Ducati-Pilot Dovizioso gewann MotoGP-Rennen in Spielberg

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Der Italiener lieferte ein tolles Rennen ab
Der Italiener lieferte ein tolles Rennen ab - © APA
Andrea Dovizioso hat in einem mitreißenden Rennen und vor über 90.000 Zuschauern auch 2017 für einen Ducati-Sieg beim Motorrad-Grand-Prix von Österreich gesorgt. Der Italiener setzte sich an Sonntag in Spielberg nach einem beinharten Zweikampf mit Marc Marquez sowie Herzschlagfinale hauchdünn vor dem Weltmeister durch und feierte den 3. Saisonsieg. In der WM führt Marquez 16 Punkte vor Dovizioso.

Seit die Motorrad-WM im Vorjahr nach Österreich zurückgekehrt ist, ist Ducati damit in Spielberg ungeschlagen. 2016 war Dovizioso auf dem Red Bull Ring noch hinter seinem mittlerweile für Suzuki fahrenden Landsmann Andrea Iannone Zweiter geworden. Diesmal ließ sich der 31-jährige “Desmodovi” aber nicht die Butter vom Brot nehmen.

Auch nicht von Honda-Pilot Marquez, obwohl der spanische Titelverteidiger vor Dovizioso von der Pole Position aus in den elften Saisonlauf gestartet war. Zunächst gehörte aber anderen Fahrern wie Jorge Lorenzo die Aufmerksamkeit, denn der Spanier legte von Platz drei aus auf seiner Ducati gleich den besten Start hin.

Den ersten Dämpfer kassierte beim großen Heim-Debüt in der MotoGP aber ausgerechnet KTM. Denn Topfahrer Pol Espargaro musste nach einer Berührung am Start seine RC16 schon in der dritten Runde mit defekter Hinterradbremse an die Box bringen. Testfahrer Mika Kallio entschädigte die Österreicher aber mit Platz zehn, Bradley Smith verpasste als 18. die WM-Punkte.

Valentino Rossi (Yamaha) gelang hingegen wie Lorenzo ein Superstart, allerdings verlor der neunfache Weltmeister seinen vierten Platz ausgerechnet in einem Moment, in dem man ihn auf dem Weg noch weiter nach vorne wähnte. Auch Lorenzo konnte sich nicht absetzen und fiel später sogar auf Platz vier zurück.

Damit gehörten die Bilder des Tages vor allem Dovizioso, Marquez und Dani Pedrosa. Denn der nur als Achter gestartete Marquez-Teamkollege Pedrosa raste bis auf Platz drei nach vorne. Der Spanier hätte auch der Profiteur des Tages werden können, weil sich vorne Dovizioso und Marquez aufs Härteste und teilweise mit Vollkontakt bekämpften. Phasenweise hätte man ein Badehandtuch über die drei Motorräder legen können, wechselte die Führung zwischen Dovizioso und Marquez innerhalb einer Runde mehrmals.

Höhepunkt war dann die 28. und letzte Runde und da vor allem die letzte Kurve zehn. Marquez riskierte als Verfolger nochmals alles, versuchte zunächst außen am führenden Italiener vorbeizukommen. Und dann auch noch innen. Der Spanier war dabei aber viel zu schnell und wurde nach außen getragen, wobei er das Vorderrad von Doviziosos Ducati nur um Millimeter verfehlte.

Letztlich war es womöglich der Grip des weicheren Reifens, der das spannendste MotoGP-Rennen seit langem für Ducati entschied. “Der Kampf war nett. Es ist so ziemlich das Schlimmste, Marc hinter dir zu haben”, sagte ein “überglücklicher” Doviziso nach seinem insgesamt fünften Triumph in der MotoGP.

Ihm sei klar gewesen, dass Marquez am Ende nochmals alles riskieren werde. “Aber ich habe ihm nicht die Möglichkeit gegeben, mich zu überholen. Drei Saisonsiege, das ist richtig gut”, meinte Dovizioso.

Weltmeister Marquez war bewusst, dass seine wilde Attacke auch ins Auge hätte gehen können. “Ich habe die ganze Zeit gepusht, obwohl der Hinterreifen wegen der warmen Temperauren am Limit war”, berichtete der 24-Jährige, der 2017 auf seinen vierten MotoGP-Titel los geht.

“Ich hab’s dann am Ende einfach probiert, die letzte Kurve war komplett am Limit”, gestand der Honda-Fahrer mit der Nummer 93. “Aber MotoGP, das ist Show und ich werde es beim nächsten Mal wieder probieren”, versprach Marquez.

Insgesamt wurden von den Veranstaltern 201.589 Zuschauer an drei Tagen gezählt, alleine am Renntag kamen 90.411. Im Vorjahr bei der Rückkehr der MotoGP waren es in vier Tagen 216.000 und am Renntag 95.000 gewesen.

In den restlichen beiden Klassen feierten jeweils die WM-Führenden ihre bereits siebenten Saisonsiege. In der Moto2 war das der Italiener Franco Morbidelli vor Alex Marquez und Tom Lüthi. Das Rennen war von einem Massensturz gleich in der ersten Kurve geprägt.

In der Moto3 setzte sich Joan Mir von der vierten Reihe aus vor Pilipp Öttl und Jorge Martin durch. Der österreichische Wildcard-Fahrer Max Kofler (16) wurde bei seiner WM-Premiere 23. Kurios: Die FIM bestrafte gleich 24 Moto3-Fahrer mit einer Geldstrafe von jeweils 500 Euro, weil sie am Samstag im Qualifying zu langsam gefahren waren.

(APA)

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