13. Juli 2006 07:16; Akt.: 31.08.2011 13:44

Teure Protestaktion

Teure Protestaktion
Fast 20.000 Euro müssen Tierschützer zahlen, die im Jahr 2002 eine Hohenemser Schlachterei besetzt hatten. Sie wollten das rituelle Schächten von Tieren verhindern.

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Der zwölfte islamische Mondmonat bedeutet für Schafe und Kälber nichts Gutes. Sie werden anlässlich des mohammedanischen Korbanfestes zur Schlachtbank geführt. Ihnen wird die Kehle durchgeschnitten und sie verbluten bei vollem Bewusstsein.

Das große Schlachten in einer Hohenemser Schafmetzgerei wurde 2002 jedoch durch die Aktion von mehreren Humanitas-Aktivisten unterbrochen – die “VN” berichteten. Acht Aktivisten wurden auf Schadenersatz geklagt. Sie wollten, dass die Tiere betäubt werden. “Widerrechtlicher Eingriff in fremdes Eigentum”, entschied nun nach vier Jahren Rechtsstreit das Landesgericht Feldkirch.

Angeblich schlachtet der Hohenemser seitdem nur mehr mit Betäubung. Die Aktivisten waren somit erfolgreich. Doch der Metzger wollte Schadenersatz. Durch die Behinderung waren Kunden irritiert und kauften kurzfristig doch nicht. Die entfallenen Einnahmen in der Höhe von 4669 Euro müssen die Aktivisten ersetzen. Da sie den vier Jahre dauernden Zivilprozess verloren haben, müssen sie darüber hinaus auch die gesamten Prozesskosten des Gegners in der Höhe von 14.000 Euro berappen. Und der eigene Anwalt kommt noch dazu. Ebenso tief dürften die Bilder sitzen, die sich den Tierschützern damals an jenem eisigen Februarmorgen boten.

Im Akkord getötet

Vier Metzger waren vor Ort, um stündlich 25 Schafe ohne Betäubung zu schächten. “Im Akkord wurde den Tieren die Kehle durchgeschnitten. “Die Schafe schrien und wir mussten den mehrminütigen Todeskampf des ausblutenden Tieres mit ansehen”, finden sich die Schilderungen der Aktivisten in den Protokollen. Ein Humanitas-Aktivist kettet sich an den Schlachtkörperaufzug, zwei fixieren sich mit Handschellen an jenen Haken, an denen sonst Tierkörper hängen. “Wir wollen nur, dass die Tiere vor dem Töten betäubt werden”, erklären die Tierschützer. Amtstierarzt Norbert Greber kann vermitteln. Das Schlachtvieh wird betäubt, die Tierschützer verlassen den Hohenemser Hof. Doch der Erfolg hat seinen Preis: 19.000 Euro plus eigene Anwaltskosten.


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