Brückenschlag und Hochwasserübung

Von Peter Strauß
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Diesmal ist die Neubaumaßnahme weit umfangreicher, erläutern Projektleiter Gelmann, Jürgen Stütler und Markus Leitner beim Lokalaugenschein. Diesmal ist die Neubaumaßnahme weit umfangreicher, erläutern Projektleiter Gelmann, Jürgen Stütler und Markus Leitner beim Lokalaugenschein. - © Peter Strauß
An der neuen Bahnbrücke von Lustenau nach St. Margrethen wird es spannend.

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Höchst, Lustenau.  Relativ große Schneemengen im Einzugsgebiet des Rheins bergen die Gefahr in sich, dass die Schneeschmelze Probleme für die Brückenbaustelle bringt. Die Verantwortlichen treffen Vorsichtsmaßnahmen – Ende März findet eine große Hochwasserschutzübung an der Brücke statt, die VN-Heimat warbei den Vorgesprächen dazu dabei.

Alles schon dagewesen

Zur Erinnerung: die Bahnbrücke zählt zu den neuralgischen Punkten bei einem Rheinhochwasser. Eine Verklausung an dieser Brücke mit nachfolgendem Dammbruch hätte für Teile von Lustenau sowie Hard oder auf der anderen Seite für Teile von St. Margrethen, vor allem aber für Höchst und Fußach, katastrophale Folgen. An dieser Katastrophe sind die Rheinanrainer schon wiederholt knapp vorbeigeschrammt. 1954 kämpften die Einsatzkräfte stundenlang gegen einen solchen Dammbruch.

Reaktion auf Bedrohung

Als Reaktion auf diese Bedrohung wurde damals die Brücke um einen Meter angehoben. Gleichzeitig wurde die Abflusskapazität erweitert, indem beidseitig des Rheins die Brückenköpfe aufgelöst und die Brücke verlängert wurde. Gerade als daran gearbeitet wurde, brachten – Ende der 50er-Jahre – außergewöhnlich große Wassermassen der Schneeschmelze die Baustelle in Gefahr. Auch diesmal drohte ein Dammbruch und konnte nur mit einem massiven Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften verhindert werden.Hochwasserereignisse am Rhein und an der Bregenzerach oder Ill haben in jüngster Zeit dazu geführt, dass Experten neue Maßstäbe hinsichtlich Sicherheit angelegt haben. An Rhein und Ach wird intensiv gearbeitet – und es wird eines Kraftakts bedürfen, mit großem finanziellem Aufwand alle Maßnahmen umzusetzen. Im Rahmen eines Gesamtkonzepts wurde u.a. die Anhebung der Bahnbrücke beschlossen. Seit mehr als einem Jahr wird daran gearbeitet. Als Sofortmaßnahme wurde schon vorher ein Konzept entwickelt, bei einem Hochwasserereignis die bestehende Bahnbrücke anzuheben. Dass die Bahn gleichzeitig an einer Modernisierung der Strecke Zürich–München arbeitet und hier die Fahrtzeit um mehr als eine Stunde verringern will, war für die Hochwassersicherheit ein Glücksfall, denn so wurde die Anhebung der Brücke beschleunigt.

Spektakuläre Aktion

Brückenbau und gleichzeitige Hochwasserübung lassen eine spektakuläre Aktion am Rhein erwarten. Der zweite Träger, mehr als 100 Meter lang, wird eingebaut. Der erste war bereits vor rund zwei Wochen montiert worden. „Alles lief planmäßig, die Arbeiten liegen im Zeitplan“, so Projektkoordinator DI Thomas Gelbmann, der mit seiner Mannschaft aufs Tempo drückt, denn bis zur Schneeschmelze sollen beide Träger so weit fixiert sein, dass der Rhein nicht mehr zum gefährlichen Spielverderber werden kann. Während an der neuen Brücke gearbeitet wird, „spielen wir die Anhebung der alten Brücke durch. Natürlich nur theoretisch, denn die tatsächliche Hebung würde eine mehrstündige Unterbrechung der Bahnlinie mit sich bringen“, so Jürgen Stütler von der Firma Bautrans.

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