Brutale Tierquälerei: Taube wurde mit Plastiksack gefesselt

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Die gequälte Taube wird nun im Wiener Tierschutzverein gepflegt.
Die gequälte Taube wird nun im Wiener Tierschutzverein gepflegt. - © WTV
Am Donnerstagabend wurde eine Taube, der beide Ständer (Füße) mit einem Plastiksack zusammengebunden wurden, in den Wiener Tierschutzverein gebracht.

Bei der tierärztlichen Untersuchung stellte sich heraus, dass das Tier mit dem Plastikbeutel regelrecht gefesselt wurde. Die Enden waren derart fest verknotet, sodass ein nicht-menschliches Verschulden praktisch ausgeschlossen werden kann. Zudem hat die Taube multiple oberflächliche Verletzungen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihrem Befreiungskampf stammen. “Wir benötigen dringend einen gesellschaftlichen Grundkonsens, dass ein bewusstes Quälen von Lebewesen nicht zu dulden ist. Gerade auch jene Tiere, denen man einen schlechten Ruf angedichtet hat, brauchen den besonderen Schutz der Gesellschaft und der Gesetzte. Der Wiener Tierschutzverein hilft selbstverständlich immer soweit es möglich ist und versucht, Tiere von Qualen zu befreien und zu heilen”, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

Taube mit Plastiksack gefesselt

Die WTV-Tierärztin befreite die Taube umgehend von ihren Plastikfesseln und versorgte die Wunden. Anschließend wurden dem Tier noch Antibiotika und Schmerzmittel verabreicht. Die Chancen, dass das Tier wieder genesen wird, stehen gut. Es wird allerdings noch einige Zeit dauern, bis die Taube wieder selbstständig gehen und fressen kann. Denn ihre Ständer sind durch die Fesseln derart geschwollen, dass eine Fortbewegung nur unter großen Schmerzen möglich ist. Daher wird die Taube nun im Kleintierhaus des WTV umsorgt und von den Pflegerinnen mit der Hand gefüttert. Dies ist auch dringend nötig: Denn bedingt durch ihre hilflose Lage und die fehlende Möglichkeit der Nahrungsaufnahme zeigt das Tier auch leichte Abmagerungserscheinungen.

Leider sind derartige Taten keine Einzelfälle: “Es vergeht kaum ein Tag, wo uns nicht gemeldet wird, dass Tauben Gummibänder auf den Ständern oder abgeschürfte und teilweise abgefallene Gliedmaßen haben. Positiv ist, dass die Anteilnahme der Bevölkerung zunimmt. Gerade die Stadttauben werden aber leider vielfach sehr schlecht behandelt”, so Petrovic.

Appell vom Wiener Tierschutzverein

Daher appelliert der Wiener Tierschutzverein einmal mehr an die öffentliche Hand, alle Kampagnen, die Tauben als Schädlinge denunzieren und indirekt dazu führen, dass sich Menschen mit einer problematischen Grundhaltung zu Tieren ermächtigt fühlen, diese Tiere in besonders grausamer Art und Weise zu verstümmeln und zu quälen, zu überdenken. “Was angesagt wäre, sind Kampagnen, die das richtige Füttern von Tieren in der Stadt forcieren. Stichwort: Für Tauben keine Lebensmittelreste oder Abfälle, sondern richtiges Vogelfutter. Doch mittelfristig kann nur ein von Informationsarbeit begleitetes Taubenschlagkonzept zum Erfolg führen. Wenn es Taubenschläge mit artgerechter Fütterung und Bestandskontrolle gäbe, dann könnte auch das private Füttern auf diese Taubenschläge rechtlich beschränkt werden”, so Petrovic abschließend.

(APA/Red)

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