13. Mai 2012 09:13; Akt.: 13.05.2012 09:13

“Coming-Out unterstützen”

“Coming-Out unterstützen” © Shutterstock
von Joachim Mangard -
Bregenz – Toleranz für Homo- und Bisex­­ualität unter Jugendlichen steht beim Projekt out@school im Mittelpunkt.

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Das Thema Homosexualität ist leider immer noch ein Tabuthema in Vorarl­­berg. Studien belegen, dass 5 bis 10 Prozent der Bevölkerung homo- oder bisexuell sind. Politik und Kirche re­­agieren mit Ablehnung und Distanz auf die sensible Thematik. „Das Land Vorarlberg hatte im Dezember 2009 ihr Votum gegen den Gesetzesentwurf des Partnerschaftsgesetzes gegeben und damit eine klar ablehnende und diskriminierende Haltung gegenüber der rechtlichen Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen gezeigt“, informiert Projektkoordinatorin Corinne Scherrer. „Auch die katholische Kirche weicht von ihrer diskriminierenden Haltung nicht ab. Allerdings haben homophobe Aussagen des Feldkircher Bischofs Fischer in der Bevölkerung für große Irritation und auch Empörung gesorgt. Er verglich damals Homosexuelle mit ‚anderen psychischen Erkrankungen wie z. B. Alkoholismus, die geheilt werden könnten“, erinnert Scherrer. Das von Land und Kirche propagierte Familienbild (Mama, Papa, Kind) werde oft als das einzig gültige propagiert. „Gerade darum braucht es Menschen, die offen zu ihren alternativen Lebensweisen stehen, die darüber berichten und die Gesellschaft bunter und freier machen“, führt die diplomierte Sozialarbeiterin fort.

Engagement an Schulen

Deshalb hat sich der Bregenzer Verein Go West und die Aktion Kritischer Schüler_Innen zum Ziel gesetzt, gleichgeschlechtliche Liebe zu enttabuisieren. Beim mit der „SozialMarie“ ausgezeichneten Projekt out@school besuchten aus diesem Grund selbstbewusste homo- oder bisexuelle Jugendliche sowie zwei erwachsene ProjektleiterInnen Vorarlberger Schulen. „Ende 2009 kamen Jugendliche der AKS mit der Idee zu Go West, eine Arbeitsgruppe zum Thema „Schule und Homosexualität“ zu bilden. Sie berichteten davon, dass in vielen Gymnasien dieses Thema kaum oder gar nicht behandelt würde. Für alle Involvierten war klar, dass eine Zusammenarbeit von Jugendlichen und Er­­wachsenen am sinnvollsten wäre“, erzählt die 34-Jährige.

„Positives Feedback“

In den Workshops sollen Vorurteile abgebaut und den gleichgeschlechtlich liebenden Menschen ein Gesicht gegeben werden. Unterschiedliche Lebensweisen sollen vermittelt, kennengelernt und letzen Endes akzeptiert werden. „Das Feedback war durchwegs positiv, insbesondere wurde die Offenheit der Workshop-Leitenden geschätzt. out@school wird weiterebestehen, da wir und auch involvierte Lehrpersonen bzw. Sexualpädagog­­Innen einen großen Bedarf für die Behandlung dieses Themas sehen.“



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