Brandanschlag in Batschuns: Politische Motivation „nicht auszuschließen“

Von APA
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Die Spuren des Brandanschlags. - © PI Die Spuren des Brandanschlags. - © PI
Batschuns - Nach dem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Batschuns in der Nacht auf Sonntag laufen die Ermittlungen jetzt auf Hochtouren.

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Das Landesamt für Verfassungsschutz hat die Federführung übernommen, eine politische Motivation der Täter kann „nicht ausgeschlossen“ werden.

Laut aktuellem Ermittlungsstand fuhr Sonntagnacht zwischen 2.30 und 2.45 Uhr ein dunkler Pkw vor dem Flüchtlingsheim vor. Einer der mutmaßlichen Täter stieg aus und entzündete den Brandsatz, der in kürzester Zeit Rußspuren an der Außenwand des Hauses hinterließ. Anschließend sind die Unbekannten in Richtung Laterns weitergefahren, machten nach wenigen Metern aber wieder kehrt – vermutlich um sich zu vergewissern, ob der Brandsatz Wirkung zeigt.

Morscher: Gab es „überhaupt noch nie“

Einen solchen Anschlag gab es laut Stefan Morscher von der Polizeidirektion Vorarlberg „überhaupt noch nie“ im Ländle. Mittlerweile hat das Landesamt für Verfassungsschutz die Federführung bei den Ermittlungen übernommen. Eine politische Motivation der Täter könne nämlich „nicht ausgeschlossen“ werden. Dass die Täter der rechten Szene entstammen, sei bisher nicht zu bestätigen. Derzeit laufen die Ermittlungen „in alle Richtungen“, so Morscher.

Unangenehme Situation

Für die 23 Bewohner bedeute der Vorfall natürlich eine "unangenehme Situation", so Martin Fellacher, Leiter der Caritas-Flüchtlingshilfe. Die Kundgebung vonseiten der Dorfgemeinschaft des 1.200-Einwohner umfassenden Ortsteils sei jedoch ein "super Signal" für die Flüchtlinge gewesen. "Sie erleben, dass das Dorf hinter ihnen steht, und dass man sie hier haben will", erklärte Fellacher.

Politiker verurteilen Anschlag

Nach den Grünen verurteilten auch Sicherheits-Landesrat Erich Schwärzler (V), der Vorarlberger FPÖ-Obmann Dieter Egger und SPÖ-Vorsitzender Michael Ritsch den Anschlagversuch. Schwärzler forderte eine Bestrafung mit aller Konsequenz für die Täter. Der friedliche und menschliche Umgang miteinander dürfe nicht gefährdet werden. Egger verurteilte den "feigen und brutalen Anschlag auf das Schärfste". Wer Menschen auf eine derart hinterhältige Weise in Lebensgefahr bringe, sei "nicht nur dumm, sondern auch feige". An der österreichischen Asylpolitik könne man vieles kritisieren und verbessern, aber für Gewalt dürfe es keinen Platz geben. Auch Michael Ritsch (SPÖ) zeigt sich über die Tat schockiert: „Das war ein Anschlag auf das Leben von wehrlosen Männern, Frauen und Kindern. Diese Menschen sind vor Krieg und Verfolgung geflohen und haben bei uns nach Sicherheit gesucht. Es kann nicht sein, dass sie nun auch in Vorarlberg um ihr Leben bangen müssen. Es muss alles dafür getan werden, die feigen Täter auszuforschen und zur Rechenschaft zu ziehen.“

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