Ex-Freundin mit Beißzange im Donauzentrum halbtot geschlagen: Sieben Jahre Haft

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Mit einer schweren Eisenzange schlug der Wiener seiner Ex-Freundin auf den Kopf Mit einer schweren Eisenzange schlug der Wiener seiner Ex-Freundin auf den Kopf - © Bilderbox (Sujet)
Am Donnerstagabend ist jener 19-jährige Bursche, der am 14. Mai 2012 seine Ex-Freundin im Donauzentrum mit einer Beißzange halbtot geschlagen hatte, im Wiener Straflandesgericht wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

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Der Wahrspruch der Geschworenen im Fall um den Mordversuch an einem jungen Mädchen mittels einer Eisenzange fiel mit 5:3 Stimmen denkbar knapp im Sinne der Anklage aus. Verteidiger Roland Friis hatte auf schwere Körperverletzung plädiert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Friis erbat Bedenkzeit.

"Hatte Gefühle nicht unter Kontrolle"

 "Es tut ihm leid, was passiert ist. Er hatte seine Gefühle nicht unter Kontrolle." Mit diesen Worten hatte der Anwalt die gewalttätige Attacke des 19-Jährigen zu erklären versucht. Dieser hatte mit voller Wucht eine 600 Gramm schwere Beißzange mindestens zehnmal auf den Kopf eines 18 Jahre alten Mädchens geschlagen, das sich nach wenigen Monaten Beziehung wegen gewalttätiger Übergriffe von ihm getrennt hatte.

"Wenn ein couragierter Zeuge, der die Szene beobachtet hat, nicht eingeschritten wäre, wäre sie heute vermutlich tot", gab Staatsanwältin Isabelle Papp zu bedenken.

Angeklagter schon zuvor gewalttätig

Das junge Paar war im Sommer 2011 zusammen gekommen. Gleich unmittelbar nach dem Kennenlernen mieteten die beiden eine gemeinsame Wohnung an. Nach eineinhalb Wochen wurde der Bursch erstmals handgreiflich. Weil sich die körperlichen Übergriffe häuften, schlief die 18-Jährige meist nur noch auf der Couch im Wohnzimmer. Nachdem sie ihr Freund aus nichtigem Anlass an den Haaren durch die Wohnung geschleift hatte, zog sie Ende April aus.

Daraufhin setzte Telefonterror ein. Bis zu 30 Mal pro Tag soll der 19-Jährige angerufen und seine Freundin um die Rückkehr ersucht haben. Permanent schickte er ihr SMS. "Mit der Tatsache, dass sie nichts mehr von ihm wissen wollte, konnte er sich nicht abfinden", sagte die Staatsanwältin.

Beißzange diente angeblich anderem Zweck

Am 14. Mai sollte die einst gemeinsame Wohnung zurückgegeben werden. Zu diesem Termin trafen sich die beiden wieder, wobei der Bursch eine schwere Zange in der Jackentasche hatte, weil er damit angeblich die Telekabel-Leitungen in der Wohnung durchtrennen wollte.

Auf sein neuerliches Drängen, mit ihm zu reden, ging die 18-Jährige nicht ein. Er verfolgte sie daher ins Donauzentrum, wo sich das Mädchen ein neues Mobiltelefon zulegen wollte, um von ihrem Ex-Freund Ruhe zu haben. Beim Verlassen des Geschäfts heftete er sich an ihre Fersen, redete auf sie ein, verfolgte sie in einen Hinterhof und zog schließlich seine Beißzange.

"War eine Kurzschlussreaktion"

"Ich hab' ein Blackout gehabt. Es war eine Kurzschlussreaktion. Sie hat mir extrem viel bedeutet. Es hätte keinen Sinn gehabt, dass ich sie umbringe", gab der Angeklagte zu Protokoll. Das Mädchen sei "die Liebe meines Lebens" gewesen: "Ich wollte nur weiter mit ihr befreundet sein. Ich hab ja schon eine neue Freundin gehabt."

Doch die 18-Jährige habe ihn "ausgelacht", behauptete der Bursch. Sie habe ihm gesagt, dass sie ihn nie geliebt und betrogen, ihn "verarscht" habe: "Da ist es mir sehr schlecht gegangen. Ich war verletzt." Dessen ungeachtet habe sie ihn "weiter beschimpft und provoziert. Da ist es zu der Sache gekommen," versuchte der Angeklagte den brutalen Angriff mit der Beißzange zu erklären.

(apa/red)

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