Confed Cup als “WM-Test” – Ronaldo einer von wenigen Stars

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Ronaldo ist das Aushängeschild der "Probe-WM"
Ronaldo ist das Aushängeschild der "Probe-WM" - © APA (AFP)
Rekordsieger Brasilien so wie Argentinien oder Spanien nicht dabei, Weltmeister Deutschland nur mit einer B-Elf: Vor dem am Samstag startenden Confed Cup in Russland rätseln viele über den sportlichen Wert des Vorbereitungsturniers für die Fußball-WM 2018. Immerhin ist Cristiano Ronaldo zu sehen, der Real-Superstar hofft nach einer erfolgreichen Saison auf den Titel mit Europameister Portugal.

Die Portugiesen sind in einer Gruppe mit dem Gastgeber, Mexiko und Neuseeland. In der Gruppe B versuchen Chile, Kamerun und Australien den Deutschen Paroli zu bieten. Die gelten aufgrund ihres nominierten “Perspektivkaders” bei dem am Samstag startenden und am 2. Juli mit dem Finale in St. Petersburg endenden Event nicht als Favoriten. “Einige Spieler werden bewusst geschont, da das Ziel 2018 über allem steht. Es ist ein Turnier zum Testen – für den Gastgeber genauso wie für uns”, sieht DFB-Teamchef Joachim Löw die zehnte Auflage des Konföderationen-Turniers vor allem als Experimentierfeld.

Gegen die harte internationale Kritik musste sich der Ex-Trainer der Wiener Austria und des FC Tirol schon oft wehren. “Ich kann natürlich eine gewisse Enttäuschung bei manchen verstehen. Doch die Fans wollen gerade bei uns diese Topspieler noch ein paar Jahre auf gutem Niveau sehen. Und sie wollen nicht sehen, dass sie verletzt sind”, unterstrich Löw. Mit Shkodran Mustafi, Julian Draxler und Matthias Ginter stehen nur drei Weltmeister im Aufgebot.

Akteure aus der zweiten Reihe wie Amin Younes oder Julian Brandt sollen den arrivierten Kräften im Hinblick auf die WM Druck machen. An Motivation mangelt es den DFB-Akteuren also nicht. “Man spürt den Ehrgeiz von diesen jungen Spielern, alles bestmöglich zu machen. Ich fahre mit einem sehr guten Gefühl zum Turnier, es ist aber schwierig zu sagen, was herauskommt”, sagte Löw.

In der Vorbereitung auf das Turnier gab es nach einem Test-1:1 in Dänemark einen 7:0-Kantersieg in der WM-Qualifikation gegen San Marino. “Jetzt treffen wir auf Mannschaften die top sind auf ihren Kontinenten. Portugal, Chile – das ist natürlich ein ganz anderes Kaliber”, weiß Löw. Ein Duell mit Portugal ist erst im Halbfinale möglich.

Die Portugiesen peilen nach dem EM-Titel einen weiteren Triumph an. “Es ist ein sehr schwieriger Bewerb. Wir sind aber ein Titelkandidat und wollen den Pokal gewinnen”, gab Teamchef Fernando Santos die Marschroute vor. Das wäre voll nach dem Geschmack von Ronaldo, auf den auch aufgrund seines angeblichen Steuerbetrugs, alle Augen gerichtet sind.

Auch die Südamerika vertretenden Chilenen “treten an, um zu gewinnen”. Das betonte Teamchef Juan Antonio Pizzi. Sein Team gewann zuletzt zweimal die Copa America, jeweils im Finale gegen Argentinien. Die Generation um Stürmerstar Alexis Sanchez und Bayerns Mittelfeldmann Arturo Vidal ist wohl Chiles beste aller Zeiten. “Ich habe das Glück, auf eine Gruppe von Spielern zählen zu können, die bereits seit einiger Zeit zusammenarbeitet. Sie wissen, was sie zu tun haben”, erläuterte Pizzi.

Mexiko hat die größte Confed-Cup-Erfahrung, schließt mit der siebenten Teilnahme zu Rekordhalter Brasilien auf. “Das Selbstvertrauen der Mannschaft ist groß. Warum sollten wir also nicht daran denken, es zu gewinnen?” sagte Kapitän Andres Guardado. Das gelang bereits einmal, 1999 vor eigenem Publikum. Der 38-jährige Rafael Marquez nimmt zum vierten Mal am Turnier teil, Hoffnungsträger in der Offensive ist Leverkusens Javier Hernandez.

Gastgeber Russland setzt mit Stanislaw Tschertschessow auf einen Trainer mit Österreich-Vergangenheit. Lange Jahre hatte der 53-Jährige als Tormann und Coach in Tirol verbracht. Nun hat er die schwierige Aufgabe die “Sbornaja”, die bei der jüngsten WM und EM in der Gruppenphase scheiterte, neu aufzubauen. “Wir sind der absolute Außenseiter”, erklärte der Russe, der auf die verletzten Stützen Alan Dsagojew, Roman Sobnin und Artjom Dsjuba verzichten muss.

Dank der Teilnahme des nachnominierten Sturm-Graz-Legionärs James Jeggo (Australien) sowie von Altach-Stürmer Nicolas Moumi Ngamaleu (Kamerun) gibt es weiteren Österreich-Bezug. Beide Teams sind in der Außenseiterrolle. Australien-Teamchef Ange Postecoglou steht nach einer noch schmeichelhaften 0:4-Heimschlappe gegen Brasilien schon vor Turnierstart unter Druck. Bekanntester Spieler ist nach wie vor der 37-jährige Rekordschütze Tim Cahill.

Große Namen fehlen auch bei Kamerun. Die Zeit von Samuel Eto’o ist lange vorbei, die junge Mannschaft wird von Besiktas-Stürmer Vincent Aboubakar und Lyon-Verteidiger Nicolas N’Koulou angeführt. “Ich trainiere seit 29 Jahren und hatte noch nie so eine Gruppe an Spielern”, lobte Teamchef Hugo Broos den Teamgeist seiner Truppe.

Größter Außenseiter ist das vom erst 36-jährigen Anthony Hudson gecoachte Neuseeland, das bei drei Anläufen noch nie ein Spiel gewinnen konnte. Dadurch dass prominente Länder fehlen, ist Deutschland der einzige Teilnehmer, der Weltmeister war. Gespielt wird neben St. Petersburg auch in Moskau, Sotschi und Kasan.

(APA)

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