Epische Klänge digitaler Welten: “Video Games Live” im Wiener Konzerthaus

Die Video Games Live bezauberten im Wiener Konzerthaus.
Die Video Games Live bezauberten im Wiener Konzerthaus. - © Michael J. Trifillis
Am Donnerstagabend versammelten sich die Musikfans zum etwas anderen Event im Wiener Konzerthaus. In “Video Games Live” gab es die schönsten Musikstücke aus bekannten Videospielen orchestral zu hören – und passende Visuals dazu zu genießen.

“Es ist eine Ehre, in einer Halle mit soviel Geschichte spielen zu dürfen. Das ist heute eine ganz besondere Nacht für uns”, eröffnete der amerikanische Komponist Tommy Tallarico den Abend im Großen Saal des Wiener Konzerthauses. In “Video Games Live” setzt er seit 14 Jahren Musik aus Videospielen orchestral um.

Das abwechslungsreiche Programm sorgte für ausgelassene Stimmung. Jede Menge Jugendliche und Junggebliebene strömten für die 361. Ausgabe der multimedialen Bühnenshow ins Konzerthaus. Auffallend war dabei der relativ niedrige Altersdurchschnitt – ein doch ungewöhnlicher Anblick für einen Orchesterabend in den Hallen der altehrwürdigen Spielstätte. Dem längst ausgedienten Klischee, dass sich ausschließlich Männer mit dicken Brillen für Videospiele interessieren, wurde auch hier nicht entsprochen. Im jungen Publikum befanden sich auch sehr viele weibliche Interessierte.

“Video Games Live” – Videospiele als Kunst

Bevor das musikalische Spektakel anfing, gab es noch einen kleinen Cosplayer-Wettbewerb, bei dem das fantasievollste Kostüm durch den Applaus des Publikums gekürt wurde. Der Gewinner erhielt Sachpreise von der Entwicklerschmiede Blizzard. Daraufhin betrat das Duo “Sound of Games” die Bühne. Auf die Frage, wer im Saal aller Retro-Fan sei, hoben viele die Hände. Es folgten Synthi-Sounds von Spieleklassikern wie “The Last Ninja” und “International Karate”.

“Ich will zeigen, wie kunstvoll Videospiele sein können”, sagte Tallarico, nachdem das Orchester inklusive Chor unter tosendem Applaus Position eingenommen hatte. Ein weiteres Anliegen sei für ihn, einem jüngen Publikum die Musik eines Symphonieorchesters näher zu bringen. Tallarico selbst hat als Komponist bereits an über 300 Videospielen mitgearbeitet und steht damit im Guinness Buch der Rekorde.

“The Legend of Zelda”, “World of Warcraft”und Co.

Epische Klänge von populären Spieleserien wie “The Legend of Zelda”, “World of Warcraft” oder “Metroid” erfreuten die Herzen der Videospiel-Fans. Auf digitale Unterstützung konnte jedoch nicht vollkommen verzichtet werden. Für manche Stücke, wie zum Beispiel bei der Musik zu “Castlevania”, kamen auch Synthesizer und eine von Tallarico gespielte E-Gitarre zum Einsatz. Weiters wurden alle Kompositionen durch diverse Filmeinspieler auf drei großen Projektionsflächen untermalt. Hierbei wurden nicht nur Zusammenschnitte der jeweiligen Videospiele vorgeführt, sondern ebenso Cosplayer und Fan-Art präsentiert.

Das vielfältige sowie unterhaltsame dreistündige Programm erntete vom Publikum verdienten Jubel.

(APA)

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