Demonstrant absichtlich von Dampfwalze überrollt

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Screenshot der Webseite infowars.com, die die Fotos abgebildet hatte. Screenshot der Webseite infowars.com, die die Fotos abgebildet hatte. - © infowars.com
Horrorfotos von einem Mann, der von einer Dampfwalze überrollt worden ist, sorgen derzeit für Aufregung in China.

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Wie US-Medien unter Berufung auf chinesische Internetseiten berichten, versuchte der Mann den Abriss seines Dorfes in der Provinz Hunan zu verhindern, indem er sich vor das Baugerät legte. Daraufhin sei er absichtlich von der Dampfwalze überrollt worden, bestätigte ein Dorfbewohner dem ORF-Radio. Er habe mit der Tochter des Getöteten gesprochen.

Angehörigen Schweigegeld angeboten

"Damit die Straße fertig wird, müssen einfach ein paar Menschen sterben", berichtete der Dorfbewohner. Ein Gemeindefunktionär habe dem Fahrer der Dampfwalze dann den Auftrag gegeben, den Mann niederzuwalzen. Zuvor hatte bereits die US-Zeitung "New York Daily News" im Internet über den Vorfall berichtet. Die chinesische Armee soll 200 Soldaten in das Dorf geschickt haben, während den Angehörigen des Getöteten Schweigegeld angeboten worden sei, berichtete die Zeitung unter Berufung auf die Website inforwars.com.

Horrorfotos verbreiteten sich rasend schnell

Trotzdem verbreiteten sich die Horrorfotos des Mannes, dessen Name mit Hu Zhi Hua angegeben wird, rasend schnell über soziale Netzwerke in China. Einige Nutzer zogen sogar Parallelen zum Massaker am Pekinger Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989. In China ist es heute noch Tabu, über die gewaltsame Niederschlagung der Studentenproteste durch Panzer zu sprechen. In Staatsmedien wird nicht über den Vorfall in Hunan berichtet, westliche Korrespondenten werden von den Behörden mit der Aussage beschwichtigt, es habe sich um einen Unfall gehandelt.

Die Pekinger Behörden haben die lebhafte Diskussion in sozialen Internet-Netzwerken bisher toleriert, um Missstände und Behördenwillkür in den Provinzen des Riesenreiches aufzudecken und korrupte "Lokalkaiser" in die Schranken zu weisen. Der Fall Hunan zeigt nach Ansicht von Beobachtern, dass die Chinesen auch auf dem Land immer weniger bereit sind, von oben verordnete und mit dem Gemeinwohl begründete Bauprojekte, die oft die Umsiedlung tausender Menschen erfordern, widerspruchslos hinzunehmen. Das kleine Dorf sollte einem Geschäftsgebiet weichen.

(APA; Red.)

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