Ein besonderer Abend in Mundart mit Heinz Rüf

Von Gemeindereporter Edith Hämmerle
Heinz Rüf sorgte mit einem anspruchsvollen Vortragsabend für ein begeistertes Publikum im Kulturhaus.
Heinz Rüf sorgte mit einem anspruchsvollen Vortragsabend für ein begeistertes Publikum im Kulturhaus. - © edithhaemmerle
Literat begeisterte mit poetischen Beiträgen, von humorvoll bis besinnlich.

Dornbirn (EH) Der kleine Saal im Kulturhaus war schon länger ausverkauft. Heinz Rüf trat demzufolge vor ein „vollbesetztes“ Publikum. „As heät allarhand brucht für so a Veranstalti“, dankte er zuerst seiner Frau Rosemarie für die Unterstützung und begrüßte im Weiteren seine Großfamilie und seine Enkel, die Musik machten – „d‘ Enkel-Musig“. Erfreut war er auch über den Besuch von Frau Bürgermeister, Herrn Alt-Bürgermeister mit Frau und auch von einigen Redaktionsleuten vo’ d’r „Rätscho“. Nicht unerwähnt sollte die Firma Rüf Heizöle sein. Denn dieser sei es schließlich zu verdanken, dass der gesamte Eintritt dem Ferienheim „Maien“ zugute kommt. „Nid ganz“, meint er, „weil zwuonzg Prozänt dovo will a g’wiessa Herr Schelling.“ Ar seii zwor a Emser, aber meischtens z’Weön. Nach der Danksagung und Begrüßung stellte der Alleinunterhalter mit schauspielerischem Talent sein Programm für den Abend vor: Wortspiele, Besinnliches, Humor, Schwarzer Humor und Verschiedenes in eigener Sache. Reichlich pointiert und gut gewürzt waren seine Wortspiele über d’Lüt und s’Lütö, über Glogga, die z’lut lütend und über d’Lüt, wo z’lut redand. Ein Todesfall einer Schwiegermutter, ausführlich geschildert, war der Rubrik „Schwarzer Humor“ zugedacht. Heiteres und Besinnliches war in lauten und leisen Begebenheiten rund um die Weihnachtszeit verpackt.

Stationen einer Rundreise

Rüf gab auch das eine oder andere Mundartgedicht seines Vaters, Toni Rüf, zum Besten, bevor er das Publikum animierte auf eine Rundreise mitzukommen, die über den Bregenzerwald nach München, von dort über die Schweiz nach Lustenau und wieder zurück nach Dornbirn führte. Überall machte er eine kleine Pause. Auch in München. Dort mit einem Beitrag vom „Münchner im Himmel“. In Dornbirn wieder angekommen, war der Marktplatz (Prolog des „Usscheallars bei der Eröffnung der Fußgängerzone 1989) das Thema. Nach weiteren Episoden vom Martinimarkt aus dem früheren „Dorobioro“ fühlte sich das „vollbesetzte“ Publikum derart in den Bann gezogen, dass es sehr lange applaudierte. Auch „d‘ Enkel-Musig“ bekam viel Applaus. Am meisten bei einem altbekannten Lied, bei dem das Publikum unaufgefordert mitgesungen hat. Als Höhepunkt des Vortrages präsentierte Rüf noch einige markante Gedichte des berühmten Dornbirner Dichters Armin Diem. Bevor sich das Publikum nach einem einzigartigen, heiter-besinnlichen, zum Nachdenken anregenden und humorvoll-beschwingten Mundartabend auf den Nachhauseweg machte, war es zu einem gemütlichen Umtrunk im Foyer eingeladen. Auch die versprochene Überraschung folgte nach: Ein Film aus dem Jahre 1956 von einem Turner-Familienabend mit einer Seiltanzvorführung des jungen Heinz Rüf.

Zwei Mundartgedichte von Heinz Rüf
Martinimarkteröffnung vom „Usscheallar“
Dorobioro ist bekannt,
di g‘mütlichst Stadt im ganzo Land,
drom ist a Fest, muoscht nid studiero,
so richtig Fest blos z´Dorobioro.

Und z`Dorobioro goht’s ou rund,
das ganz Johr dur, all Täg, all Stund.
Zwio Tag im Johr, goht as no ründor,
do wörod uo di Kranko gsündor.

Do blibt kun reachta Ma im Huo,
nimmt d’Frou mit, odor goht aluo,
ob glatzat odor mit ar Mähne,
vom Schesokindle bis zum Ähne.

Vom Lehrbuob bis zum Fabrikannto,
do Türkischmann mit Anverwandto,
a gär jed’s kut uf sine Art,
all Johr denn, zum Martinimart!

‘s Vakuum
An Schülar klenn, wo viel scho ka,
ist brav an Husufgaba dra.
Ar sionnat an am Wort, am nöüo,
und tuot am Bleiwies omarköüo.

Do Opa machat do ku Weaso,
ist dorneobot am Zitung leaso.
Etz frogat s‘Büoble gär nid dumm:
„Was ist ou blos a Vakuum?”

Do Opa köüt gad a-na-am Brocko,
ist ghörig ab der Frog arschrocko.

 

Ar seit: As fallt mor im Moment
etz nid grad i, ih hio’s scho kennt,
wart no, ih säg dor’s etz ga glei,
ich hio’s im Kopf, ou loos, hei, hei . . .

Und s’Büble seit: „Du bringst me druf“,
Vorhebt no ´s Lacha mit am Schnuf,
„Do druf ko wär ih sealbor kaum:
As ist jo an luftleera Raum!“

 

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