Discobrand in Brasilien: Über 200 Tote

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Discobrand in Brasilien: Über 200 Tote
Brasilien ist im Schockzustand. Nach jüngsten Angaben starben 233 junge Menschen bei dem verheerenden Brand im Nachtclub Kiss in Santa Maria im Süden des Landes.

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Die Diskothek war zu einer tödlichen Falle geworden, als um 02.30 Uhr am Sonntagmorgen ein Feuer ausbrach.

Zu der Tragödie in der Universitätsstadt Santa Maria kam es nach ersten Erkenntnissen, als eine Band während ihres Auftritts eine Art Leuchtfackel als pyrotechnische Show-Einlage entzündete.

Die Funken setzen vermutlich das Dämmmaterial aus Isolierschaum an der Decke in Brand. Es verbreitete sich ein hochgiftiger Rauch, dem sofort viele der Nachtclub-Besucher zum Opfer fielen. Ein Mitglied der Band "Gurizada Fandangueira", die auf der Bühne spielte, kam ebenfalls ums Leben.

Die Feuerwehr erklärte, dass zum Zeitpunkt der Katastrophe eine wichtige Tür abgeschlossen war. In der Diskothek kam es zu einer Massenpanik.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Feuerwehrleute und Besucher verzweifelt Körper aus dem völlig verqualmten Eingang ziehen.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Zivilschutzes um 120 junge Männer und 113 Frauen. Über 100 Menschen sind noch in Krankenhäusern. Die Mehrheit leide an Rauchvergiftung. Etwa ein Fünftel der Verletzten habe bei dem Unglück Brandwunden erlitten.

Die Nachricht von dem Unglück sorgte weltweit für Bestürzung.

Präsidentin Dilma Rousseff brach eine Auslandsreise ab und ordnete drei Tage Staatstrauer an.

Die Teilnehmer des Gipfels der EU und der Staaten Lateinamerikas und der Karibik gedachten in Chile der Opfer der Tragödie. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenfalls in Chile war, sprach Rousseff ihr Beileid aus. Eine für am Montag in Brasilia geplant Feier anlässlich des Countdowns für die verbleibenden 500 Tage zum Anpfiff der WM in Brasilien wurde abgesagt.

Das Feuer in der Diskothek “Kiss”, die häufig für Studentenpartys genutzt wird, brach aus, als sich das Dämmmaterial an der Decke entzündete.

Zu diesem Zeitpunkt hätten mehrere hundert Menschen in dem Club gefeiert, der den Angaben zufolge Platz für mehr als tausend Gäste bot.

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Nach etwa fünf Stunden war der Brand gelöscht und die Suche nach den Opfern begann.

Durch das Feuer sei in der Disco Panik ausgebrochen, sodass viele Besucher tot getrampelt worden seien, sagte der örtliche Feuerwehrchef Guido de Melo. Die meisten Todesopfer seien aber erstickt.

Augenzeugen machten mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen für die Brandkatastrophe mitverantwortlich. “Das war eine zu kleine Tür für so viele Leute”, sagte Luana Santos Silva.

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Ein Sportzentrum in Santa Maria sei zu einer Leichenhalle umfunktioniert worden, um dort die Todesopfer zu identifizieren.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben des Zivilschutzes um 120 junge Männer und 113 Frauen.

Auf der Liste der Opfer finden sich auch deutschsprachige Nachnamen. Allerdings wurde nichts über mögliche Ausländer unter den Opfern bekannt.


Wegen der Brandkatastrophe brach Präsidentin Dilma Rousseff vorzeitig einen Gipfel in Chile ab. Sie versprach alles nur Mögliche zu tun, um den Angehörigen und Opfern der Tragödie zu helfen.

"Ich möchte den Brasilianern und der Bevölkerung von Santa Maria sagen, dass wir in diesem traurigem Moment zusammenstehen", erklärte die sichtlich bewegte Staatschefin am Sonntag in Santiago de Chile.

"Das ist die Art von Tragödie, die man sich nicht vorstellen kann", so der Präsident des Abgeordnetenhauses Marco Maia.

(Bilder: AP/EPA)

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