Ein “Ja” für das Referendum: WDR-Journalistin rechnet mit Deutsch-Türken ab

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Eine deutliche Mehrheit der türkischen Wähler in der Bundesrepublik Deutschland und auch in Österreich hat klar für Erdogans Präsidialsystem gestimmt. Jetzt hat WDR-Journalistin Sonia Seymour Mikich in einem “Tagesthemen”-Kommentar mit den Erdogan-Anhängern abgerechnet.

In Deutschland waren 1,43 Mio. wahlberechtigte Türken registriert, 63,1 Prozent stimmten mit “Ja” für das Referendum. In Österreich stimmten gar 73,2 Prozent der Austro-Türken für das Referendum von Recep Tayyip Erdogan.

“Keine Kompromisse”: Mikich zieht eine “rote Linie”

Nun würden laut Seymour Mikich einige deutsche Politiker dafür plädieren, dass man sich um diese Menschen besonders kümmern müsse um sie besser integrieren zu können. Deutschland hätte sie in Erdogans Arme getrieben.
“Nein”, sagt Sonia Mikich in ihrem “Tagesthemen”-Kommentar. Zusammenleben heiße Respekt und Kritik … und das Grundgesetz hochzuhalten. Die Werte des Grundgesetzes müsse hier jeder akzeptieren, da dürfe es keine Kompromisse und kein Entgegenkommen geben. “Auf deutschem Boden riefen Menschen – mit zum Teil deutschen Pass – nach der Todesstrafe”, sagt die WDR-Journalist. Das sei ihr Marker für eine vermurkste Integration gewesen. “Wer das unterstützt, möge seinen deutschen Pass abgeben. Ich möchte nicht einmal mehr streiten. Rote Linie. In diesem Punkt bin ich Integrationsverweigerin”, kommentiert Sonia Seymour Mikich abschließend. (VOL.AT/Red.)

Video mit Untertitel

Der Kommentar im Wortlaut:

Recep Tayyip Erdogan spaltet auch hier, in Köln, Essen oder München. Auch wenn wir nicht genau wissen, wie die Deutschtürken wirklich zu ihm stehen. Denn: Viele Wahlberechtigte sind zuhause geblieben. Viele haben aus Trotz mit Ja gestimmt.
Nun plädieren einige Politiker hierzulande dafür, sich besonders um diese Trotzigen zu kümmern, Köpfe und Herzen zu gewinnen. Ein bisschen pampern, weil die Integration schlecht geklappt habe. Da klingt Schuldbewusstsein mit, die Deutschen hätten die Deutschtürken in Erdogans Arme getrieben. Nein! Zusammenleben heißt Respekt und Kritik, heißt Grundgesetz hochhalten. Dieses deutsche Grundgesetz gibt allen Luft zum Atmen, beschützt Minderheiten. Wenn Rechte missachtet werden, können sie eingeklagt werden. Anderssein, Gegenrede, Opposition gehören dazu.

Schlimm, dass Präsident Erdogan sich dem fundamental verschließt und die Köpfe und Herzen seiner Landsleute enger macht. Auch hierzulande. Ein Beispiel: Ich war nach dem Putsch im vergangenen Juli schockiert, als in Köln Zehntausende Türkischstämmige ihren Präsidenten feierten und zugleich laute Rufe nach der Todesstrafe zu hören waren. Mich deprimierte das: Auf dem Boden einer Demokratie riefen Menschen, zum Teil mit deutschem Pass, nach der Todesstrafe. Das war (und ist) mein Marker für vermurkste Integration.
Erdogan hat nun die Todesstrafe auf die Agenda gesetzt. Heißt das demnächst wieder Kundgebungen, womöglich ein Ja zur Todesstrafe – auf deutschem Boden? Wer das unterstützt, möge seinen deutschen Pass abgeben. Ich möchte nicht einmal mehr streiten. Rote Linie. In diesem Punkt bin ich Integrationsverweigerin. (Quelle: ARD / Tagesschau)

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