Akt.:

Bregenzer Festspiele: Glanert und Bruckner runden Konzerte ab

Die Konzertsaison der 67. Bregenzer Festspiele ging am Sonntag zu Ende. Die Konzertsaison der 67. Bregenzer Festspiele ging am Sonntag zu Ende. - © VOL.AT/Bernd Hofmeister
Bregenz – Mit Detlev Glanert-Glamour und Anton Bruckner-Wucht ist Sonntagmittag die Konzertsaison der 67. Bregenzer Festspiele prachtvoll zu Ende gegangen.

Korrektur melden

Nach den drei Orchesterkonzerten der Wiener Symphoniker sorgte das Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) unter Chefdirigent Gerard Korsten im Festspielhaus für einen fulminanten Schlussakzent. Das “Theatrum Bestiarum” von Glanert und noch mehr Bruckners Symphonie Nr. 4 Es-Dur wurden vom begeisterten Publikum mit großem Beifall und zahlreichen Bravorufen quittiert.Das 2005 in London uraufgeführte “Theatrum Bestiarum” weist den Henze-Schüler Detlev Glanert (52) als selbstständigen und effektsicheren Spätromantiker mit Mut zur Tonalität aus. Das Orchester ist – einschließlich Orgel, Harfe, Celesta und Schlagwerk – riesig besetzt und beginnt quasi mit einem Paukenschlag, gleich darauf geht es ins Pianissimo. Laut Glanert könnten diese “Lieder und Tänze für großes Orchester” als psychoanalytischer Blick in die bestialischen Veranlagungen, in die gefährlichen Wünsche und Träume des Menschen gesehen werden. Das Werk benötigt derartige programmatische Hilfen jedoch nicht, es wirkt im Wechsel von Expressivität und Beschaulichkeit aus sich selbst und konnte dem anschließenden Bruckner durchaus Paroli bieten.

Applaus für Detlev Glanert

Nach dem rund 20 Minuten dauernden Werk gab es Beifall für das Orchester und den Dirigenten und Bravorufe für den auf die Bühne geholten und mit der Interpretation durch das SOV sichtlich zufriedenen Komponisten Glanert, der heuer bei den Bregenzer Festspielen quasi als Composer in Residence fungiert. Er war am Bodensee u.a. mit der Auftrags-Oper “Solaris”, der Kammeroper “Nijinskys Tagebuch”, Orchesterwerken und Kammermusik erfolgreich präsent.

Mit der “Vierten” Bruckner hat der gebürtige Südafrikaner und Sandor Vegh-Schüler Gerad Korsten, der seit 2005 Chefdirigent des SOV ist, sein Orchester zu einer neuerlichen Spitzenleistung geführt. Zu Ostern 2011 hat Korsten mit der “Siebenten” zum ersten Mal am Pult des Symphonieorchesters Vorarlberg eine Bruckner-Symphonie dirigiert. Und nun folgte bei den Festspielen Bruckners noch bekanntere “Vierte”, die vom Komponisten selbst den Beinamen “Romantische” erhalten hat.

Die schon bei der Wiener Uraufführung 1881 bejubelte “Vierte” verfehlte auch in der sehr musikantischen Interpretation durch Korsten und das SOV ihre Wirkung nicht. Gestützt auf ein exzellentes Bläser-Ensemble, allen voran das nahezu durchgehend präsente Horn, und einen wunderbaren Streicher-Apparat zelebrierte Korsten das naturmystische Bruckner-Opus bis zum bejubelten Finale. Der ungewöhnlich herzliche und mit vielen Bravos durchsetzte Beifall galt dem Dirigenten, dem Solo-Hornisten und allen Mitwirkenden.

Die Aufzeichnung des Konzertes wird am 17. August ab 19.30 Uhr auf ORF Ö1 übertragen.

(APA)

Werbung


Kommentare 0

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 
Verkehr in Vorarlberg

Mehr auf vol.at
Romy-Akademiepreise vergeben
Zwei Tage vor der 25. Romy-Gala in der Wiener Hofburg wurden am Donnerstagabend die Romy-Akademiepreise vergeben. Dabei [...] mehr »
Kollektiv versteigert Banksy-Graffiti
Ein anonym auftretendes Londoner Kunstkollektiv versteigert Werke des Streetart-Künstlers Banksy im geschätzten [...] mehr »
Burgtheater-Aufsichtsrat genehmigte Bilanz 2012/13
Der Aufsichtsrat des Burgtheaters hat in seiner Sitzung am Donnerstag die Bilanz 2012/13 genehmigt und die [...] mehr »
Ursprünglich Typhus bei Glawogger diagnostiziert
Einen Tag nach Bekanntwerden des plötzlichen Malaria-Todes von Filmemacher Michael Glawogger gab eine Sprecherin in [...] mehr »
Drei Filme über Leben von Papst Franziskus geplant
Auch gut ein Jahr nach Beginn seines Pontifikats reißt das Interesse an Papst Franziskus nicht ab. Drei Filme sind [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als VOL.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren



Bitte Javascript aktivieren!