht für den erfahrenen Medienmanager eines fest: „Medien haben eine Rolle in der Demokratie zu spielen und sie haben die Politik und die Politiker zu kontrollieren.“ Zeilers Credo lautet denn auch „Facts first“, Medien hätten die Aufgabe, „Fakten aufzuzeigen, sind der Wahrheit verpflichtet und haben zu kontrollieren“.

Erfolge für Qualitätsjournalismus
Trotz oder auch gerade wegen vielfach heftig ausgetragener Konflikte zwischen US-Präsident Donald Trump und den Medien stünden in Amerika die Zeichen derzeit gut für einen klassischen Journalismus: Printmedien würden wieder höhere Auflagen verzeichnen und der Sender CNN dürfe sich über steigende Einschaltquoten freuen. Sowohl in seiner jetzigen Funktion bei Turner als auch vor Jahren beim Sender RTL und als Generaldirektor beim ORF habe für ihn immer eines gezählt: „Es kann nur dann jemand erfolgreich sein, wenn er unabhängig ist und ebenso unabhängig berichtet. Ich wünsche mir jedenfalls eine Gesellschaft, in der die Medien unabhängig von der Politik sind und die Politik unabhängig von den Medien ist. Die Möglichkeit, Nein sagen zu können, und zwar auf beiden Seiten, ist etwas ganz Wesentliches.“

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Die Welt im Umbruch

Zur Person Gerhard Zeiler
Medienmanager und Präsident von Turner International
GEBOREN 20. Juli 1955
LAUFBAHN Pressesprecher der Kanzler Fred Sinowatz und Franz Vranitzky, 1986 Wechsel in die Medienbranche, RTL-Geschäftsführer und ORF-Generaldirektor; jetzt Vorsitzender bei Turner International.

UMFRAGE Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

„Mir hat das Konzept, den Vortrag als Interviewrunde aufzuziehen, gut gefallen. Das hat einen anderen Fokus auf das Thema gelegt und informative Einblicke in die Medienwelt geliefert.“
Christiane Huber-Hackspiel, Mentalcoach

„Der Vortrag war vor allem deshalb spannend, weil Gerhard Zeiler sein Know-how aus der Politik einfließen ließ. Auch aus rhetorischer Sicht konnte er überzeugen, seine Art vorzutragen, war angenehm.“
Markus Winkler, Generali Versicherungs AG

„Die Ausführungen von Zeiler waren mir zu politiklastig. Ich finde außerdem klassische Vorträge immer spannender als Interviews. Es hätte mich mehr interessiert zu hören, was er in einem Vortrag zu sagen hat.“
Karl Loacker, Loacker Recycling

 

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