D’Figo isch wiedr z’Luschnou

Von Michael Steinlechner (NEUE)
D’Figo isch wiedr z’Luschnou
© Neue/Hofmeister
Rund 3000 Arbeitsstunden hat ein Team der Feuerwehr Lustenau in die Restauration eines Austro Fiat aus dem Jahr 1926 investiert. Eine Automobilspritze dieser Art war das erste Feuerwehrgefährt in Vorarlberg.

Das sind nur einige der heutigen Bezeichnungen für die unterschiedlichen Autos bei der Feuerwehr. Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung, Rüstlöschfahrzeug und Tank­löschfahrzeug gehören bei jeder größeren Wehr quasi zur Grundausstattung. Vor knapp 100 Jahren war dies noch anders. Zu dieser Zeit waren meist Bauern mit Pferdegespannen im Einsatz, wenn es darum ging, die großen Feuerspritzen vom Gerätehaus zum Brandort zu transportieren. Dafür wurden sie auch entsprechend entlohnt, erzählt Hartwig Sturm von der Feuerwehr Lustenau. Die Einsatzkräfte kamen meist ohne Umweg über das Spritzenhaus direkt zum Ort des Geschehens.

Diese Vorgehensweise änderte sich erst, als motorisierte Feuerwehrfahrzeuge in Dienst gestellt wurden, mit denen die Florianijünger gemeinsam zum Brandort fahren konnten. In Vorarlberg begann diese Ära am 24. Mai 1926. An diesem Tag wurde nämlich in Lustenau die erste Automobilspritze des Landes in Betrieb genommen. Der „Austro Fiat“ leistete den Florianijüngern über 30 Jahre lang gute Dienste. Mehr als 220 Mal rückten sie mit ihrem Fahrzeug bis zum Jahr 1958 aus. Während eines Hochwassereinsatzes im Jahr 1958 in Bregenz gab „d’Figo“, wie das Auto im Volksmund genannt wurde, jedoch den Geist auf. „Danach wurde es wohl im Gutshof Heidensand abgestellt und ausgeschlachtet“, weiß Sturm. Was genau mit dem Fahrzeug passiert ist, lässt sich jedoch anhand der historischen Aufzeichnungen nicht nachvollziehen. Ebensowenig wie es zu seinem Spitznamen gekommen ist. „Es könnte sein, dass das Fahrzeug wegen seiner Farbe ‚Figo‘, also Feige, genannt worden ist.“ Einer anderen Theorie zufolge könnte der Spitzname vom ersten Spritzenchauffeur Eduard Alge kommen. „Welche Erklärung die richtige ist, kann aus heutiger Sicht nicht mehr geklärt werden“, meint Sturm.

Für ihn und seine Mitstreiter sind solche Fragen jedoch nebensächlich. Denn seit dem Jahr 2008 sind sie damit beschäftigt, eine Idee in die Tat umzusetzen. Derzeit befinden sie sich im Endspurt, bevor es dann Anfang Juli so weit sein wird: Ein komplett restaurierter Austro Fiat aus dem Jahr 1926 wird im Rahmen eines großen Oldtimertreffens in der Marktgemeinde der Öffentlichkeit vorgestellt. Zuvor wird die Auto­mobilspritze als „historisches Feuerwehrfahrzeug“ zertifiziert – als erstes in Vorarlberg überhaupt.

Doch wie sind die Lustenauer überhaupt auf dieses Projekt gekommen? „Wir fanden es schade, dass die ‚Figo‘ einfach so verschwunden ist. Schließlich war diese nicht nur das erste Fahrzeug unserer Feuerwehr, sondern das erste in ganz Vorarl­berg“, erklärt Sturm. Also begannen er und seine Mitstreiter zu recherchieren.

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