Akt.:

Börsen starten nach Einigungen in Brüssel klar fester

Die Auswahl der vier Kandidaten lässt erkennen, dass Rom auch vor einem Ruck in Richtung Tradition nicht zurückscheut. Die Auswahl der vier Kandidaten lässt erkennen, dass Rom auch vor einem Ruck in Richtung Tradition nicht zurückscheut. - © AP
Die Leitbörsen in Europa, als auch die Aktienmärkte in Fernost haben am Freitag nach den Einigungen am EU-Gipfel zur kurzfristigen Hilfe für Spanien und Italien und die Verständigung auf eine europäische Bankenaufsicht mit kräftigen Aufschlägen eröffnet.

 (7 Kommentare)

Korrektur melden

Nach stundenlangen Verhandlungen haben die Regierungen der Eurozone Freitagfrüh den Weg für ein umfassendes Paket zur Stabilisierung der Währungsgemeinschaft frei gemacht. Die 17 Staats- und Regierungschefs vereinbarten eine zentrale Bankenaufsicht für die Eurozone sowie eine Reihe von Maßnahmen, um den Zinsdruck von Ländern wie Italien und Spanien zu nehmen. Bei Anlegern kamen die Pläne offenbar gut an. Die Börsen in Asien und Europa sowie der Euro legten deutlich zu.

Kräftige Aufschläge an Europas Leitbörsen

Gegen 9.15 Uhr notierte der DAX in Frankfurt mit 6.307,26 Punkten, das entspricht einem kräftigen Aufschlag von 157,35 Einheiten oder 2,56 Prozent.

In Paris befestigte sich der CAC-40 um 77,81 Einheiten oder 2,55 Prozent auf 3129,49 Zähler. Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 zog deutlich um 62,63 Einheiten oder 2,90 Prozent auf 2.220,25 Punkte nach oben. Klar im Plus zeigte sich auch der Wiener Aktienmarkt. Das heimische Börsenbarometer ATX legte in den ersten Handelsminuten um 1,79 Prozent auf 1.918,78 Zähler zu.

Vor allem Bankenwerte konnten von den Beschlüssen profitieren. Der Branchenindex des breiter gefassten Euro-Stoxx-600 legte um 5,24 Prozent zu. Das entspricht der stärksten Zunahme unter den Sektorindizes, die im Eröffnungshandel nahezu einheitlich im Plus lagen.

Einigung bringt auch Asien-Börsen in Schwung

Der Durchbruch beim Brüsseler Gipfel hat an den Aktienmärkten in Fernost für Erleichterung gesorgt. In Tokio drehte der Nikkei-Index am Freitag nach anfänglichen Verlusten ins Plus und schloss erstmals seit sieben Wochen über der psychologisch wichtigen Markte von 9.000 Punkten. "Das ist offensichtlich eine spontane Reaktion", sagte ein Händler. "Die große Frage ist nur, ob die Einigung tatsächlich etwas ändert." Nach stundenlangen Verhandlungen hatten die Regierungen der Eurozone den Weg für ein umfassendes Paket zur Stabilisierung der Währungsgemeinschaft freigemacht. Auch der Euro legte nach der Einigung zu.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,5 Prozent im Plus bei 9.006 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann ebenfalls 1,5 Prozent und verabschiedete sich bei 770 Punkten aus dem Handel. Auch an den Börsen in Shanghai, Singapur, Taiwan und Korea stiegen die Kurse. Mit einem Plus von mehr als zwei Prozent zeigte das zentrale Kursbarometer in Hongkong besonders deutlich nach oben.Die 17 Staats- und Regierungschefs vereinbarten eine zentrale Bankenaufsicht für die Eurozone sowie eine Reihe von Maßnahmen, um den Zinsdruck von Ländern wie Italien und Spanien zu nehmen. Zudem soll dem Rettungsfonds EFSF letztlich erlaubt werden, angeschlagene Banken direkt mit Kapital zu versorgen.

Davon profitierten in Fernost die Aktien von Finanzinstituten. So verteuerten sich die Anteilsscheine von Nomura Holdings um 3,9 Prozent, die von Mitsubishi UFJ um 1,6 Prozent und die von Mitsui Financial um gut 0,9 Prozent. Auch von der Wirtschaftslage stark abhängige Exporttitel waren gefragt: Der Autohersteller Toyota wurde 2,6 Prozent höher gehandelt, der Kameraproduzent Canon legte 1,8 Prozent zu.

Börsianer guter Dinge - "Gefahr von Bankenkrise abgewendet"

Nachfolgend die aktuelle Einschätzungen von Börsianern:JÖRG KRÄMER & CHRISTOPH WEIL, VOLKSWIRTE DER COMMERZBANK

"In einer turbulenten Nachtsitzung haben sich die Regierungschefs überraschend grundsätzlich darauf geeinigt, den Banken der hochverschuldeten Krisenländern künftig direkt Hilfen zu gewähren und damit deren Staatshaushalte zu entlasten. (...) Gemeinsame Anleihen tauchen nach Merkels klarem Nein nicht im Kommunique des Gipfels auf. Wir bleiben allerdings bei unserer Prognose, dass Deutschland solchen Anleihen am Ende zustimmen dürfte, wenn die Existenz der Währungsunion gefährdet wäre."

VISHNU VARATHAN, VOLKSWIRT MIZUHO CORPORATE BANK

"Die Gefahr einer unmittelbaren Verschärfung der Bankenkrise in der Eurozone ist nun zumindest abgewendet. Auch wenn eine finale Lösung der Krise noch aussteht, ist die Angst, dass der Gipfel scheitern könnte, aus dem Markt verschwunden."

TIM WATERER, HÄNDLER BEI CMC GLOBAL MARKETS

"Der Markt ist ein bisschen überrascht, dass etwas Substanzielles bei dem Gipfel herausgekommen ist. Die Details zum Zeitrahmen der Umsetzung dieses Plan wird darüber entscheiden, ob die aktuellen Kursgewinne nachhaltig sind."

AYAKO SERA, VOLKSWIRT DER SUMITOMO MITSUI TRUST BANK

"Es ist noch unklar, worauf man sich genau geeinigt hat. Daher müssen wir die Debatte am zweiten Tag des Gipfels abwarten."

DARIUSZ KOWALCZYK, VOLKSWIRT DER CREDIT AGRICOLE CIB

"Die Märkte reagieren positiv, weil sie sehen, dass die Hilfsmaßnahmen für Italien und Spanien verstärkt werden. Allerdings waren die Erwartungen niedrig, daher könnte die aktuelle Reaktion nur vorübergehend sein."

(APA; Red.)

Werbung


Kommentare 7

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann.

Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

 
noch 1000 Zeichen
 

HTML-Version von diesem Artikel
Verkehr in Vorarlberg

Mehr auf vol.at
Trotz Ölpreisverfalls keine Förderkürzung der OPEC
"Wir wollen abwarten, wie sich der Markt entwickelt." So hat OPEC-Generalsekretär Abdalla El-Badri die Entscheidung der [...] mehr »
Spindelegger ist Aufsichtsrat der Industrieliegenschaftenverwaltung AG
Wie das Magazin "Format" meldet ist Ex-Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger seit 17. November Mitglied des [...] mehr »
BayernLB will Kreditrückzahlungen von Österreich
Der Hypo-Streit ist wieder eskaliert: 14 Tage hat die Republik Österreich aus Sicht der Bayern Zeit, um 2,4 Mrd. Euro [...] mehr »
Leerstandsabgabe für Geschäfte: Wirtschaftskammer kritisiert vorhaben
Wenig begeistert zeigte sich die Wiener Wirtschaftskammer (WKW) am Donnerstag von der Ankündigung von Finanzstadträtin [...] mehr »
Tourismus: Erstmals über 20 Millionen Besucher in Österreich
Während Wirtschafts- und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) das Rekordergebnis in der Sommersaison [...] mehr »
Mehr Meldungen »
Werbung
Jetzt meistgelesen auf VOL.AT
Werbung

Sie sind bei Facebook? Wir haben etwas Besonderes für Sie ...

Wenn Sie jetzt Ihren Facebook-Account mit %s verknüpfen, haben Sie einfachen Zugang zur beliebten Kommentar-Funktion auf %s, können Artikel einfach mit Ihren Freunden teilen - und auch selbst Fotos und Artikel auf %s hochladen.

{username}


Passwort vergessen?
{username}

Bitte max. 32 Zeichen verwenden

Ihren Benutzernamen können Sie hier ändern. Wir schlagen vor, dass Sie Ihren richtigen Namen verwenden, um an Diskussionen teilzunehmen.

Muss eine gültige E-Mail-Adresse sein

Benachrichtigungen und Newsletter (falls gewollt) werden an diese Emailadresse versendet. Ihre Privatsphäre ist uns wichtig

{username}%s antworten

OK, {username} - nun ist alles eingerichtet.

OK

Der Benutzer mit dem Sie sich einlochen wollen ist noch nicht aktiviert. Bitte klicken Sie auf den Aktivierungslink den wir Ihnen an %s gesendet haben. Aktivierungsmail erneut schicken OK

Anmelden

Facebook-Benutzer?

Sie können Ihren Facebook-Account zum Anmelden verwenden:

Mit Facebook verbinden



Passwort vergessen?
Neu registrieren

Anmelden - oder ohne Registrierung diskutieren

Als VOL.AT User anmelden:




Passwort vergessen?

Unregistrierter User:

Bei unregistrierten Benutzern wird der Kommentar erst nach einer Prüfung freigeschaltet. Beleidigende, rassistische, ausfällige oder nicht themenbezogene Kommentare werden nicht veröffentlicht. Kommentare von eingeloggten Usern werden sofort veröffentlicht.

Neu registrieren



Bitte Javascript aktivieren!