Bereits Anfang November werden sie meist unruhig, die Köche und Köchinnen, Restaurantbetreiberinnen und Hoteliers in Vorarlberg und ganz Österreich – nun hat das große Zittern auf die Wertung im jährlichen „Gault Millau“ ein Ende.
Hauben-Mekka Ländle
Die 29. Ausgabe des renommierten Restaurant-Guides ist da. Und wie in jedem Jahr wird Vorarlberg auch heuer wieder seinen Ruf als Hauben-Mekka gerecht. 64 Hauben in 47 Lokalen erkochten sich die Ländle-Gastronomen für die Ausgabe 2008, zwei Hauben mehr als im Vorjahr.
Neueinsteiger des Jahres ist mit Sicherheit das „Fux“ in Lech, das als eines von österreichweit nur sechs Restaurants gleich mit zwei Hauben in die Wertung einsteigt. “15 Punkte! Super!“, konnte Peter Strolz sein Glück gestern kaum fassen. „Wir wollen Top-Qualität liefern, gerade auch wenn es um High-End-Produkte geht. Es ist einfach schön, wenn das Anerkennung findet“, so Strolz.
Sehr zufrieden zeigte sich auch Martin Jäger von der Humbachstube in Riezlern, die 2008 vom „Gault Millau“ mit zwei Hauben und 15 Punkten bedacht wird: „Auch wenn ich schon früher in anderen Restaurants stets mit zwei Hauben gewertet wurde – als Selbstständiger mit einem kleinen Familienbetrieb ist so etwas keine Selbstverständlichkeit“, freute sich Jäger. Überraschend in der „Gault Millau“-Ausgabe 2008: Neben den tollen Auf- und Neueinstiegen gibt es allein im Ländle acht Restaurants, die einen zum Teil erheblichen Punkteschwund hinnehmen müssen.
Das „KochArt“ in Zürs beispielsweise, dessen Küchenchef Otto Koch mit zwei Punkten auch den Verlust einer Haube zu verkraften hat: „Natürlich ist so eine Wertung immer situativ, wir haben das Ganze mit einem neuen Team aufgebaut, da kann es schon vorkommen, dass es einmal nicht so gut läuft. Aber wenn man im Boxring steht, muss man auch mal eine einstecken können – wir wollen künftig verstärkt angreifen und Kontinuität in den Laden bringen“, sagt Koch.
VN-UMFRAGE: Was sagen Sie zu dieser Wertung im Gault Millau 2008?
Die Gäste haben unsere hohe Qualität immer ästimiert. Dass auch der Gault Millau uns heuer mit 15 Punkten wertet, ist ein Anfang. Wir haben aber die Ambition, uns höher zu positionieren.(HEINO HUBER, DEURINGSCHLÖSSLE, BREGENZ) Ich weiß gar nicht, was ich zu diesem Abstieg sagen soll. Es trifft mich sehr. Was da passiert ist, weiß ich nicht. Auf dieses Ergebnis hin werde ich mit Ende November meinen Hut nehmen. (RUDOLF GRABNER, EDELWEISS SCHRUNS)
Eine große Überraschung ist das für uns! Für einen kleinen Familienbetrieb wie unseren sind zwei Hauben keine Selbstverständlichkeit. Wir freuen uns natürlich wahnsinnig! MARTIN JÄGER, HUMBACHSTUBE, RIEZLERN
Solche Ergebnisse sind situativ. Wir geben immer das Beste, aber es kann in einer Stresssituation auch mal nicht so toll schmecken. Wir werden uns künftig noch mehr ins Zeug legen! (OTTO KOCH, CHEFKOCH KOCHART, ZÜRS)
Wir sind natürlich begeistert von unserem Neueinstieg mit zwei Hauben! Schön, dass unser Anspruch, hohe Qualität und kulinarische Abwechslung zu bieten, Anerkennung findet. (PETER STROLZ, LEITER RESTAURANT FUX, LECH)
Hauben-Lokale in Vorarlberg
Aufsteiger
Neueinsteiger
Absteiger
Gleiche Wertung wie im Vorjahr