11. Juni 2010 14:17; Akt.: 11.06.2010 14:17

Den Frauen das "Ja zum Kind" ermöglichen

LTP Mennel bei der Eröffnung der Landtagsenquete. LTP Mennel bei der Eröffnung der Landtagsenquete. - © VLK/Harald Pfarrmaier
Landtagspräsidentin Bernadette Mennel eröffnete am Freitag im Landhaus eine Enquete des Vorarlberger Landtages zum Thema “Ja zum Schutz des Lebens”.

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“Die in dieser Veranstaltung gewonnen Erkenntnisse sollen uns helfen, Maßnahmen abzuleiten, um die hohe Zahl an Schwangerschaftsabbrüchen zu reduzieren und Frauen vermehrt in die Lage zu versetzen, ‘ja zum Kind zu sagen”, so Mennel.

Schätzungen zufolge wird in Österreich jedes dritte Kind nicht geboren. Rund 78.000 Geburten stehen damit 30.000 bis 40.000 Schwangerschaftsabbrüche jedes Jahr gegenüber. Eine Untersuchung der Beratungsstelle “schwanger.li” spricht von jährlich 430 bis 470 Abtreibungen in Vorarlberg. Damit werden rund zwölf Prozent aller Schwangerschaften abgebrochen. Häufigste Ursachen für Schwangerschaftskonflikte sind nach “schwanger.li” Partnerschaftsprobleme, fehlender Rückhalt in Familie und Umfeld und Angst vor Überforderung.

In 60 Prozent der rund 2,33 Millionen Familien in Österreich leben Kinder. 918.000 Familien sind Paare ohne Kinder. Günter Danhel, Direktor des Wiener Instituts für Ehe und Familie sieht eine mangelnde Rücksichtnahme des Staates auf die Familien und wünscht sich Erleichterungen für die Lebbarkeit von Familie. Ehe und Familie sieht er als gefährdete Lebensform.

Um den Schutz des Lebens zu verbessern, fordert Danhel flankierende Maßnahmen wie die Einführung einer Bedenkzeit zwischen der Feststellung einer Schwangerschaft und allfälligen weiteren Schritten, die Verpflichtung des Arztes, auf eine umfassende – auch psychosoziale – Beratung hinzuweisen und die Durchführung einer Studie zur Erhebung der Motive für einen Schwangerschaftsabbruch, um besser und ursachenorientiert helfen zu können. Es brauche zudem eine wert-, ziel- und methodenbewusste Partnerschafts- und Sexualerziehung und Jugendprojekte in allen Schulen mit fächerübergreifender Behandlung der Thematik.

Den Schwangerschaftskonflikten und ihrer Aufarbeitung widmete sich Primarius Peter Schwärzler vom LKH Feldkirch. Linda Motazed informierte über die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit in der IfS-Familienplanungsstelle. Ursula Kulhay-Luhan von der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in Feldkirch behandelte den Bereich der Sexualerziehung an den Schulen.

LTP Mennel verwies auf das neue Beratungsmodell des Landes Vorarlberg im Bereich Pränataldiagnostik: “Die Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe beabsichtigt, das Vorarlberger Modell österreichweit zu übernehmen. Dies wäre nach dem Mutter-Kind-Pass ein neuerliches wegweisendes Modell in der Gynäkologie, das aus Vorarlberg stammt.”


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