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Ein "Handlanger" des Marat

Ein "Handlanger" des Marat
von Klaus Hämmerle - Reuthe, Bregenz - Gerhard Gridling aus Reuthe ist einer von jenen, ohne die es keine Festspiele geben würde.

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Dass er bei den Bregenzer Festspielen unverzichtbar ist, eine Schaltstelle im Bereich Bühnenbild und Technik. Nein, davon möchte Gerhard Gridling nichts hören. Der 42-jährige Bregenzerwälder redet lieber über konkrete Projekte und seine Arbeit, statt über den Stellenwert seines Jobs bei den Festspielen. Er streitet ja nicht ab, dass er mitgewirkt hat beim Entstehen des sensationellen Bühnenbildes für das heurige Spiel auf dem See. Kann er auch nicht. Denn wenn Gridling erzählt, wie der Kopf des Marat mit dem Bodensee als Bad entstand, dann lauscht man ihm nicht nur gerne zu, sondern man erkennt sofort: Dieser Mann kennt sich aus.

Seit 1986 am See

Gridling erzählt, wie ein Bühnenbild zuerst in den Köpfen von Regisseur, Bühnenbildner und Kostümbildner entsteht, wie am Computer Entwürfe gebaut werden, wie das konkrete Objekt schließlich ausgefräst wird, vom Bildhauer überarbeitet und dann bis ins letzte Detail in seine Endform mündet. Alles höchst spannend. 1986 war’s, als Gridling zum ersten Mal mit den Bregenzer Festspielen in Berührung kam. „Wir fuhren als Jugendliche damals mit Mopeds nach Bregenz, schauten uns das Bühenbild von der ‚Zauberflöte‘ an.“ Es waren Eindrücke, die den jungen Tischler nicht mehr los ließen. Zwei Jahre später bekam er bei den Festspielen seinen ersten Saisonjob. Weitere zwei Jahre zogen ins Land, ehe er an der Kulturstätte am See dann eine Ganztagsstelle erhielt.

Die Standpunkte

Die Bühnenbilder im Haus sowie am See wurden für Gridling jährliche Herausforderungen. Mal war er mehr für die Kulisse im Festspielhaus zuständig, mal wieder verstärkt für die riesige Bühne am See. „Es sind immer wieder große Herausforderungen, wenn ein neues Bühnenbild zur Konzeption und Fertigung ansteht“, weiß der 42-jährige Bregenzerwälder. Doch es sind Herausforderungen, die den Experten reizen. „Es ist faszinierend, wenn da Leute zusammenkommen, von denen jeder für sich starke Standpunkte vertritt. Und dann müssen diese Standpunkte und Ansichten doch zusammengebracht werden.“ Gridling bezeichnet sich selbst zwar als sanftmütig, „aber ich habe einen stark ausgeprägten Überzeugungswillen.“

Neuseeland

Ein ausgesprochener Kulturfreak ist Gerhard Gridling nicht. Klar schaut er sich die Produktionen an, bei denen er im Hintergrund mitgewirkt hat. „Da interessiert es mich natürlich schon, ob die Dinge funktionieren.“ Gelegentlich einmal sieht er sich auch im Kornmarkttheater eine Aufführung an. Doch seine wahre Freizeitliebe gehört dem Reisen. Costa Rica, Australien und vor allem Neuseeland haben es dem Mann aus Reuthe angetan. Im Land der Kiwis verbrachte Gerhard Gridling sogar schon einmal ein halbes Jahr. „Die Natur und die Mentalität der Leute in Neuseeland sind einfach einzigartig.“ Bald schon wird Gridling ein bisschen in die Vergangenheit reisen. Denn: Die neue Herausforderung für ein Bühenbild auf dem See heißt „Die Zauberflöte“. Was den Wälder an seine Anfänge bei den Festspielen erinnert.

ZUR PERSON: Gerhard Gridling

Geboren: 12. Dezember 1968
Wohnhaft: Reuthe im Bregenzerwald
Familie: ledig
Beruf: Techniker
Hobbys: Reisen, Skifahren
Lieblingsspeise: Zwiebelrostbraten

(VN)

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