Christiane Leisner: „Als Tagesmutter bekomme ich extrem viel zurück“

Von Vorarlberger Tagesmütter gGmbH
Die neuen Ausbildungsmodule für Kinderbetreuung sind in Vorarlberg bereits gut angenommen. 15 Frauen haben das erste Spezialisierungsmodul „Tageseltern“ abgeschlossen. Eine von ihnen ist die Tagesmutter Maria Plank aus Bezau.
Die neuen Ausbildungsmodule für Kinderbetreuung sind in Vorarlberg bereits gut angenommen. 15 Frauen haben das erste Spezialisierungsmodul „Tageseltern“ abgeschlossen. Eine von ihnen ist die Tagesmutter Maria Plank aus Bezau. - © Vorarlberger Tagesmütter gGmbH/Markus Gmeiner. Abdruck honorarfrei in Verbindung mit der Vorarlberger Tagesmütter gGmbH. Die Angabe des Bildhinweises ist Voraussetzung.
15 Frauen schlossen erstmals Spezialisierungsmodul „Tageseltern“ ab – Fünf Tagesmütter absolvierten Spezialisierungsmodul „Kleinkindbetreuung“.

Feldkirch, 07. März 2017 – Seit Herbst 2014 gibt es die neue modulare Ausbildung für die Kinder- und Schülerbetreuung in Vorarlberg. Erstmals haben nun 15 Frauen das Spezialisierungsmodul „Tageseltern“ abgeschlossen. Weitere fünf Tagesmütter mit Kindernestern absolvierten das Spezialisierungsmodul „Kleinkindbetreuung“. Ihren Beruf sehen sie alle als etwas ganz Besonderes.

„Es ist wahnsinnig toll, zu sehen, wie sich neue Kinder langsam zuhause fühlen, Vertrauen fassen und sich in meine kleine Gruppe integrieren“, schildert Christiane Leisner begeistert. Der Begriff „Tagesmama“ fasst für die 41-Jährige alles, was sie an ihrem Beruf so schätzt, gelungen zusammen.

„Natürlich bin ich nicht die Mama, aber die Beziehung zu den Kindern ist innig. Die Mädchen und Buben kuscheln mit mir, wenn sie Nähe brauchen und sind in den Alltag integriert wie zuhause“, berichtet Leisner, die pro Woche insgesamt fünf Tageskinder im Alter von eineinhalb bis viereinhalb Jahren betreut. „Ich bekomme extrem viel zurück. Unmittelbar und ehrlich. Das ist nicht in jedem Beruf so“, weiß die Tagesmutter, die davor in einigen verschiedenen Berufen gearbeitet hat.

Nach dem Basismodul, das alle Kinder- und Schülerbetreuer in Vorarlberg gemeinsam durchlaufen müssen, hat die Mutter einer elfjährigen Tochter und einer eineinhalb Jahre alten Pflegetochter sofort das Spezialisierungsmodul „Tageseltern“ begonnen und ist nun eine der ersten 15 Absolventen.

Erfahrungsaustausch bei Gruppentreffen ist bereichernd
Ihren Ausbildnern stellt sie ein gutes Zeugnis aus. Neben der fundierten Wissensvermittlung und dem starken Praxisbezug schätzte die Dornbirnerin vor allem den Austausch untereinander in den verpflichtenden lehrgangsbegleitenden Gruppentreffen. „Das gemeinsame Reflektieren über das Gelernte und die Erfahrungen damit in der Praxis hat mich sehr viel weitergebracht und mir neue Ideen für den Alltag geliefert“, bringt es Leisner auf den Punkt. Zu ihrer großen Freude halte der Kontakt auch noch über die Ausbildung hinaus an.

„Total begeistert“ vom Spezialisierungsmodul „Kleinkindbetreuung“ ist Maria Plank, seit fast 20 Jahren Tagesmutter in Bezau. Die 52-Jährige hat in ihrem Zuhause, einem alten Bauernhaus mit Hühnern und einem großen Gemüsegarten, seit 2014 ein Kindernest. In einem Kindernest werden in der Regel vorwiegend Kleinkinder in Kleinstgruppen betreut. Die Gruppengröße ist dabei speziell auf diese Altersgruppe zugeschnitten, nur maximal fünf Kinder zwischen drei Monaten und vier Jahren sind zur selben Zeit anwesend.

Zahlreiche neue Impulse
„Dass die Themen so in der Tiefe behandelt wurden, hat mir sehr gefallen“, betont die erfahrene Tagesmutter. Psychologie, Bildungsrahmenplan des Bundes, Spielraumgestaltung, Spielprozesse, die Gestaltung einer gelungenen Kommunikation: Aus vielen Themen erhielt die Bregenzerwälderin neue Impulse.

Plank betreut derzeit zwei Buben und ein Mädchen im Alter von zehn, acht und viereinhalb Jahren, zwei weitere kommen in den nächsten Tagen dazu. Die drei Tageskinder sind im Schnitt bereits seit vier Jahren bei ihr. „Ich habe meist Langzeitkinder“, blickt die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen auf die vergangenen 17 Jahre zurück.

Die bodenständige Frau deckt auch Randzeiten für ihre Tageskinder ab, in der Früh startet sie bereits um 6.30 Uhr. In Ferienzeiten oder im Krankheitsfall der Mutter übernimmt sie auch Kurzzeitbetreuungen. Das Wohl der Kleinen liegt ihr dabei sehr am Herzen. Deshalb hat die erfahrene Tagesmutter auch immer wieder Kinder mit Förderbedarf, die sie tatkräftig unterstützt. Schützenhilfe erhält Plank dabei von ihrem Mann, der – selbst in Pension – das Kochen für die Truppe übernimmt. „Die Hausaufgaben nehmen schon einen ziemlichen Part ein“, räumt Plank ein. Da sei die Unterstützung ihres Mannes eine große Entlastung.

„Eigenständigkeit und zuhause Arbeiten sind ein Vorteil“
Die Eigenständigkeit schätzen beide Tagesmütter an ihrem Job. „Ich kann jederzeit selbständig und spontan entscheiden, was ich mit den Kindern machen will und das auch wieder revidieren, wenn es nicht passt“, fasst Leisner die Vorteile als Tagesmutter zusammen. „Keiner redet mir drein, wenn ich mit den Kindern im Winter Ski fahren gehe, im Sommer wandern oder sie mit mir im Garten werkeln“, freut sich Plank. Auch das Arbeiten zuhause sieht sie als Vorteil.

Mehr Einheiten und Peergruppentreffen
Die Spezialisierung „Tageseltern“ im Rahmen der modularen Ausbildung für Kinder- und Schülerbetreuer umfasst 140 Unterrichtseinheiten zu 50 Minuten und wird berufsbegleitend an der Verwaltungsakademie Schloss Hofen angeboten. Das Spezialisierungsmodul „Kleinkindbetreuung“ zählt 135 Einheiten. Voraussetzung für beide ist das Basismodul (135 Einheiten), das alle Kinder- und Schülerbetreuer gemeinsam durchlaufen. Tagesmütter, die das Aufbaumodul „Kleinkindbetreuung“ machen möchten, müssen zuvor die Spezialisierung „Tageseltern“ abgeschlossen haben und ein Kindernest betreiben.

„Die Spezialisierung für Tageseltern ist fundierter als die frühere Ausbildung“, betont Lehrgangsleiterin Gabi Ritsch von den Vorarlberger Tagesmüttern. Sämtliche Inhalte würden zudem sehr praxisbezogen angeboten. Denn den Tagesmüttern soll mit der Ausbildung nicht nur Wissen vermittelt werden, sie sollen in ihren Handlungsmöglichkeiten gestärkt werden und Tipps sowie neue Anregungen für den Alltag mit Kindern bekommen.

In verpflichtenden Peergruppentreffen wird das Gelernte zusätzlich in Kleingruppen reflektiert. „Hier findet der Praxistransfer statt. Man bespricht, wie man das Gehörte in die Arbeit miteinfließen lassen kann und wie sich das in der Praxis auswirkt“, fasst Ritsch zusammen.

 

Nähere Informationen: www.verein-tagesbetreuung.at

 

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