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Bregenzer Festspiele: Konzertante Romantik und Sphärenklang

Romantischer Wohlklang aus Frankreich und dazwischen zeitgenössische Sphärenmusik aus Griechenland prägten am Montagabend das dritte Orchesterkonzert der Bregenzer Festspiele. Am Pult der Wiener Symphoniker interpretierte der Hispano-Italiener Enrique Mazzola, der auch die Hausoper "Moses in Ägypten" von Rossini dirigiert hat, Werke von Ernest Guiraud, Minas Borboudakis und Hector Berlioz.

Für viele Konzertbesucher im Großen Festspielhaus war die “Chasse fantastique” (Phantastische Jagd, 1887) vermutlich die erste bewusste Begegnung mit Ernest Guiraud (1837-1892). Die Aufnahme des nuancenreichen, spätromantischen Werkes war wohl auch mit dem Bezug zur See-Oper “Carmen” begründet. Schließlich hat der exzellente französische Komponist Guiraud nach Bizets frühem Tod dessen “Carmen” zum Durchbruch verholfen – hat er doch die geplanten Carmen-Rezitative geschrieben.

Harmonische Klänge und schroffe Dissonanzen aus mythologisch-galaktischen Sphären prägten das Stück für Schlagzeug und Streicher “Cassiopeia” des aus Kreta stammenden Komponisten Minas Borboudakis (43). Sein griechischer Landsmann Dimitris Desyllas brillierte am Schlagzeug und führte das 2002 uraufgeführte Werk in Anwesenheit des Komponisten zum beifällig aufgenommenen Erfolg.

Störender Applaus

Mit den grandiosen Fieberträumen der “Symphonie fantastique” (1830) von Hector Berlioz lotete Mazzola nach der Pause das Potenzial des Orchesters dann voll aus. Die Symphoniker überzeugten in allen Bereichen und glänzten speziell im Blech- und Holzregister. Den großen musikalischen Bogen störte allerdings der Umstand, dass etliche übermotivierte Besucher die Symphonie nach jedem Satz durch Zwischenapplaus quasi zerstückelten.

Das vierte und letzte Festspiel-Orchesterkonzert bestreitet das Symphonieorchester Vorarlberg unter Chefdirigent Gerad Korsten am 20. August (11 Uhr) mit Werken von Mozart, Messiaen und Cesar Franck.

(APA)

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