Eine cineastische Geschichte

Eine cineastische Geschichte
Norbert Fink ist seit 32 Jahren Obmann des Filmkulturclubs Dornbirn. Ein Leben für das Kino und den Film.

„Eigentlich ist mein Vater an meiner Kino-Leidenschaft schuld“, meint Norbert Fink und lacht. Denn Fink senior weigerte sich einen Fernseher zu kaufen. „Dafür hat er mich ins Kino mitgenommen und sogar mal unter seinem Mantel in einen Horrorfilm geschmuggelt“, verrät der 57-Jährige und schwelgt in Erinnerungen.

Heute ist er seinem Vater dankbar. Schließlich ermöglichte er ihm dadurch den Genuss der Originale. „Sicherlich sind auch die Gene mitverantwortlich“, zählt Fink einen weiteren Grund für seine Passion auf und spielt auf das Hobby seines Großvaters an.

In den 1930er-Jahren unterlegte Opa Fink die Stummfilme live mit seiner Musik. Und auch sein Deutschprofessor, selbst Aktivist der „Aktion für gute Filme“, ließ den Kino-Fan anstatt Gedichte auswendig zu lernen, einfach Filmkritiken schreiben.

Filmkulturclub Dornbirn

Während seines Psychologie-Studiums in Salzburg besuchte der Dornbirner regelmäßig die Vorgänger der Programmkinos. Als er bei der Rückkehr in seine Heimat dann feststellen musste, dass es für ihn kein befriedigendes Angebot gab, war der Schreck groß.

Aus seiner Unzufriedenheit heraus gründete er 1979 den Filmkulturclub Dornbirn. „Gerade am Anfang war es nicht nur unser Ziel, qualitativ anspruchsvolle Filme zu zeigen. Wir wollten auch unser Publikum miteinbeziehen.“ Vor jeder Vorführung hielt Fink großformatige Dias in den Lichtkegel des Filmprojektors und stellte die Hobbys seiner Besucher vor.

Darüber hinaus lud er Regisseure und Schauspieler ein, die im Anschluss an den Film Fragen beantworteten oder Diskussionen anregten. „Damals hatten wir unvorstellbare Energie. Aber leider ist das aus Zeitgründen schon lange nicht mehr möglich.“ Die Zukunft des Filmkulturclubs bleibt zudem fraglich. Erst im Jänner zogen Fink und sein Club nach 30 Jahren Weltlichtspielen ins Cinema 2000 um. „Die ersten beiden Monate waren phänomenal. Jetzt sind wir wieder auf dem Boden der Realität angekommen“, skizziert Fink die derzeitige Situation.

Denn die 14-tägigen Mittwoch- und Donnerstagabend-Termine werden nur unzureichend besucht. Zudem fehlt dem Verein der engagierte und jugendliche Nachwuchs. Folglich altert die Führungsriege gemeinsam mit dem Publikum und erlangt langsam die Pensionsreife.

Auszeichnung für Ehrenamt

So schnell möchte Fink jedoch noch nicht aufgeben. Schließlich wurde er 2002 für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit mit der „Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst“ ausgezeichnet. „Das hat mich natürlich auch zum Weitermachen motiviert“, gesteht der Club-Obmann. Der Verleihung blieb Fink gleichwohl fern. Denn zu dieser Zeit weilte er gerade im Urlaub in Südamerika. Seiner zweiten Leidenschaft. 15 Mal war er bereits dort. Selbstverständlich inklusive der obligatorischen Kinobesuche.

Der steigenden Konkurrenz im Ländle sieht Fink heute gelassen entgegen. „Letztendlich haben die großen Kinoketten das Interesse am Film neu geweckt“, zieht er eine positive Bilanz. Außerdem meint Fink beobachtet zu haben, dass Kinobesucher, die auf der Suche nach Qualität sind, sowieso irgendwann bei seinem Kulturclub vorbei schauen würden. Sein Lebenstraum ist in diesem Zusammenhang ein „echtes und wahres Programmkino, das ausschließlich Filme mit Anspruch spielt“. Also Filme, die allein über die Bildsprache verständlich sind, nicht von Dialogen überladen werden und keiner Untertitel-Übersetzungen bedürfen. „Solche Werke bereiten mir eine große Freude.“

Zur Person:
Norbert Fink ist seit 1979 Obmann des Filmkulturclubs Dornbirn. Hobbys: Kino, Reisen Ausbildung: Psychologie-Studium in Salzburg von 1972 bis 1978 Wohnort: Dornbirn

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