EZB bereitet sich auf Ansturm britischer Geldhäuser vor

Die Europäische Zentralbank rechnet mit einer Umzugswelle
Die Europäische Zentralbank rechnet mit einer Umzugswelle - © APA (dpa)
Die Europäische Zentralbank stellt sich wegen des Brexit-Votums auf den Umzug von Londoner Geldhäusern in die Eurozone ein. Die EZB-Bankenaufsicht werde sich 2017 intensiv mit den Folgen des britischen Referendums beschäftigen, sagte EZB-Generaldirektor Korbinian Ibel am Montag bei einer Finanzkonferenz in Frankfurt.

Dabei gehe es auch um die Frage, “wie wir Prozesse entsprechend schlank und pragmatisch gestalten können, sollte eine große Anzahl an Banken an unsere Tür klopfen und Lizenzen im SSM/Euroraum beantragen”. Die EZB ist im Rahmen der einheitlichen europäischen Bankenaufsicht (SSM) seit November 2014 für die Kontrolle der größten Geldhäuser in der Eurozone zuständig.

Viele in London beheimatete Banken haben wegen des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der EU bereits bei der EZB vorgefühlt. Politiker und Banker in Deutschland stellen sich ab 2017 auf den Zuzug von Banken aus Großbritannien ein. Finanzkreisen zufolge erwägt unter anderem die US-Bank Goldman Sachs, Geschäfte nach Frankfurt zu verlegen und sich von der EZB beaufsichtigen zu lassen.

Weitere Aufsichtsschwerpunkte der EZB 2017 seien die Profitabilität der Banken, der Einsatz interner Modelle und der Abbau fauler Kredite, sagte Ibel. Auch bei der IT gebe es noch Handlungsbedarf, obwohl Banken in diesem Bereich viel Geld in die Hand genommen hätten. “Wir sehen viele Defizite, die da noch sind – trotz der Investitionen der letzten Jahre.”

(APA/ag.)

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