„Energie-Brückenbauer der Zukunft sind wir alle“

Karl Heinzle (69), Techniker, Solaraktivist, Pensionist aus Zwischenwasser
Karl Heinzle (69), Techniker, Solaraktivist, Pensionist aus Zwischenwasser
Was Engagement aus der Bevölkerung bewirkt, zeigt sich in Zwischenwasser.

ZWISCHENWASSER. Der 69-jährige Pensionist und ehemalige Telekomtechniker Karl Heinzle initiierte 1992 in Vorarlberg den Solargroschen zur Förderung von PV_Anlagen. Vom Solarvirus erfasst, stellte er gemeinsam mit Umwelt- Journalistin Marianne Mathis und dem Energieexperten Adi Groß das Förderkonzept den Entscheidungsträgern und Klubobleuten der politischen Parteien vor, er motivierte Sonnenscheinzeichner und freut sich heute noch über das Sonnendach auf dem Bildungshaus Batschuns als Vorzeigeprojekt. „Heute nehmen die Bürger die Zukunft selbst in die Hand und haben lieber das Geld auf dem Dach als auf der Bank.“

Man erntet, was man sät
Manchmal erst nach einem recht mühsamen und jahrzehntelangen Weg, aber dennoch, der Spruch bewahrheitet sich: „Wir kämpften um die Einspeisevergütung, veranstalteten einen Round- Table“, erzählt Karl Heinzle immer noch mit Feuer im Herzen für die überlebenswichtige Sache. „Marianne, Adi und mir ging es darum, das Zukunftsthema und die Innovation nicht parteipolitisch zerreden zu lassen.“ Mit Hilfe des Bürgermeisters wurde Zwischenwasser zum Pilotprojekt und auf Landesebene konnte der damalige Landeshauptmann Herbert Sausgruber für die Sache gewonnen werden. „Im Landtag wurde das Thema Energie damals immer erst ganz zum Schluss behandelt, wenn alle schon müde und uninteressiert waren. Das konnten wir ändern. Heute ist das anders“, freut sich Karl Heinzle. „2001 hatten wir einen einstimmigen Beschluss.“ In den Anfängen kostete eine Anlage 76.000 Euro, heute kosten die viel ausgereifteren und leistungsstärkeren Anlagen nur noch 18.000 Euro, informiert Karl Heinzle. „Das e5-Gemeinde-Team war sehr aktiv. Wir liefen unermüdlich von Haus zu Haus, die Technik war in den Anfängen ja neu, die Anlagen viel zu teuer“, erinnert sich Karl. „Die Männer fragten, wann sich das rechnet, die Frauen sahen eine Zukunftsinvestition für die Kinder und Enkel.“

Anreiz und Bewusstsein
Karl Heinzle will vor allem die jungen Leute überzeugen und für das Zukunftsthema begeistern: „So schnürten dann Bürgermeister, Unternehmer und die Raiffeisenbank ein Finanzierungsmodell mit 1700 Euro Einstieg und monatlich 40 Euro, damit sich das auch junge Menschen leisten können.“ Zur Startveranstaltung am 7. Juli 2015 kamen zur Überraschung von Karl Heinzle 35 Leute, von denen drei schon eine Anlage bestellt hatten und sieben selbentags unterzeichneten. „Bis heute wurden 115 Anlagen gebaut“, ist Karl Heinzle begeistert.

Jetzt geht die Sonne auf
„Das Schöne ist, die Freude in den Gesichtern der Leute zu sehen, die Freude über den eigenen Erfolg mit Sonnenstrom, es wird diskutiert, man tauscht sich aus, geht aufeinander zu. Dieses WIRGefühl ist wunderbar“, sagt Karl Heinzle. „Die Menschen haben einen Bezug zur Energie und Interesse daran. Wir sind die Energie-Brückenbauer für eine gute Zukunft. Wir können positiv verändern und uns unabhängig machen.“ Karl Heinzles Philosophie lautet: „Wir – du und ich – als Suchende, Interessierte, Erfahrene, Enttäuschte treffen uns vor einer Brücke und suchen Übergänge bzw. Kontakte. Unser Ziel ist es, bewusst mit den uns zur Verfügung stehenden Energien, Produkten, Gerätschaften und mit uns selbst sorgsam umzugehen. Unsere Brücke dient Experten, Visionären, Utopisten. Der Mensch, die Umwelt, die Bewahrung der Schöpfung im Einklang mit der uns zur Verfügung stehenden Technik und Energie sind das Fundament der Brücke.“

Erfolg für alle sichtbar machen
Per Solarlog: „Das Tablet an der Wand und zu jeder Zeit sehen, wie viel Strom habe ich zur Verfügung, was kommt herein, wann schalte ich am günstigsten meine Gerätschaften ein … das möchte ich forcieren, den Sonnenstromerfolg messbar und sichtbar machen“, ist Karl Heinzle kein bisschen müde und bleibt engagiert.

Statement: So ändern wir die Welt ins Positive, schützen Klima und Umwelt und wir machen uns unabhängig. KARL HEINZLE, SOLAR-AKTIVIST

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