Das Leben in den Regionen stärken

Von Gemeindereporter Harald Pfarrmaier
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Landtagspräsidentin Bernadette Mennel bei der Enquete des Bundesrates im Parlament. Landtagspräsidentin Bernadette Mennel bei der Enquete des Bundesrates im Parlament. - © Parlament
Bregenz/Wien. (hapf)  Unter dem Titel "Zukunft Land: Trends, Herausforderungen und Lösungen" wurde am 10. Oktober im Parlament in WIen eine hochrangig besetzte Enquete des Bundesrats abgehalten.

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Vorarlbergs Landtagspräsidentin Bernadette Mennel, derzeit Vorsitzende der Landtagspräsidentenkonferenz, hob dabei hervor, dass sich ländliche Regionen ihre Vitalität nur dann erhalten können, wenn es gelingt, junge Frauen zum Verbleib oder Zuzug zu motivieren.

„Diejenigen Gemeinden, die es schaffen, den Bedürfnissen der jungen Frauen hinsichtlich Kinderbetreuung, Schulangebot, Erwerbschancen sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu entsprechen, werden ihre demographischen Probleme noch am besten lösen“, gab sich Mennel überzeugt. Die Regionen könnten nur dann erfolgreich ihre Vitalität erhalten, wenn es ihnen gelinge, vor allem die jungen Frauen zu motivieren, in den ländlichen Regionen zu bleiben bzw. dort hinzuziehen. LTP Mennel sprach sich auch dagegen aus, ländliche und urbane Regionen gegeneinander auszuspielen. Sie appellierte vielmehr an die wechselseitige Solidarität und trat für ausgewogenen Lebensbedingungen in Stadt und Land ein.

Verstädterung ein globales Problem

Dies forderte auch Bundesratspräsident Georg Keuschnigg. Die Verstädterung sei ein globales Phänomen, das auch in Österreich "an harten Zahlen ablesbar" sei, sagte er: In den nächsten 25 Jahren wird in ca. einem Drittel der 107 politischen Bezirke die Bevölkerungszahl im erwerbsfähigen Alter um 10 % und mehr zurückgehen, während die großen Ballungsräume Wien, Linz und Graz entsprechend wachsen. Da sich der österreichische Bundesrat als die starke Stimme der Regionen verstehe, sei es ihm ein großes Anliegen gewesen, die heutige Enquete abzuhalten. Es müsste eine Antwort darauf gefunden werden, wie ausreichend qualifizierte Arbeitsplätze in den Regionen geschaffen und gesichert werden können. Weiters gehe es um die Schaffung von Angeboten der Daseinsvorsorge, und zwar von der Kinderbetreuung bis hin zur Pflege älterer Menschen. Schließlich müsse auch noch gewährleistet werden, dass der öffentliche Nahverkehr in den peripheren Regionen aufrechterhalten wird.

Bis 2030 schrumpfen ein Drittel der Regionen

Auf Expertenseite befasste sich Peter Biwald (KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung) der demografischen Entwicklung bis 2030, den Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen sowie die kommunale Infrastruktur und schließlich mit den damit verbundenen Herausforderungen und Strategien. Was die Bevölkerungsentwicklung angeht, so werden laut Biwald bis 2030 ein Drittel der Regionen schrumpfen.

Der Leiter des Market-Instituts, Werner Beutelmeyer, warnte davor, den ländlichen Raum weiterhin als "heile Welt" zu sehen. Beutelmeyer appellierte an die Politik, die Gemeinden nicht auszuhungern, weil die Politik gerade auf lokaler Ebene nachweisen könnte, in welcher Form sie sich für die Menschen einsetzt und wie sie die Anliegen der Bürger ernst nimmt. Gleichzeitig trügen aber auch die Konsumenten mit ihrem Verhalten und ihren Kaufentscheidungen die Verantwortung dafür, wie es mit dem ländlichen Raum weitergehe.

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