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Die Krönung für die “Roten Teufel”

3294 Tage haben die "Roten Teufel" vom Bodensee auf diesen Moment gewartet. 3294 Tage haben die "Roten Teufel" vom Bodensee auf diesen Moment gewartet. - © VOL.AT, Klaus Hartinger
von VN/J. Dünser & M. Krautberger - Hard – Alpla HC Hard holt sich mit 26:19-Heimsieg über HIT Tirol nach 2003 den zweiten HLA-Titel in der Vereinsgeschichte.

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Schon Minuten, bevor um 20.08 Uhr der Schlusspfiff ertönte, standen die Fans auf ihren Rängen, um zu jubeln. Mit einem 26:19-Erfolg im dritten und letzten Duell der Finalserie sicherten sich die „Roten Teufel“ vom Bodensee die höchste Auszeichnung im nationalen Männer-Handball.

Ein Spieler hielt andächtig inne, als die rund 3000 Zuschauer den zweiten Titel in der Vereinsgeschichte nach 2003 lautstark feierten: Andi Varga krönte seine lange Karriere und ist nach seinem zehnten Meistertitel der erfolgreichste HLA-Spieler aller Zeiten. Der 35-jährige Linzer verdrückte die eine oder andere Träne und konnte das Gefühl der Glückseligkeit gar nicht richtig fassen. Andere, wie Goalie Golub Doknic oder Bernd Friede, standen auf der Bande und schrien ihre Freude in die Zuschauerränge der tobenden „Teufels-Arena“.

Doknic überragend

Das finale Duell um den Titel wurde im ersten Durchgang zu der erwarteten Nervenschlacht. Beiden Teams merkte man in den Aktionen an, um wie viel es ging. Zu Beginn dominierten die Abwehrreihen – und hier hatten die Gastgeber mit Goalie Dok­nic den Protagonisten des Abends in ihren Reihen. Der „Hexer“ im Harder Gehäuse zog mit zahlreichen Paraden den Tiroler Spielern den Nerv und wurde zum Matchwinner. Absoluter Höhepunkt war sein Tor zum 13:10-Pausenstand: Der 30-Jährige fing einen Gegenstoß der Tiroler an der Mittellinie ab, dribbelte bis zur Neun-Meter-Linie vor und bezwang in der Manier eines Goalgetters sein Gegenüber Michael Kalischnig.

Von 15:13 auf 21:14

Während die Tiroler auch in der zweiten Hälfte nie wirklich ins Spiel kamen, konnten die Hausherren die Drei-Tore-Führung zur Pause innert elf Minuten auf 18:13 (41.) und in der Folge auf 21:14 (45.) ausbauen. Besonders die Defensive der „Teufel“ stand nun felsenfest und ließ nur wenige Tormöglichkeiten zu.

Die letzte Viertelstunde wurde dann zu einem Schaulaufen der Hausherren. Doknic konnte sich ein ums andere Mal auszeichnen, auf dem Parkett blühten die Youngster Rene Rigas (21) und Boris Zivkovic (20) auf. Sie übernahmen Verantwortung, erzielten wichtige Tore und leisteten so ihren Beitrag zum Gesamterfolg. Auch Varga konnte sich zum Karriere­ende in die Torschützenliste eintragen und erzielte die Treffer 25 und 26 der Harder.

„Einfach nur glücklich“

Verständlich, dass Hard-Coach Markus Burger nach seinem ersten Meistertitel als allein verantwortlicher Trainer überglücklich war: „Der Druck für meine Mannschaft und auch für mich war sehr groß. Die Halbfinalduelle gegen die Fivers waren ja schon so was wie ein Finale. Da war es nicht leicht, die Burschen wieder in die richtige Bahn zu bekommen. Aber gemeinsam haben wir es geschafft. Mit einem unglaublichen Teamspirit konnten wir den Meistertitel holen. Mir ist beim Schlusspfiff nicht nur ein Stein vom Herzen gefallen, sondern der Gebhardsberg.“

Überschwänglich auch die Freude bei Bernd Friede: „Wir genießen jetzt dieses traumhafte Gefühl. Wir sind bis zum Schluss konzentriert geblieben. In der ganzen Handball-Welt ist bekannt, dass Tormänner einen ,Schuss‘ haben, aber Doknic hat einen ganz besonderen“, schmunzelte der Harder Routinier, der vor einer Woche zu Österreichs Handballer des Jahres gewählt worden war. Eine Meinung, die auch der Gegner teilte. „Heute war Golub Doknic verdient der Torhüter des Jahres“, meinte Tirol-Trainer Stefan Öhler. Er wusste auch den Grund für die am Ende deutliche Niederlage: „Wir haben in manchen Phasen unerfahren agiert, aber solche Fehler macht man eben im ersten Finale.“

VN, J. Dünser & M. Krautberger

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