Bunte Vielfalt an Vogelnestern: So kunstvoll und skurril wird gebaut

Der Zwergtaucher baut sich eine schwimmende Insel, Beutelmeisen liegen lieber in einer "Hängematte".
Der Zwergtaucher baut sich eine schwimmende Insel, Beutelmeisen liegen lieber in einer "Hängematte". - © Michael Dvorak/Wolfgang Bittermann
Osterzeit ist Nestbauzeit, nicht nur für den Osterhasen. Auch die Vögel sind emsig mit dem Nestbau beschäftigt. Doch Nest ist nicht gleich Nest: Die heimische Vogelwelt hat eine enorme Vielfalt an Nestformen entwickelt.

Wussten Sie, dass es in der Vogelwelt eine Vielzahl an Nestbauarten gibt? Darunter finden sich sowohl kunstvolle, als auch skurrile Bauwerke.

BirdLife Österreich informiert in einer Aussendung über die bunte Vielfalt an Vogelnestern und merkt dazu an, dass Vögel, die gerade ihr Nest errichten, besonders sensibel gegen Störungen sind. Bei Beunruhigung wird so mancher Nestbau und so manche Brut aufgegeben, und die ganze Mühe war umsonst. Deshalb gilt bei nestbauenden Vögeln: Bitte um Ruhe!

Nestbau beim Federvieh: So bauen Specht, Schwalbe & Co.

Das kunstvollste Nest

Der kunstvollste Baumeister unter den heimischen Vögeln ist sicherlich die Beutelmeise. Sie baut aus Pflanzenfasern und Samenwolle von Weiden und Pappeln geschlossene, beutelförmige Nester mit seitlichem, röhrenförmigen Eingang. Die Nester hängen frei an dünnen Ästen in den Baumkronen – wie eine geschlossene Hängematte für Eier und Jungvögel, die im Wind schaukelt.

Zwei bis drei Wochen lang bauen die kleinen Beutelmeisen an ihrem aufwändigen Nest. Das tun sie übrigens gerne in der Nähe bestehender Nester aus den Vorjahren. So haben es findige Vogelkundler geschafft, Beutelmeisen zum Nestbau anzuregen, indem sie alte Socken an Zweige hängen.

Schwimmende Insel

Seine eigene schwimmende Insel baut sich der Zwergtaucher, ein verbreiteter heimischer Wasservogel, im Volksmund auch „Duckanterl“ genannt. Das Schwimmnest besteht aus nassen Wasserpflanzen und/oder Schilf. Die Pflanzen werden zu einem eher schlampig aussehenden, bis 40 Zentimeter hohen Haufen aufgetürmt und bilden dann eine schwimmende Insel, von der aber nur ungefähr zehn Zentimeter aus dem Wasser ragen.

Schwalbennester

Bekannt sind auch die kunstvollen Lehmnester der Mehlschwalbe. Sie holt Nistmaterial aus Lehm-Lacken und klebt aus gut 1.000 kleinen Lehmklümpchen die bekannten, geschlossenen Viertelkugeln unter Dachvorsprüngen an Hauswände. Nur ein kleines Flugloch bleibt offen.

Mooskugel hinter dem Wasserfall

Eine kunstvolle Mooskugel mit seitlichem Eingang baut die an sauberen Bächen und Flüssen lebende Wasseramsel. Dadurch sind die Eier und Jungvögel trotz der nassen Umgebung gut gegen Wasser geschützt. Die Wasseramsel wählt ihren Neststandort oft hinter einem Wasserfall, fliegt dabei aber nicht direkt durch den Wasservorhang, sondern seitlich vorbei zu ihrem Nest.

Zimmermann am Werk

Spechte meißeln sich ihre Bruthöhlen in Bäume. Diese sind wie beim Buntspecht sogar bis zu 50 Zentimeter tief. Dazu benötigt er ganze zwei Wochen. Der Innenausbau bleibt dagegen spartanisch: Die Specht-Eier liegen auf einer Schicht aus losen Holzspänen. Übrigens bauen nicht nur Spechte, sondern auch manche Meisen ihre Baumhöhlen selbst, wie die Weidenmeise, die ihre Nester meist in morsche Laubholzstämme hackt.

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