Empörung über Darstellung Michelle Obamas als nackte Sklavin

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Aufregung um "barbusige" Michelle Obama: links das Magazin-Cover, rechts das Original-Bild Aufregung um "barbusige" Michelle Obama: links das Magazin-Cover, rechts das Original-Bild - © Fuera de Serie
Kritiker werfen der spanischen Zeitschrift "Magazine de Fuera de Serie" Rassismus und Verharmlosung der Sklaverei vor.

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Die künstlerische Abbildung einer halbnackten Michelle Obama bringt der spanischen Zeitschrift "Magazine de Fuera de Serie" derzeit Rassismus-Vorwürfe. Die Zeitschrift "Magazine de Fuera de Serie", Beilage der Tageszeitung "El Mundo", setzte für sein Titelbild den Kopf der First Lady der USA per Photoshop auf ein Gemälde aus dem Jahr 1800. Das Titelbild zeigt eine sitzende Michelle Obama, mit bloßer Brust und von einer US-Flagge umgeben.

Es handelt sich dabei um das Gemälde "Portrait d'une négresse". Das Gemälde zeigt eine schwarze Sklavin. Damals als das Gemälde entstand, hatte Benoist die Freiheit der schwarzen Bevölkerung und die Rechte der Frau zum Ausdruck bringen wollen. Heute sorgt diese Abbildung überall für Empörung.

Unterschiedliche Botschaften

Obwohl der Künstler Percheron Daniels auch schon andere Nacktbilder zur Portraitierung von Prominenten verwendet hat - sowohl weiße als auch schwarze - ist fraglich, ob die spanische Zeitschrift mit der Michelle Obama Version von Benoist auf die damalige Darstellung abzielt.  Vor allem von Medienexperten hagelt es Kritik. Unter anderem auch von dem Wiener Medienexperten Simon Inou.

"Keine Zeitschrift würde es wagen, mit einer halbnackten Laura Bush, Hilary Clinton oder Barbara Bush zu titeln. Die erste schwarze First Lady der USA wurde jedoch mittels Photoshop wieder zur Sklavin gemacht, unterwürfig und machtlos. Das war kein Missgeschick, sondern Kalkül", so der Wiener Medienexperte. Der Artikel selbst handelt von der Popularität von Michelle Obama und ihre Schlüsselrolle für die mögliche Wiederwahl ihres Gatten bei der US-Präsidentenwahl im November und der Journalist  Pablo Scarpellini auf das Sprichwort, dass hinter jedem großen Mann eine große Frau steht. Auch wir sie im Artikel als "gran mujer", also als eine großartige Frau beschrieben.

Vorbildwirkung ignoriert

Der Medienexperte Inou meint, dass dem Magazin völlig klar gewesen sein muss, dass so eine Abbildung völlig andere Assoziationen als der Artikel auslöst und das Endresultat ist nach Inous Meinung für Schwarze eine Katastrophe. "Nachdem Michelle Obama früher eine exzellente Anwältin war und sich auch jetzt als First Lady nie etwas zuschulden kommen ließ, gilt sie als 'Role Model' schlechthin. Wer das bewusst missachtet, verletzt viele Menschen - auf sehr ähnliche Weise wie kürzlich die Urinfleck-Darstellung von Papst Benedikt XVI", so der Wiener Medienexperte Simon Inou.

(VOL.AT; Pressetext)

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