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Dinge, die bleiben

Die Leidenschaft für Steine und ungewöhnliche Materialien begleitet Tamara Comolli schon ihr ganzes Leben. Vor 25 Jahren hat sie diese Leidenschaft zum Beruf gemacht – mit Erfolg.
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Am wunderschönen Tegernsee, genauer gesagt in Gmund, liegt das „Headquarter“ von Tamara Comolli. Hier arbeiten Produktion, Goldschmiede und Edelsteinabteilung Hand in Hand, um die unverkennbaren Schmuckstücke entstehen zu lassen. Und genau dort haben wir Tamara Comolli zum Interview getroffen.

Frau Comolli, vom Wirtschaftsstudium zur eigenen Fine-Jewellery-Marke. Wie hat sich dieser Weg ergeben?
Meine erste kleine Armbandkollektion hab ich mit 17 gemacht, kurz vor dem Abi. Doch mein Vater meinte damals verständlicherweise, ich sollte was Anständiges lernen. So hab ich gesagt: Okay, BWL hilft immer und Papa freut sich. Ich hab dann so vor mich hin studiert, aber nebenher immer mit Steinchen gearbeitet, zusammen mit einem Goldschmied. Das war ein Hobby, eine persönliche Leidenschaft. Nach dem Studium habe ich bei einer Unternehmensberatung in Düsseldorf klassisch Managementberatung und Marketing gemacht und wahnsinnig viel im Bereich Strategie gelernt. Doch mit 29 wusste ich, das bin ich nicht, hab’ von heute auf morgen aufgehört und den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Neben meiner anschließenden Tätigkeit in einer Werbeagentur – schließlich musste ich ja ein bisschen Geld verdienen – habe ich dann mein Konzept für meine Marke geschrieben und begonnen, die erste Kollektion zu entwerfen. Ja, und dann bin ich in New York auf die erste Messe gegangen, mit 29 Schmuckstücken. Dort ging die Reise los. Ich hab dann damit begonnen, Präsentationen zu machen, u. a. bei Juwelieren mit meinem kleinen „Bauchladen“. So kam ein Kunde nach dem anderen, aus einem Mitarbeiter wurden mehrere … Und da muss ich meinem Vater noch danken, denn meine Zeit in der Unternehmensberatung hat mir das Know-how gegeben, die Firma überhaupt aufzubauen.

Was war der Grundgedanke hinter Ihrer Marke?
Ich fand diesen traditionellen Schmuck-Approach immer schon, ich will jetzt nicht sagen spießig, aber Berührungsängste weckend. Meine Erinnerung aus der Kindheit war, dass die Damen der Gesellschaft fast alle die gleichen Schmuck-Sets trugen. Wie eine Uniform. Und ich hab gesagt, das muss anders gehen. Natürlich habe ich hochwertige Sachen gemacht, weil ich Qualität und Edelsteine liebe. Aber ich hab sie einfach lässig getragen wie zum Beispiel ein Diamantenblatt an einem „ollen“ Lederband. Das ist das, was die Kollektion seit 25 Jahren ausmacht. Mir ging und geht es wahnsinnig darum, Designs zu machen, die bleiben. Denn ich finde, Schmuck muss eine Bedeutung haben, Spaß machen, emotional sein und auch vererbt werden.

Sind daraus die „Color Stories“ entstanden?
Dieser Weg hat sich in der Zusammenarbeit mit den Kunden ergeben. Ich hab mit Farbsteinen gespielt und hatte am Anfang drei, vier Armbänder in diversen Kombinationen gemacht für verschiedene Frauentypen. Witzigerweise hat man schnell erkannt, dass eine Frau zu den Dingen greift, die ihr auch stehen. So ist die „Color Story“ im Grunde eine Typ- und Farbberatung in Form von Schmuck.

Sie probieren gerne Materialien aus. Wie haben Sie sich das Wissen darüber angeeignet?
Das war wirklich klassisches Learning by doing. Ich bin wahnsinnig viel gereist, von Bangkok zu den Minen und Steinschleifern, bis nach Hongkong auf die Messen. Und dann hab ich auch viel von meinem Team gelernt.

Gibt es Lieblingssteine?
Also meine persönlichen Lieblingssteine sind Turmalin oder Saphir, weil es die in vielen Farben gibt, die eigentlich keine Farben sind. Ich mag seltene Sachen, die ungewöhnlich sind. Darum trau ich mich auch vielleicht, Materialien komplett anders zu interpretieren. Aber leider wird es jedes Jahr schwieriger, passende Steine zu finden. Die Ressourcen werden knapper. Aber das macht die Schmuckstücke natürlich auch besonders und wertvoll. Denn kein Stein ist wie der andere, im Grunde bekommt jede Frau ein Unikat.

Und Ihre Inspiration finden Sie in der Freizeit?
Ganz ehrlich: In meiner Freizeit bin ich eher „gammelig“, trage keinen Schmuck. Aber klar, so ganz aus dem Kopf bekommt man die Arbeit nicht. Grad heute Nacht hab ich über irgendwas mit Steinen geträumt. Dann denk ich mir, wenn ich aufwache: So ein Mist, schalt doch mal ab! Aber wenn man’s mit Passion macht, ist es halt so.

Sie haben Ihren Weg also nie bereut?
Nein, denn ich hab das gemacht, was ich machen wollte. Wenn man sich überlegt: Ich war 30, als ich die Firma gegründet hab. Davor bin ich eigentlich hilflos umhergeirrt, immer mit meinen Edelsteinen im Kopf. Um wirklich zu wissen, was man im Leben machen möchte, muss man meiner Meinung nach ein gewisses Alter haben. Und das sag ich auch meinem Sohn immer: Du musst Erfahrungen sammeln und auch ein bisschen deinem Herzen folgen. Wenn du das machst, was dir selber Spaß macht, machst du’s auch gut.

„Irgendwie hab ich grade den Spleen, Unikate zu machen. Und ich glaube, dass die Reise im Fine Jewellery stärker in diese Richtung gehen wird. Denn die Menschen begreifen immer mehr, dass Geld nicht vom Himmel regnet. Wenn man sich was kauft, muss es besonders sein.“

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