Evakuierung belagerter Städte in Syrien ins Stocken geraten

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Die Evakuierung verzögert sich
Die Evakuierung verzögert sich - © APA (AFP)
Die Evakuierung mehrerer belagerter Städte in Syrien ist ins Stocken geraten. Mehr als 3.000 Menschen saßen in der Nacht auf Donnerstag am Kontrollpunkt Rashidin fest, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. In dem von Rebellen kontrollierten Ort waren am Samstag bei einem Anschlag auf einen Buskonvoi 126 Menschen getötet worden, darunter fast 70 Kinder.

Die Einwohner der von der syrischen Armee kontrollierten Städte Fua und Kafraya waren am Mittwoch gemäß einer Vereinbarung zwischen Regierung und Rebellen mit etwa 60 Bussen zu dem Kontrollpunkt nahe Aleppo gebracht worden. Die Rebellen wollen ihre Weiterfahrt laut der Beobachtungsstelle aber erst dann ermöglichen, wenn die Regierung inhaftierte Aufständische freilässt.

Die Rebellen wollten die Konvois nicht passieren lassen, “bis 750 Häftlinge – Männer und Frauen – aus den Gefängnissen der Regierung entlassen und in die Rebellengebiete gebracht werden”, erklärte die in Großbritannien ansässige Organisation weiter. Die Angaben der oppositionsnahen Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten vor Ort stützt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Fua und Kafraya in der Provinz Idlib werden seit mehr als zwei Jahren von den Rebellen belagert. Aus der Stadt Sabadani und zwei anderen Ortschaften, die von den Rebellen gehalten und von Regierungstruppen belagert werden, wurden am Mittwoch etwa 300 Menschen herausgebracht. Sie saßen ihrerseits am Donnerstag an einem Kontrollpunkt der Armee fest, wie die Beobachtungsstelle mitteilte.

Den Vereinten Nationen zufolge leiden 600.000 Menschen in Syrien unter Belagerungen, meist durch Regierungstruppen, aber auch durch Rebellen und die Jihadistenmiliz Islamischer Staat. Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien wurden mehr als 320.000 Menschen getötet, mehr als die Hälfte der Bevölkerung wurde in die Flucht getrieben.

(APA/ag.)

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