Die Ried-Ranger aus der vierten Klasse

Von Gemeindereporter Edith Hämmerle
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„Ich bin ein Junior-Ried-Rancher“: Sechs Schüler aus der VS Lustenau-Kirchdorf wurden mit einer Plakette ausgezeichnet. Auf dem Bild mit Maria Hämmerle, Gundula Grabher und Reinhard Köck.
„Ich bin ein Junior-Ried-Rancher“: Sechs Schüler aus der VS Lustenau-Kirchdorf wurden mit einer Plakette ausgezeichnet. Auf dem Bild mit Maria Hämmerle, Gundula Grabher und Reinhard Köck. - © edithhaemmerle
Schüler der VS Kirchdorf gingen beim Unterricht in freier Natur auf Entdeckungstour.

Lustenau (EH) Die Viertklässler der Volksschule Lustenau-Kirchdorf finden es jedenfalls toll, dass der Unterricht einmal wöchentlich außerhalb des Klassenzimmers stattfindet. Wenn die Schüler quer durch die Riedlandschaft auf Entdeckungstour gehen, werden die Fragen von einem, der sich gut auskennt, beantwortet. Reinhard Köck, der Lustenauer Naturwächter, stellt sich für den Unterricht schon länger zur Verfügung. Er macht es ehrenamtlich. Gerade weil ihm die Natur am Herzen liegt, will er sein Wissen der Jugend weitergeben. „Dadurch bekommen Kinder frühzeitig den richtigen Blick für einen achtsamen Umgang mit der Natur“, so Köck. Direkt von der Schule beginnt die Tour mit dem Fahrrad. Das Dienstfahrzeug des Naturwächters ist ebenso praktisch wie umweltschonend. Auf seinem Dreirad bringt er alles unter, was gebraucht wird: Die nötige Fachliteratur, Fernglas, Lupe, Stöcke, ein Schnitzmesser und andere Arbeitsbehelfe. „Es ist schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Schüler dabei sind“, zeigt sich Lehrerin Maria Hämmerle erfreut, die an diesem Tag die Gruppe begleitet. Auch für sie selbst sei es lehrreich, es gebe immer Neues zu entdecken, meint die Pädagogin, die zusammen mit Lehrerin Gundula Grabher 20 Schüler in einer jahrgangsgemischten Klasse nach Montessori unterrichtet.

Entdecken und Experimentieren

„Alles in der Natur reagiert auf Schwingung“, wird gerade erklärt. Das Pendel mit dem Naturstein wird unter den Schülern weitergereicht, damit sie es selbst ausprobieren können. Am Binsenfeldgraben testen die Jungs die Wasserqualität. Aurelia bekommt die Daten und trägt diese gleich in die Liste ein, während Raphael am Ufer des kleinen Gewässers eine besonders große Weinbergschnecke findet. „Es ist die größte Weinbergschnecke, die ich bisher gefunden habe“, berichtet Raphael mit Stolz und zeigt sie allen anderen. Wenn ein Schmetterling über den Weg flattert, wird in der Fachliteratur nachgelesen. So wissen die Schüler, dass sich der Zitronenfalter schon früh blicken lässt. Bereits Ende Februar haben sie ihn entdeckt. Den Grund für das frühe Ausfliegen erfahren sie schnell, denn er ist besonders kälteresistent. Dadurch wird er zum wahren Überlebenskünstler im Winter. Freude kommt immer auf, wenn eine besondere Pflanze oder ein seltenes Tier entdeckt werden. Zum Beispiel die Posthornschnecke, deren Haus wie ein Posthorn aussieht, oder das Gelbe Windröschen. Die jungen Naturkundler wurden für ihr Interesse an der Natur mit einer Plakette belohnt. Die Junior-Ried-Ranger-Plakette ist mit einem Stempel der Vorarlberger Naturwacht versehen. Diese wurde ihnen am 19. Juni im Rahmen einer kleinen Feier überreicht. Das Umfeld war passend. Der naturnahe Garten hinter dem Mehrfamilienwohnaus, in dem der Naturwächter daheim ist, bot sich für den Anlass an. Die Plakette soll zum Ausdruck bringen: „Ich bin ein Vorbild, ich kenne mich in der Natur aus“. Applaus bei der Übergabe gab es von den jüngeren Mitschülern, die von den Ried-Rangern bei deren Referaten profitieren konnten. Eine Tombola mit kleinen Preisen, bei der jeder Schüler bei richtiger Antwort auf eine Naturfrage etwas gewinnen konnte, war ein toller Abschluss des Naturprojekts.

Unfrage: Was gefällt dir am Unterricht in der Natur am besten?

Timo (10): Wie man mit der Wünschelrute nach Wasser sucht, wie man mit einer Lupe und der Sonne ein Papier zum Brennen bringt, überhaupt das Experimentieren finde ich interessant. Einmal habe ich einen Tierknochen gefunden, den ich mitgenommen habe.

Karim (10): Das Beste war, als wir in einem Teich im Ried über 100 Posthornschnecken entdeckt haben. Auch das Gelbe Windröschen, das wir einmal gefunden haben, sieht man in dieser Gegend selten. Deshalb ist es immer cool, wenn wir einen Sensationsfund machen.

Aurelia (10): Ich bin gerne draußen in der Natur, lieber als in der Schule. Vögel mag ich besonders gern. Einmal haben wir einen Rotmilan ganz nah vor uns gesehen. Ich finde es auch interessant, wenn wir selbst die Wasserqualität in einem Riedgraben prüfen können.

Johannes (9): Einmal haben wir ein Reh aus zirka 20 Meter Entfernung gesehen. Durch das Fernglas konnten wir es genau beobachten. Ich finde den Unterricht in der Natur viel besser als in der Schule. Wenn wir mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour gehen, das ist toll.

Linus (10): Besonders cool war, als wir gesehen haben, wie eine Schildkäferraupe unter Wasser Luft holt. Sie hat ein kräftig ausgebildetes Gebiss. Damit beißt sie ein Loch in einen Schilfhalm, durch das sie Luft zum Atmen bekommt. Der Halm stirbt dann aber leider ab.

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