Endspurt auf der Seebühne – Bregenzer Festspiele ziehen Bilanz

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Die Bregenzer Festspiele ziehen kurz vor dem Ende der Saison Bilanz.
Die Bregenzer Festspiele ziehen kurz vor dem Ende der Saison Bilanz. - © VOL.AT/Paulitsch
Bregenz – Die 70. Bregenzer Festspiele gehen als Erfolgssaison in die Geschichtsbücher ein. Im ersten Jahr unter der Intendanz von Elisabeth Sobotka strömten knapp 228.000 Besucher zum Festival am Bodensee, davon sahen mehr als 171.000 die Seebühnenaufführung von Giacomo Puccinis “Turandot”. Bei einer Auslastung von 98 Prozent waren die Verantwortlichen am Freitag “sehr, sehr glücklich”.

Das Glücksgefühl von Festspielpräsident Hans-Peter Metzler, Intendantin Elisabeth Sobotka sowie des kaufmännischen Direktors Michael Diem ließ sich einerseits durch die nackten Zahlen begründen. Voraussichtlich 171.230 Zuschauer auf der Seebühne (bei drei Regenabsagen, drei weitere Aufführungen standen bis zum Festspielende am Sonntagabend noch an), 7.538 Gäste bei der Oper im Festspielhaus (“Hoffmanns Erzählungen”) und 1.945 Besucher bei der Oper im Kornmarkt (“Cosi fan tutte”) lieferten Auslastungszahlen von jeweils mindestens 98 Prozent. Diem hatte für “Turandot” eine 95-prozentige Auslastung budgetiert. “Wenn dieser Motor nicht stottert, funktioniert das ganze Festival”, stellte er erfreut fest.

Kritik und Publikum begeistert

Aber auch inhaltlich war das Trio rundum zufrieden. Das diesjährige Programm mit neuer Akzentuierung habe sehr gut eingeschlagen, sowohl beim Publikum als auch in der Kritik, befand Metzler. Sobotkas Premierenjahr sei zum ganz großen Erfolg geworden. Die Intendantin selbst erklärte, alle ihre Erwartungen seien übertroffen worden. “Ich muss sagen, dass ich eigentlich noch nie zehn so inspirierende, spannende, beglückende Wochen (seit Probenbeginn, Anm.) erlebt habe”, sprach Sobotka von einer “unglaublichen Zeit”. Diem wies darauf hin, dass “Turandot” den bisher größten Zuschauer-Zuspruch einer Puccini-Oper bei den Bregenzer Festspielen erlebt habe.

Sowohl Metzler als auch Diem lobten die Zusammenarbeit mit Sobotka in den höchsten Tönen. “Das Team ist noch näher zusammengerückt, die Zusammenarbeit in der Geschäftsführung super”, befand der Festspielpräsident. Diese Stimmung übertrage sich auf alle Festspiel-Mitarbeiter. “Von der Energie her fand ich es heuer noch besser als davor”, so Metzler. “Mit David Pountney (Alt-Intendant, Anm.) hatte ich einen Kollegen, mit Elisabeth Sobotka habe ich eine Partnerin”, sagte Diem. Es gebe nun nicht mehr nur “Schwarz und Weiß, es gibt auch Grau”.

Als “sehr spannende Situation” schilderte Sobotka in ihrem ersten Jahr als Bregenz-Intendantin ihre Erfahrungen mit dem Wetter. Viele Besucher würden glauben, die Künstler seien verzweifelt, wenn es zu regnen beginne. Ihre Erfahrung sei aber eine ganz andere. “Wir wollen nicht übersiedeln, die Sänger lieben es draußen”, so Sobotka.

Zu 2016 wollten die Verantwortlichen noch nicht viel sagen, sondern verwiesen auf die jährliche Programm-Pressekonferenz im November. Fix sind die Wiederaufnahme von “Turandot” sowie die Oper “Hamlet” des italienischen Komponisten Franco Faccio im Festspielhaus. Derzeit seien 22 “Turandot”-Vorstellungen programmiert, möglicherweise komme noch eine weitere hinzu, so Diem. Man werde im nächsten Jahr aber jedenfalls wieder stärker diversifizieren und mehr Aufführungen auf der Werkstattbühne zeigen.

Die Aufzeichnung der Pressekonferenz

 Orchesterkonzert-Probe für Flüchtlinge

Am Samstagvormittag  werden bei der Generalprobe des Orchesterkonzerts mehr als 600 Flüchtlinge und deren überwiegend ehrenamtlichen Helfer im Festspielhaus erwartet. Ziel sei es, im Alltag der Flüchtlinge für Abweschlung zu sorgen und die Arbeit der Betreuer zu würdigen.

2016 kommt Hamlet

Die 71. Bregenzer Festspiel 2016 werden von der italienischen Oper Amleto (Hamlet) von 1865 im Festspielhaus eröffnet werden. Am Tag darauf geht Turandot auf der Seebühne in seine zweite Spielzeit, 21 Folgevorstellungen sind geplant.

(APA/Red.)

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