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Einsatzkräfte im Ländle halten an der Rettungsgasse fest

Fluch oder Segen? Die mit Beginn des Jahres eingeführte Rettungsgasse steht erneut in der Kritik. Fluch oder Segen? Die mit Beginn des Jahres eingeführte Rettungsgasse steht erneut in der Kritik. - © VOL.AT
von VN/Jörg Stadler - Schwarzach – Blaulichtorganisationen befürworten Regelung trotz Kritik. Probleme gebe es nur vor dem Pfändertunnel.

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Ist die Rettungsgasse ein Fort- oder Rückschritt? Eine neu aufgeflammte Diskussion stellt einmal mehr den Nutzen und die Sinnhaftigkeit der seit Anfang des Jahres geltenden Regelung infrage. Während in Ostösterreich nun sogar vereinzelt die Abschaffung gefordert wird, sprechen sich die Vorarlberger Blaulichtorganisationen eindeutig für die Rettungsgasse aus.

Kritische Stimmen wurden vor allem in Wien und Niederösterreich laut. „Wir strafen derzeit viel, aber die Rettungsgasse funktioniert noch wenig bis gar nicht, vor allem auf dreispurigen Autobahnen“, sagte etwa Oberst Josef Binder von der Wiener Verkehrspolizei zum „Kurier“. Noch härtere Worte fand der Leiter der Sanitätsstaffel des Österreichischen Rettungsdienstes, Hermann Dominik: „Wir sind seit 27 Jahren einsatzmäßig im Staubereich unterwegs. Es gab keinerlei Notwendigkeit für die Rettungsgasse. Sie wird auch nie funktionieren.“ Willy Matzke schließlich, der für den ÖAMTC in der technischen Arbeitsuntergruppe saß, wird im „Kurier“ mit der Aussage zitiert, die Rettungsgasse sei nur auf politischen Druck hin entstanden. Ministerium und ASFINAG widersprechen dem vehement.

Abschaffung „keine Alternative“

Ein ganz anderes Bild zeichnen die Blaulichtorganisationen in Vorarlberg. Die Rettungsgasse funktioniere immer besser, eine Abschaffung sei jedenfalls keine Alternative, so der Tenor bei einem Rundruf der VN.

Hubert Übelher von der Autobahnpolizei Dornbirn berichtet, dass es auf der Autobahn so gut wie keine Probleme gebe. Kritisch sei allerdings die Situation vor dem Pfändertunnel. „Hier funktioniert es noch nicht, da müssen wir einfach noch zuwarten, bis die zweite Röhre befahrbar ist.“ Mit Strafen hält sich die Polizei noch zurück. Man setze im Moment noch auf Aufklärung, so Übelher. Anders stellt sich die Situation bei der Behinderung von Rettungsfahrzeugen dar. „Wenn das der Fall ist, gibt es eine Anzeige.“ Der Strafrahmen beläuft sich dabei auf bis zu 2180 Euro.

Besser als vorher

„Noch sehr wenige, aber keine schlechten Erfahrungen“ hätten die Einsatzkräfte des Roten Kreuzes (RK) gemacht, sagt RK-Geschäftsführer Roland Gozzi. Die Situation vor dem Pfändertunnel sei ihm bekannt. Diese spiele für die Einsätze des Roten Kreuzes aber keine Rolle, da die Betriebsausfahrt genutzt werde. Die Abschaffung der Rettungsgasse sei jedenfalls keine Lösung. „Dann wäre das Chaos perfekt“, so Gozzi.

Die Arlbergschnellstraße ist das Revier von Bezirksfeuerwehrinspektor Christoph Feuerstein. Die Rettungsgasse funktioniere dort „mal besser, mal schlechter“. Grundsätzlich, so Feuerstein, sei die Situation aber besser als vorher. Kritisch sieht er den Umstand, dass es in Europa keine einheitliche Regelung gebe. „Im Gegensatz zu Österreich muss die Rettungsgasse in Deutschland erst beim Herannahen der Einsatzkräfte gebildet werden. Das führt hierzulande oft zu Verwirrung.“ Grundsätzlich positiv äußerten sich auch die Vertreter des ÖAMTC und des Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

Rettungsgasse: So funktioniert’s

Seit 1. Jänner 2012 ist die Bildung einer Rettungsgasse auf allen Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich Pflicht.
» Sie soll Einsatzfahrzeugen bei Erliegen des Verkehrs die Durchfahrt zum Unfallort ermöglichen, indem Fahrzeuglenker nach rechts oder links ausweichen und eine Fahrspur freihalten.
» Bei zweispurigen Fahrbahnen sind die Lenker verpflichtet, nach rechts oder links auszuweichen und in der Mitte eine Gasse zu bilden. Bei mehrspurigen Straßenabschnitten müssen die Autofahrer zwischen dem ganz linken und dem daneben liegenden rechten Fahrstreifen Platz machen. Dabei soll auch der Pannenstreifen benützt werden.
» Die Rettungsgasse muss vorausschauend immer bei Entstehung eines Staus (auch bei täglichen Überlastungsstaus) gebildet werden und nicht erst, wenn es zu einem Unfall kommt oder sich ein Einsatzfahrzeug nähert. Dazu verpflichtet sind alle Verkehrsteilnehmer. Auch Motorradfahrer dürfen – wie alle anderen – die Rettungsgasse nicht befahren.

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