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Die Hungerkünstler

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Sie treten drei Tage in Rom auf. 190 HungerkünstlerInnen sprechen 2016 in Anzug, Krawatte, Kostüm und schicken Schühlein über den Hunger der Welt. (Die Anreise ist bezahlt) Bei der UN-Ernährungskonferenz zaubern die Hungerkünstler (= bezahlte Plotikeri) das Blaue vom UN-Himmel. (Das Hotel geht auf Spesen) Den Hunger zu besiegen sei heute kein Problem mehr, wissen sie. Hinterm Rednerpult ist ein schwarzes Hungerbauchkind zu sehen. Darunter steht “800 Millionen hungern!“ (Am Abend speist man italienisch auf Spesen) Tags darauf sagen sie an, der Hunger werde bis 2030 zu besiegt sein. Uff! Einen weiteren Tag später „verabschieden“ sie eine Erklärung an den Welthunger, der gar nicht dort ist. Jeder Mensch habe „das Recht auf Zugang zu gesundem, ausreichendem und nahrhaftem Essen.(Toll, nicht?) Die Regierungen weltweit seien aufgefordert, Mangelernährung in all ihren Formen zu bekämpfen, dazu zähle auch Fettleibigkeit!“ Ein Zynismus? Hardigatte. (Noch ein Abendessen) Der Welthunger ist am 3. Tag gefressen. (Grappa!) Der Papst empfiehlt beten, die Hungerkünstler „empfehlen“ bis 2030 den Hunger zu besiegen und empfehlen sich. (Shopping, dann bezahlter Rückflug)

Zuhause hört der Volk: „Bis 2030 ist der Hunger besiegt, wir werden Millionen Entwicklungshilfe leisten“ (nicht wegen dem Hunger, sondern damit keine Flüchtlinge mehr kommen). Zwei schwarze Hungerkünstler treten im TV auf. Der 1. heißt Gerd Müller und ist nicht der „Bomber der Nation“ (Zitat: „Wenns denkst is eh zuspät“) sondern deutscher Entwicklungsminister(CSU). Er gibt bekannt: „Wir müssen und wir werden.“ Der 2. heißt Peter Altmayr (CDU). Er sagt nicht nur „wir müssen“ sondern auch „nachhaltig“ müssen wir müssen. Dahinter watschelt die Merkel im blauen Kostüm vorbei. Ja, sapramoscht! So wird der Welthunger besiegt?

9. Mai: ARTE sendet die 1. Doku aus Kenia, Sambia und Tansania über die von den Hungerkünstlern eingesetzten hunderte Millionen Euro Entwicklungshilfe. Die afrikanischen Kleinbauern werden von den Feldern vertrieben, von den geförderten Konzernen als Arbeitskräfte ausgebeutet, Dörfer sind zerstört, Monokulturen eingepflanzt. Mit Einwegsaatgut wird die Kleinbauernkultur beseitigt, die versprochene Schule wird nicht gebaut, das versprochene Wasser wird nicht eingeleitet. Der Boden wird weggeklaut mithilfe korrupter Regierungen. Die letzten Bauern werden von D, der EU und der UNO in die Leibeigenschaft der Konzerne getrieben. Kaffeeplantagen. Hunderte Millionen Euro Hungerhilfe gehen uneingeschränkt an Agrokonzerne, Firmen und Banken. Dr. Oetker fliegt mit Entwicklungshilfegeld Tiefkühlpizza ein. Die Armut ist größer geworden.

  • ARTE Mediathek: Doku: „Konzerne als Retter“ – online bis 7. August verfügbar.
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