"Drogen-Krieg"-Prozess in Wien: Dealer entführt und misshandelt

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Bei dem Prozess drehte sich alles um die Machenschaften einer Drogen-Bande Bei dem Prozess drehte sich alles um die Machenschaften einer Drogen-Bande - © APA (Sujet)
Ein bulgarischer Staatsbürger wurde von einer Bande nach Wien gelockt und fünf Tage in einer Wohnung in Wien-Favoriten gefangen gehalten. Die Entführung drehte sich um Drogen und Geldschulden - nun kam es zum Preozess in Wien.

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Eine erpresserische Entführung innerhalb einer Drogen-Bande beschäftigte am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht ein Schwurgericht (Vorsitz: Andreas Böhm).

Der Fall um die Drogen-Bande

Der Mazedonier Koljo V. (38), der laut Anklage in der Bundeshauptstadt über Kleindealer Heroin verkaufte, soll mit Hilfe von drei Komplizen sowie eines weiblichen Lockvogels einem von diesen eine Falle gestellt und den Mann - einen gebürtigen Bulgaren - fünf Tage in einer Wohnung in Wien-Favoriten gefangen gehalten und misshandelt haben, weil ihm dieser Geld schuldete.

Hristo P. (34) hatte im Februar 2012 in Wien mit dem Suchtgifthandel begonnen. Rund ein Kilogramm der Drogen (Heroin) bezog er von Koljo V., das er in der Nähe der Floridsdorfer Brücke bunkerte. Die 25.000 Euro, die er dafür dem Mazedonier zahlen hätte sollen, kamen allerdings nicht ins Fließen, so dass der Schuldner laut Anklage ein Komplott zu schmieden begann.

Durch Lockvogel kam das Opfer nach Wien

Eine 35-jährige Frau sorgte zunächst dafür, dass der zu diesem Zeitpunkt in Bulgarien aufhältige Hristo P. am 28. März 2012 nach Wien reiste, indem sie vorgab, ihm eine größere Menge Suchtgift abkaufen zu wollen. Als sich der Mann mit der vermeintlichen Interessentin am Friedrich-Engels-Platz traf, wurde er von Koljo V. und dessen Komplizen bereits erwartet. Der Bulgare wurde überwältigt und gezwungen, in ein Auto einzusteigen.

In der Wohnung, die dem Ex-Freund der involvierten Frau gehörte, wurde der 34-Jährige misshandelt und mit dem Tod bedroht. Die Peiniger brachten ihn dazu, telefonisch Kontakt mit seinem Vater und seinem Bruder aufzunehmen, die der 34-Jährige nachdrücklich ersuchte, zumindest 7.000 Euro "aufzustellen" und über einen Mittelsmann nach Wien zu bringen.

Brutale Gewalt wurde Entführtem angedroht

Als die Verwandten zögerten, wurden dem Festgehaltenen zunächst Haare abgeschnitten und nachher eine Vergewaltigung in Aussicht gestellt. Danach durfte er neuerlich telefonieren, worauf der Vater versprach, Koljo V. werde auf jeden Fall umgehend 4.000 Euro erhalten.

Dazu kam es dann nicht mehr, weil die Polizei nach einem Hinweis Kenntnis von den Vorgängen erlangte und am 2. April die Wohnung stürmte. Der Prozess gegen Koljo V., den weiblichen Lockvogel sowie zwei Helfer aus der Drogen-Bande - der dritte im Bunde ist flüchtig - dürfte erst nach 17.00 Uhr zu Ende gehen.

(apa/red)

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