Experten und Praktiker einig: Das Passivhaus rechnet sich

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Josef Burtscher/Geschäftsführer des Energieinstitut Vorarlberg, Martin Ploss/Energieinstitut Vorarlberg, Elmar Draxl/Neue Heimat Tirol, David Frick/TU Graz Josef Burtscher/Geschäftsführer des Energieinstitut Vorarlberg, Martin Ploss/Energieinstitut Vorarlberg, Elmar Draxl/Neue Heimat Tirol, David Frick/TU Graz - © Energieinstitut Vorarlberg
Dornbirn - Das Passivhaus rechnet sich. Darin waren sich über 100 Architekten, Planer und Bauträger bei einer Veranstaltung des Energieinstitut Vorarlberg heute, Donnerstag, einig.

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Schon jetzt liegen die Mehrkosten beim Passivhausstandard unter zehn Prozent. Sie werden laut Energieinstitut durch erhöhte Förderungen und geringere Energiekosten mittelfristig ausgeglichen. Das Energieinstitut stellt Fachleuten nun kostenlos einen Wirtschaftlichkeitsrechner zur Verfügung, der verschiedene Varianten eines Gebäudes vergleicht.

Erfahrungsaustausch unter Experten

„Das Passivhaus ist ein wichtiger Baustein für die Energiezukunft Vorarlbergs“, betonte der Geschäftsführer des Energieinstitut Vorarlberg, Josef Burtscher, bei der Veranstaltung am Donnerstag. Das Energieinstitut hatte Architekten, Planer und Bauträger zu einem Erfahrungsaustausch über „Kosten + Wirtschaftlichkeit von Passivhäusern“ geladen.

Martin Ploss vom Energieinstitut schätzt die Mehrkosten von Passivhäusern in Vorarlberg im Vergleich zu Niedrigenergiehäusern auf sieben bis zehn Prozent. Er ist überzeugt: „Unter Berücksichtigung der Förderungen rechnet sich das Passivhaus schon heute.“ Voraussetzung ist für Ploss, der als Architekt auch selbst Passivhäuser geplant hat, „dass das Passivhaus wirklich dem Baustandard entspricht“. Dass die errechneten Energieeinsparungen auch tatsächlich eintreten, sei inzwischen „klar belegt“.

Kosten sinken weiter

Das ist auch das Fazit von Elmar Draxl, Projektleiter beim gemeinnützigen Wohnbauträger Neue Heimat Tirol (NHT). Seinem Unternehmen ist es zwischen 2009 und 2011 gelungen, die Mehrkosten eines Passivhauses im Vergleich zu einem Niedrigenergiehaus von elf auf sechs Prozent zu reduzieren. „Wird mit den aktuellen Anforderungen der Tiroler Wohnbauförderung verglichen, liegen die zusätzlichen Kosten nur mehr bei drei bis vier Prozent“, so Draxl.

Dabei spielen die gesunkenen Preise für Passivhausfenster sowie der technische und qualitative Fortschritt bei Dämmung und Lüftungssystemen eine Rolle. Zusätzlich hat die Neue Heimat Tirol das Know-how im eigenen Haus gebündelt. „Von der Ausschreibung, Projekt- und Bauleitung bis zur örtlichen Bauaufsicht und Hausverwaltung machen wir alles selbst“, erklärt Draxl. „Das hat den Vorteil, dass wir im Team Kosten, Probleme und Alternativen regelmäßig besprechen und so Erfahrungen in jedes neue Projekt einfließen lassen können.“ Über neueste Entwicklungen und Produkte lässt sich das Unternehmen von Spezialisten beraten. In Vorarlberg bietet das Energieinstitut ab sofort derartige Beratungen als Planungsbegleitung an.

Aufgrund der positiven Erfahrungen hat die Geschäftsführung der NHT im Jahr 2010 beschlossen, Neubauten nur noch im Passivhausbaustandard zu errichten, obwohl in Tirol keine Verpflichtung dazu besteht. „Wir errichten Passivhäuser nicht wegen der Förderung, sondern weil der Wohnkomfort und die Bauphysik absolut stimmen“, erklärt Elmar Draxl.

Wirtschaftlichkeitsrechner für die Baubranche

Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über die Wirtschaftlichkeit des Passivhauses fordert Experte Martin Ploss vom Energieinstitut Vorarlberg eine seriöse Debatte. „Hier werden oft Zahlen und Fakten genannt, die einer genauen Betrachtung nicht standhalten.“

Erleichtern soll die Bewertung von energieeffizienten Gebäuden oder Baumaßnahmen der neue Kosten- und Wirtschaftlichkeitsrechner „econ calc“ des Energieinstitut Vorarlberg. Er errechnet die Wirtschaftlichkeit verschiedener Varianten in der Ausführung. „Aus einer Vielzahl möglicher Konzepte kann so das wirtschaftlichste ausgewählt werden“, erläutert Ploss. Neben Investitions- und Energiekosten berücksichtigt der „econ calc“ auch Folgekosten wie Wartung und Instandhaltung, die technische Lebensdauer von Komponenten sowie Förderungen.

Das frei verfügbare Excel-Tool richtet sich vornehmlich an Architekten, Planer und Bauträger und steht auf der Homepage des Energieinstitut Vorarlberg zum Download. Entwickelt hat es das Energieinstitut Vorarlberg im Rahmen des Programms klima:aktiv Bauen und Sanieren gemeinsam mit der TU Graz.

(Quelle: Energieinstitut Vorarlberg)

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