EU und Japan nähern sich einem Freihandelsabkommen

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Abe und Tusk betonen Bedeutung von offenem Handel
Abe und Tusk betonen Bedeutung von offenem Handel - © APA (AFP)
Die Europäische Union und Japan wollen die laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen bald abschließen. Dies betonten EU-Ratspräsident Donald Tusk und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag in Brüssel. Beide sprachen sich zudem gegen Protektionismus aus und riefen zu fairem internationalen Handel auf.

Japan und die EU seien durch ein offenes und faires Handelssystem “tief aneinander gebunden”, sagte Tusk. Die gemeinsamen Werte seien eine Grundlage, die beide Seiten stärker machten, “sogar in diesen schwierigen Zeiten”. Auch ein strategisches Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und Japan soll so rasch wie möglich ausverhandelt werden.

Abe betonte, Japan und die EU sollten der Welt den Freihandel als Modell zeigen. Japan wolle die EU bei ihren derzeitigen Herausforderungen unterstützen. Beide Seiten hätten Wohlstand auf der Grundlage von Rechtstaatlichkeit aufgebaut, “Hand in Hand mit den Vereinigten Staaten sollten wir die internationale Ordnung aufrechterhalten”.

Japan hoffe auch, dass die EU und Großbritannien ihre Partnerschaft im Zuge des britischen EU-Austritts (Brexit) fortsetzen, sagte Abe. Sein Land hoffe auch auf den Zusammenhalt der EU und auf Fortschritte, auch im Bereich der Sicherheit, angesichts der 60-Jahr-Feier der Europäischen Union, so der japanische Premier.

Die EU und Japan positionieren sich zudem gegen die handelspolitischen Vorstellungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump und wollen noch heuer ein neues Freihandelsabkommen abschließen. “Anstatt zum Isolationismus zurückzukehren, werden wir weiter nach draußen in die Welt blicken”, erklärte EU- Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Dienstag bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe. “Japan, die EU und die Vereinigten Staaten sollten Hand in Hand daran arbeiten, die freie und offene Weltordnung zu erhalten”, sagte Abe.

Die Spitzenpolitiker spielten mit ihren Äußerungen offensichtlich auf die Kritik Trumps an internationalen Handelsabkommen an. Dieser sieht im Freihandel einen Grund für Probleme US-amerikanischer Unternehmen und hat Strafzölle auf Importe aus dem Ausland angedroht.

(APA)

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