Liste Kurz nun komplett: Josef Moser ist dritter ÖVP-Kandidat

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Mit dem Ex-Rechnungshofpräsidenten und langjährigen Vertrauten Jörg Haiders, Josef Moser, hat ÖVP-Chef Sebastian Kurz die vorderen Plätze seiner Bundesliste für die Nationalratswahl komplettiert. Moser will auch als Kandidat weiterhin den Sparmeister geben: “Tun ist gefragt”, drängte er auch am Donnerstag auf mehr Effizienz im Staat. Als dezidiertes Angebot an FPÖ-Wähler sieht er sich nicht.

2016 hatte sich der langjährige Vertraute Jörg Haiders dem Werben der FPÖ, für diese in den Präsidentschaftswahlkampf zu ziehen, noch widersetzt. Nun folgt er dem Ruf von Sebastian Kurz: Platz drei auf der ÖVP-Bundesliste bedeutet ein sicheres Nationalrats-Ticket, im Fall einer VP-Regierungsbeteiligung winkt wohl auch ein Regierungsamt.

Transparenz und Effizienz

Es sei eine “große Freude”, dass Moser sein Team verstärke, frohlockte Kurz bei einer Pressekonferenz. Der Rechnungshof sei eine der Institutionen, die das größte Vertrauen genießen, betonte er. “Wir wollen einen sparsamen Umgang mit Steuergeld sicherstellen”, außerdem brauche es mehr Transparenz und Effizienz im Staat – und dafür stehe Moser.

Es sei notwendig, das Land “zukunftsfit beziehungsweise enkelfit” zu machen, pflichtete Moser bei. Österreich habe kein Einnahmen-, sondern ein Effizienzproblem, bemühte Moser ein Mantra aus seiner Zeit als Rechnungshof-Chef zwischen 2004 und 2016. Es sei sehr viel Potenzial da, das Geld der Steuerzahler effizienter einzusetzen und den Staat bürgernäher zu machen. Es gebe bereits genug Vorschläge, “Tun ist gefragt”.

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Kein Interesse an ÖVP-Mitgliedschaft

Der Frage, ob Moser Finanzminister werden soll, wollte Kurz nicht vorgreifen – zuerst seien die Wähler am Wort. Als explizites Angebot an freiheitliche Wähler wollen weder Kurz noch Moser selbst die Kandidatur sehen: Es gehe ihm nicht darum, gewissen Gruppen Angebote zu machen oder “Klientelpolitik” zu betreiben, versicherte Kurz. Er richte sich nicht an eine einzelne Wählergruppe, “ich sehe mich als Angebot für jene, die Österreich verändern wollen”, betonte auch Moser. Anfangs durchaus kritisch beäugt, hatte sich Moser als RH-Präsident letztlich einen Ruf als überparteilicher Kontrollor erarbeitet. Eine ÖVP-Mitgliedschaft strebt Moser offenbar auch jetzt nicht an: Er wolle auch weiterhin “Äquidistanz” und “Gesprächsfähigkeit” zu allen Parteien wahren, erklärte Moser.

Der frühere blaue Klubdirektor wurde vor der Bundespräsidenten-Wahl von der FPÖ als Hofburg-Kandidat umworben. Auch diesmal habe er Angebote von verschiedenen Seiten in Aussicht gehabt, sagte Moser. Er habe sich aber für Kurz entschieden, weil dieser den RH-Prüfern immer offen gegenüber gestanden sei und ein “verlässlicher und ehrgeiziger Partner” sei, der bereit sei, die Strukturen aufzubrechen. Auf den Hinweis, dass die ÖVP seit Jahrzehnten in der Regierung sitze und die Frage, ob da (in Sachen Staatsreform) nicht einiges verschlafen worden sei, meinte Moser, man sehe dies an verschiedenen Kennzahlen – aber Kurz sei gewillt, Maßnahmen zu setzen, zeigte sich Moser überzeugt, sodass die “Versäumnisse” hoffentlich bald wieder aufgeholt werden könnten.

Prominente Liste

Mit Moser stehen nun die vorderen Plätze auf der schwarzen Bundesliste komplett fest. Die Kandidaten wurden in den vergangenen Wochen etappenweise medienwirksam vorgestellt. Hinter Kurz, Generalsekretärin Elisabeth Köstinger und Moser tritt auf Platz vier die langjährige ORF-Burgenland-Moderatorin Gaby Schwarz an. Der ehemalige Grün-Politiker Efgani Dönmez kandidiert auf dem fünften Platz, dahinter Opernball-Organisatorin Maria Großbauer und der Mathematiker Rudolf Taschner.

Auf dem achten Platz der Bundesliste steht die Salzburger Personalunternehmerin Tanja Graf, auf Platz neun der Wiener Landespolizeivizepräsident Karl Mahrer und auf Platz zehn die ehemalige Stabhochspringerin Kira Grünberg.
(APA)

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