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„Die Hilfsbereitschaft hat uns überwältigt“

Familie Flatz war vor dem Ruin und stand wieder auf.

Das Datum 11. November ist für die Familie Flatz schicksalbehaftet. Am 11. November 2016 erfuhren Judith und Klaus Flatz, dass sich der gefürchtete H5N8-Virus, Erreger der für Geflügel gefährlichen Vogelgrippe, in ihren Putenställen eingenistet hatte. Alle 1100 Tiere mussten getötet werden, das Weihnachtsgeschäft war dahin, der Betrieb stand existenziell am Abgrund. „Der 11. November 2017 war ein sehr guter Tag. Exakt an diesem 11. November machte der Umsatz einen 20-Prozent-Sprung nach oben. Und das blieb bis jetzt so“, kann Klaus Flatz wieder lächeln.

Aus dem Gröbsten raus
Die Flatzens sind mittlerweile aus dem Gröbsten raus. Das Geschäft läuft sogar besser als noch vor der Heimsuchung durch die Vogelgrippe. Die Kundschaften sind ihnen treu geblieben, die vielen tatkräftigen Hilfen, welche die Familie von verschiedenster Seite erhielt, haben sich rentiert. „Obwohl es härter war, als ich dachte. Das muss ich schon zugeben“, meint Klaus Flatz, dessen Miene mittlerweile wieder ernster geworden ist. Ihre Erfahrungen haben Judith und Klaus geprägt. „Du hast einen anderen Zugang zur Freude. Ich weiß zum Beispiel, dass ich jemandem eine große Freude machen kann, wenn ich ihm oder ihr erkläre, wie man am besten einen Braten zubereitet. Da gehen Menschen glücklich aus dem Geschäft hinaus und eine ganze Familie profitiert davon“, berichtet Judith. Klaus hat das Erlebte gelassener gemacht. „Du regst dich über so viele Sachen auf, die es nicht wert sind. Das mache ich nicht mehr. Von daher nimmst du natürlich auch aus solchen Schicksalsschlägen etwas Positives mit.“ Ganz genau können die Flatzens heute auch Begriffe wie Hilfsbereitschaft und Solidarität definieren. „Die Hilfsbereitschaft nach dem Geschehen hat uns überwältigt“, beschreibt Klaus seine Gefühle. „Egal ob das unser Geschäftspartner in Deutschland war oder der Wolfgang Verocai mit seinem Benefizkonzert – wir durften erleben, wie toll Menschen andere Menschen in schwierigen Zeiten unterstützen“, sagt Klaus, während Judith zustimmend nickt.

Suche nach Positivem
Klar haben sie nach der wirtschaftlichen Katastrophe auch im Betrieb einiges geändert. „Die Qualitätssicherung ist in den Betriebsabläufen zu unserem höchsten Gut geworden“, betont Klaus. Und doch kommt die Rede immer wieder auf das Menschliche, auf das Gute, das solchen Rückschlägen irgendwo auch innewohnt und einen weiterbringt. In der Begegnung mit verständnisvollen Menschen, die anpacken und denen das Schicksal der anderen nicht egal ist.

 „Gutes geschieht im Kleinen“
„Man führt sich bewusster vor Augen, wo Positives passiert. Ich denke gerade jetzt an einen Bekannten, der es in seinem Beruf zu viel gebracht hat und dem die Wertschätzung gegenüber Schwächeren nie verloren gegangen ist“, führt Judith an. „Wertschätzung“ ist für das Flatz- Ehepaar ein weiterer Begriff, den sie wiederholt verwenden. Wo immer diese im Spiel sei, würden sich Dinge in eine gute Richtung entwickeln. „Die Good News“, meint Klaus ganz allgemein, „führen in unserer Welt ein zu wenig beachtetes Dasein. Es geschieht viel Gutes in Kleinem. Aber wer will das schon wissen. Die Negativ-Schlagzeilen sind doch das, was zählt und offensichtlich interessiert.“ Mit Negativ-Schlagzeilen unter dem Begriff „Vogelgrippe“ wollen Klaus und Judith Flatz jedenfalls nie mehr in Verbindung gebracht werden. Um das zu vermeiden, wollen sie alles tun.

 

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