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Erhalten, was wirklich wichtig ist

Reger Andrang beim diesjährigen Arche-Noah-Markt. Reger Andrang beim diesjährigen Arche-Noah-Markt. - © Leserreporter/Harald Pichler
Götzis – Biologischer geht’s kaum: Der Arche-Noah-Markt in Götzis steht für den Weg zurück zur Natur. Das wissen auch die zahlreichen Besucher zu schätzen, die trotz einiger Wetterkapriolen auf Gewächse “Made in Austria” setzten.

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Serbische Paprika, südamerikanische Andenbeeren, schwarze Tomaten aus Russland: Zugegeben, nicht alles, was sich am diesjährigen Arche-Noah-Markt in St. Arbogast auf den Ständen der Marktbetreiber befand, könnte man bei einem gediegenen Wald- und Wiesenspaziergang auf unseren Äckern und in unseren Gärten wiederfinden.

Aber darum geht es in erster Hinsicht nicht. Denn die “Erhalter” des gemeinnützigen Vereins Arche Noah setzen sich für den Fortbestand alter und selten gewordener Kultursorten – egal welcher Provenienz – ein. Diese pflanzen sie dann auf eigene Faust an, vermehren sie – und tauschen sie rege aus.

Arche Noah: Raritäten mit dem gewissen Extra

Für den einfachen Endverbraucher und Gartenbegeisterten bietet sich bei eigens eingerichteten Arche-Noah-Märkten wie jenem in Götzis die Gelegenheit, an der Vielfalt teilzuhaben.

Und auch dieses Jahr pilgerten wieder hunderte Besucher auf den Markt, um sich bei den Ständlern mit Gewächsen und Tipps zu versorgen. Etwa bei Olivia Kraft aus Überlingen am Bodensee. Die 20-Jährige absolvierte einst ein Praktikum beim Verein. Am Samstag verkaufte sie Kürbis- und Zucchinigewächse. “Noch bin ich keine Erhalterin, da ich bislang keinen Garten habe. Aber ich möchte möglichst bald eine werden”, tut der vorläufige Mangel an Anbaufläche ihrer Begeisterung keinen Abbruch. Was kann sie denn besonders empfehlen? “Also, wenn ich einen Garten hätte, würde ich mir den Cocozelle von Tripolis zulegen”. Ein Zucchini, der mit seiner weißen Tigerung nicht nur geschmacklich überzeugt. Andernorts sind Gewächse wie dieses kaum zu ergattern.

Erde Marke Eigenbau

Das gilt auch für die Blütenstauden von Stauden Kopf/Röthis, die von Barbara Bechtold angeboten wurden. “Selbst die Erde für unsere Pflänzchen machen wir selbst”, sagte sie gegenüber VOL.AT. Schließlich soll alles den gestrengen Bio-Gütekriterien genügen. Was auch den Pflanzen sichtlich behagte. Auf dem Stand vor ihr reckten Jakobsleitern und verschiedene Bodendecker ihre Köpfchen in die Höhe. Dazwischen versuchten sich herrliche Steingartennarzissen – eine echte Rarität – den Weg Richtung Sonne zu bahnen. Diese ließ sich aber nicht erweichen, und versteckte sich hinter einem dicken Wolkenfeld, aus welchem Regen auf die Marktbesucher niederging.

Ein Umstand, der auch Ingrid Sygmund – ihres Zeichens Verantwortliche für den Markt – etwas zu schaffen machte. Weiter beirren ließ sie sich vom Unabänderlichen aber nicht. Man will mit dem Markt schließlich auch Überzeugungsarbeit leisten. “Unsere Pflanzen sind nämlich nicht ‘nur’ bio, sondern zudem samenfest”. Will heißen: Im Gegensatz zu den Hybriden, die noch viel zu oft in unseren Geschäften zu finden sind, keimen aus dem Samen der Arche-Noah-Sorten immer wieder neue Pflanzen – in unveränderter Stärke. Durchaus auch ein Argument in Zeiten leerer werdender Brieftaschen. Denn auch wenn die Bio-Pflanzen beim Erstankauf nicht mit den Diskonter-Angeboten mithalten können – auf Dauer lässt sich hier Bares sparen. 

Eine Tomate wie ein Pfirsich

Für Sygmund jedenfalls empfiehlt sich der Aufenthalt in Vorarlberg: “Ich muss sagen, dass die Vorarlberger sehr offen für das Thema ‘Bio’ sind”. Weiter ging die Reise zwischen verschiedenen Tomatensorten, die ein besonderes Anliegen des Arche-Noah Netzwerkes sind. Begehrt bei den Marktbesuchern waren dieses Jahr vor allem die russischen Sorten. Eines ihrer Merkmale ist die schwarze Färbung – was sie ideal für dunkle Saucen macht. Aber auch der Name des “Weißen Pfirsich” ist Programm: Die weiße Tomate ist wie ein Pfirsich behaart. Und sie ist nicht nur bei Kindern beliebt: Bei Verköstigungen räumt sie regelmäßig Top-Platzierungen ab.

Zum Ende wartete noch eine besondere Überraschung für Gourmets: Denn kurz vor dem Ende der Marktrunde befanden sich allerlei Erdbeer-Raritäten. Darunter die legendäre “Mieze Schindler”, die auch in Vorarlberg noch in Hausgärten anzutreffen ist. Wer sich nach “Erdbeergeschmack wie in der Kindheit” sehnt, dem sei diese Aromabombe wärmstens ans Herz gelegt: Im Gegensatz zu den geschmacksfreien Erdbeerimitaten, die die Regale unserer Geschäfte verstopfen und zu Hause zur Hälfte verzehrt dem Kompost anvertraut werden, kann man von der “Mieze” nicht genug bekommen.

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