15. Februar 2012 11:45; Akt.: 15.02.2012 11:45

Herzerfrischender “Liebestrank” am Vorarlberger Landestheater

"Liebestrank" wurde vom Publikum gut angenommen. "Liebestrank" wurde vom Publikum gut angenommen. - © VOL.AT/Steurer
Die jährliche Opernproduktion von Landestheater Vorarlberg und Symphonieorchester Vorarlberg (SOV) ist eine seit über 20 Jahren andauernde Erfolgsgeschichte.
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Am gestrigen Dienstagabend passte im ausverkauften Bregenzer Kornmarkttheater die Premiere der komischen Oper “Der Liebestrank” (L’Elisir d’Amore) von Gaetano Donizetti nahtlos in diese Serie. Die rasante Regie von Intendant Alexander Kubelka hat einen herzerfrischenden “Liebestrank” auf die Bühne gezaubert, dem man die 180 Jahre seit der Mailänder Uraufführung (1832) überhaupt nicht anmerkte.

Begeisterter Beifall

 Das Premierenpublikum hat die Geschichte vom unbeholfenen Nemorino, der nach vielen Turbulenzen und Arien dank gestärktem Selbstbewusstsein durch einen angeblichen Liebestrank letztlich doch die angehimmelte Adina bekommt, herzlich und mit begeistertem Beifall aufgenommen. Zu dem gelungenen Abend ganz nach dem Gusto von Opernfans und Musikliebhabern tragen neben der leichthändigen Regie von Kubelka, dem scherenschnitthaften, hellen Bühnenbild mit märchenhaft anmutenden Tableaus (Paul Lerchbaumer), den kongenialen luftigen Kostümen (Andrea Hölzl) ganz besonders die aus dem In- und Ausland engagierten jungen Vokalsolisten, der stimmlich und schauspielerisch sehr präsente Bregenzer Festspielchor (Einstudierung Benjamin Lack) und nicht zuletzt das spielfreudige SOV bei.

Hervorragender Sopran

Die musikalische Leitung hat der junge Dirigent Domingo Hindoyan aus Venezuela, der im Jugendorchester “El Sistema” groß geworden ist. Unter seiner Leitung erblüht ganz besonders der Sopran der Französin Clemence Tilquin als kapriziöse Adina. Der Sizilianer Giulio Pelligra muss alle tenoralen Mittel aufbieten, um seine Angebetete zu erobern, zuletzt landen die verliebten Täubchen doch noch in ihrem Nest. Maßgeblich zu deren Glück trägt der schlitzohrige Quacksalber Dulcamara (Marco Nistico, Bass) bei, der Nemorino als Liebestrank einen Rotwein andreht, der aber schlussendlich seine Wirkung ebenso wenig verfehlt wie eine reiche Erbschaft. Gegen den Tenor ist der gockelhaft-prahlerische Sergeant Belcore (George Humphreys, Bariton) im Werben um Adina letztlich chancenlos. Stimmlich und darstellerisch bemerkenswert tut sich auch die Vorarlbergerin Sopranistin Susanne Großsteiner als Gianetta hervor.


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