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Dreikönigsaktion: Wo kommt das Geld der Sternsinger an?

Die Spenden der Sternsinger werden heuer hauptsächlich für Jugendprojekte in Nicaragua verwendet
Die Spenden der Sternsinger werden heuer hauptsächlich für Jugendprojekte in Nicaragua verwendet ©Katholische Jungschar Österreichs
Mit der Dreikönigsaktion werden jählich über 500 Projekte in 20 Ländern unterstützt. Heuer sammeln die Sternsinger hauptsächlich für Jugendliche in Nicaragua. Diese sind in dem südamerikanischen Land am schwersten von Armut betroffen.

Viele Menschen in Nicaragua stehen vor großen Problemen. Landbesitz und Einkommen sind ungerecht verteilt, heißt es seitens der Dreikönigsaktion (DKA). “Die Politik ist korrupt und steht aufseiten der reichen Familien, die das Land unter sich aufgeteilt haben.” In großen Fabriken, den “Maquilas”, beuten Konzerne die Arbeiterschaft aus, die gegen geringe Entlohnung und ohne soziale Absicherung Kleidung oder Tabakwaren für den US-Markt herstellt.

Extreme Armut herrscht vor allem am Land, viele suchen ihr Heil in den Städten, in denen erst recht ein Leben in Armut wartet, betont die DKA. “Viele Familien sind zerrissen, weil rund eine Million Nicaraguanerinnen und Nicaraguaner im Ausland arbeiten, zum Beispiel als Hausangestellte oder auf Bananenplantagen, vornehmlich in den USA und in Costa Rica.”

Naturkatastrophen treiben Lebensmittelpreise in die Höhe

In den vergangenen Jahren wurden auch die negativen Auswirkungen des Klimawandels immer stärker spürbar. “Weite Teile der Bevölkerung sind direkt betroffen von Trockenheit, Überschwemmungen und Wirbelstürmen. Die Ausfälle in der Landwirtschaft bewirken außerdem höhere Lebensmittelpreise, die besonders die arme Bevölkerung treffen. Ein Bewusstsein für Umweltschutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen fehlt, die Politik unternimmt viel zu wenig.”

Von der Armut besonders betroffen seien vor allem Kinder und Jugendliche. Nach Angaben von UNICEF leiden 22 Prozent aller nicaraguanischen Kinder unter chronischer Mangelernährung. Wegen der Arbeitsmigration sind viele Kinder über längere Zeit auf sich allein gestellt. Viele Kinder müssen auch zum Familieneinkommen beitragen und arbeiten gehen – in die Tabakfabriken, auf Plantagen, als Haushaltshilfen oder im Straßenverkauf. “Weil dann die Zeit für das Lernen oder überhaupt für den Schulbesuch fehlt, müssen viele Kinder den Schulbesuch abbrechen. Mit fehlender Ausbildung gehen dann aber die Chancen auf einen guten Job gegen Null, die Armutsspirale dreht sich erneut.”

Mit Bildung in die Zukunft

Die Dreikönigsaktion unterstützt daher verschiedene Projekte in Nicaragua. Etwa das “Integrale Bildungs- und Schulungszentrum” CECIM in Ciudad Sandino, einer Stadt nahe Managua. Mit einer beruflichen Ausbildung – z.B. in Kochen, Bäckerei, Schneiderei, Schlosserei, Wasserinstallation, Motorrad- oder Fahrrad-Werkstätten – soll Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, auf eigenen Beinen zu stehen und sich eine Existenz aufzubauen.

Das Besondere daran sei, dass von Anfang an die Kooperation mit lokalen Unternehmen gesucht wird. Für die Absolventen ist so der Arbeitsplatz danach gesichert oder sie machen sich selbstständig. Auch dabei steht ihnen CECIM zur Seite, zum Beispiel mit einem Mikrokredit. Die Ausbildung bei CECIM ist nicht nur für die betroffenen Jugendlichen ein Glücksfall, weil das Überleben von Familien ermöglicht wird. Auch die regionale Wirtschaft wird auf diese Weise belebt und Armut insgesamt verringert.

Mit Kreativität gegen Armut

Die Partnerorganisation FUNARTE betreut Kinder und Jugendliche in Esteli, einer Stadt im nördlichen Nicaragua, auf ganz spezielle Weise. “Lebensnahe Themen wie Umweltverschmutzung, Gewalt oder das Recht auf Bildung werden zuerst gemeinsam und intensiv mit den Kindern besprochen. Danach ergreifen die Kinder die Chance, sich kreativ und künstlerisch auszudrücken. Ihre Bilder wirken auch nach außen in die Gesellschaft, weil auch im öffentlichen Raum Wandmalereien gestaltet werden.”

Diese besondere Pädagogik zeigt Früchte: Die Kinder werden selbstbewusster und entwickeln Alternativen zu ihrem Leben in Armut. Sie lernen ihre Rechte kennen und auch, wie sie öffentlich darauf aufmerksam machen. Auch die lokale Gesellschaft profitiert, weil u.a. die Notwendigkeit von Umweltschutz thematisiert wird.

Dann gibt es in Esteli noch die Frauen-Kooperative “Las Diosas”. Sie kämpft ebenso wie der Dachverband FEM (“Fundacion de Mujeres/Frauen-Stiftung”) für Frauenrechte und gegen eine machistische Gesellschaft. Bereits vor 20 Jahren haben die “Diosas” ihre eigene Landwirtschaft aufgebaut.

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