Bregenzer Festspiele: Symphonieorchester Vorarlberg spielt in Höchstform

Bregenzer Festspiele: Symphonieorchester Vorarlberg spielt in Höchstform
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Bregenz. Das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) hat sich in der Sonntagsmatinee im Festspielhaus mit einem anspruchsvollen und kontrastreichen Programm neuerlich als beachtenswerter Klangkörper in die Bregenzer Festspiele eingebracht.

Gerard Korsten, seit zehn Jahren Chefdirigent, und sein Ensemble präsentierten sich mit Werken von Peter Eötvös, Wagner und Brahms in Höchstform. Nicht nur für das Orchester herausfordernd war zu Beginn das halbstündige Stück “Chinese Opera” aus 1986 von Peter Eötvös (71). Die orchestralen Szenen haben kaum mit Peking-Oper zu tun, auch wenn Gong, Becken oder Glöckchen zum Einsatz kommen.

Wagner-Interpretation löst Jubel aus

Die Szenen sind bekannten Regisseuren (von Luc Bondy bis Patrice Chereau) gewidmet und ungeheuer kontrastreich sowie vom steten Rhythmuswechsel geprägt. Letztlich ist diese “Chinese Opera” ein Orchesterwerk zum “sehenden Hören”. Eötvös ist auch am 19. August prominent bei den Bregenzer Festspielen vertreten: Dann erlebt auf der Werkstattbühne – als zeitgenössisches Pendant zur “Turandot” auf der Seebühne – sein heuer in Frankfurt uraufgeführtes Musiktheater “Der Goldene Drache” die Österreichische Erstaufführung.

Nach dem mit Beifall aufgenommenen Eötvös-Stück sorgte die kanadische Sopranistin Measha Brueggergrosman mit den Wesendonck Liedern von Richard Wagner für Furore. In der Instrumentierung von Hans Werner Henze aus 1977 kam der auf “Tristan und Isolde” hinweisende Charakter der Lieder besonders gut zur Geltung. Das Publikum bedankte sich mit Jubel bei der Schubertiade-erfahrenen Sängerin und dem SOV.

Herzlicher Applaus nach zwei Stunden

Nach der Pause zelebrierte Korsten in Großbesetzung die Symphonie Nr. 4 e-Moll op. 98 von Johannes Brahms. Auf die Klangballungen von Eötvös und die poetische Melancholie der Wagner-Lieder wirkte das klassische-romantische Opus von Brahms fast wie Erholung für Ausführende wie Auditorium. Nach über zwei Stunden Matinee wurden Gerard Korsten und das Symphonieorchester Vorarlberg ausgiebig mit herzlichem Applaus bedankt.

Das Konzert wird am 21. August um 19.30 Uhr im ORF Hörfunk auf Ö1 gesendet. Das dritte und letzte Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker am 23. August leitet Chefdirigent Philippe Jordan mit Werken von Webern, Brahms und Schubert. (red/APA)

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