Cassini: Ende auch für ein Stück österr. Weltraumgeschichte

Mit dem kontrollierten Absturz der Raumsonde “Cassini” am Saturn am Freitag (15.9.) geht auch ein Stück österreichische Weltraumgeschichte zu Ende. Heimische Wissenschafter waren mit vier Projekten im Wert von damals 70 Millionen Schilling an der Mission beteiligt. Hardware made in Austria befindet sich allerdings keine auf “Cassini”.

Der Fokus der österreichischen Beteiligung lag auf “Cassinis” Tochtersonde “Huygens”, die 2005 am Saturnmond Titan landete. Wissenschafter des Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz waren an Entwicklung bzw. Datenauswertung von drei Messgeräten beteiligt. So hat etwa ein am IWF gebautes Mikrofon die Windgeräusche während des Abstiegs aufgenommen.

Für “Cassini” hat das IWF die Antennen des Radiowelleninstruments kalibriert. “Dieses Gerät hat auch Gewitterblitze in der Saturnatmosphäre gemessen”, erklärte Georg Fischer vom IWF, der die Daten ausgewertet hat, in einer Aussendung.

Anlässlich des Endes der spektakulären Mission zeigt das Naturhistorische Museum (NHM) Wien in seinem Planetarium am 20. September die Show “Cassini Grand Finale”. Besucher werden auf den langen Weg der Sonde durch das Sonnensystem mitgenommen, vorbei an Venus und Jupiter bis zu den Ringen des Saturn. In Kooperation mit der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA) kann man – wenn es das Wetter erlaubt – im Anschluss an die Show mit Teleskopen den Saturn vor dem Museum beobachten.

“Cassini” sei “spektakulär erfolgreich” gewesen, betonte auch NHM-Direktor Christian Köberl gegenüber der APA. Viele Entdeckungen seien unglaublich. “Wer hätte vorher gedacht, dass es auf dem Saturn-Mond Titan Seen aus flüssigen Kohlenwasserstoffen gibt oder dass der kleine Saturn-Mond Enceladus Bruchzonen mit Geysiren hat, aus denen Wasser herausspritzt”, so Köberl.

(APA)

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