Das gibt’s nur in Wien: Geheimtipps für Touristen und Einheimische

Von Sarah van den Berg
Dietmar Grieser verrät in seinem neuen Buch zahlreiche Geheimtipps in Wien.
Dietmar Grieser verrät in seinem neuen Buch zahlreiche Geheimtipps in Wien. - © PID/ Schaub-Walzer
Eine Insektenpulverfabrik in Döbling, ein Ein-Mann-Theater in der Inneren Stadt und ein Friedhof mit Grabsteinen der unglücklich Liebenden. Deutlich abseits jeglicher touristischen Pfade ist Dietmar Grieser in Wien unterwegs. Er kennt die Stadt wie kaum ein anderer und teilt sein Wissen höchst unterhaltsam in seiner „autobiographischen Spurensuche“.

In „Das gibt’s nur in Wien“ widmet sich Dietmar Grieser lokalen Besonderheiten, die in keinem Reiseführer aufscheinen und die auch vielen Einheimischen gar nicht so geläufig sind. Das Buch hilft dabei, die Stadt näher kennenzulernen und nebenbei auch einen ihrer sympathischsten Bewohner. Nicht nur durch alle Bezirke führt der literarische Spaziergang, sondern auch in die Vergangenheit. Wussten Sie, in welcher Kirche Franz Schubert früher an der Orgel saß oder dass Karl May mal einen Vortrag in den Sophiensälen gehalten hat?

Wien aus der Sicht eines Zugereisten

Grieser ist kein Wiener, lebt aber bereits seit 55 Jahren in Wien und hat sehr viel Zeit damit verbracht, seine Wahlheimat kennenzulernen. Anlässlich seines 70. Geburtstags wurde ihm übrigens ein Ehrentitel zugesprochen, der vorher noch nie verleihen wurde und so darf er sich „Kulturbürger des Bezirks Landstraße“ nennen. Er kennt nicht nur die „Perlen der Baukunst“ (Otto Wagners Jugendstilkirche auf der Baumgartner Höhe und Fritz Wotrubas Kirche auf dem Maurer Berg), sondern weiß auch, wann und wo man die seltenen Waldohreule in Wien zu sehen bekommt. Diese macht auf der Durchreise jedes Jahr auf einem Friedhof in Floridsdorf Halt. Gleichzeitig setzt sich der Autor aber auch mit aktuellen Problemen wie dem Wiener Kino-Sterben oder dem Protest gegen die Umbenennung einer Straßenbahnlinie auseinander. Er empfiehlt übrigens einen Besuch im Penziger Gloriette-Kinocafé.

Die morbide Seite der Stadt

Auch die morbide Seite Wiens – für Touristen immer wieder faszinierend – kommt in Griesers Ausführungen und Anekdoten nicht zu kurz: Neben dem Friedhof mit den Grabsteinen unglücklich Liebender berichtet er auch über einen Selbstmord im Riesenrad des Praters und darüber, wie sich die Kinder mit Leichenbergungen aus dem Donaukanal ihr Taschengeld aufbesserten.

Geheime Ecken und Spuren in Wien

Geheimtipps und geheime Ecken gibt es in Wien viele. Es gibt sogar eine Straße, die so geheim ist, dass sie in keinem Stadtplan mehr eingezeichnet ist: Das Papiermacherplatzl im 6. Bezirk. Das verrostete Straßenschild hängt jedoch noch und zeugt von der Geschichte des Grätzels, das vor langer Zeit von eben jener Zunft der Papiermacher bevölkert war. Die Graffitistraße in Meidling hingegen trage ihren Namen noch zu unrecht. Normalerweise rühmt sich eine Stadt ja gerne mit den Namen großer Architekten, aber in Wien wurde dies in einem Fall nicht gewünscht: Zaha Hadid ist eine weltbekannte Architektin, die aber nicht möchte, dass an ihrer Wiener Schöpfung mit einer Gedenktafel auf sie hingewiesen wird. Auch die Überbleibsel und Spuren des Krieges sind nicht immer mit Hinweistafeln versehen. Als Beispiele nennt Grieser hier den Flakbunker im Ahrenbergpark oder den Reservetank eines abgestürzten amerikanischen Jagdbombers, der mitten im Böhmischen Prater liegt.

Buchtipp: Das gibt’s nur in Wien – Eine autobiographische Spurensuche von Dietmar grieser erschienen bei Almathea
(SVA)

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