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Bischof Elmar erhält seinen Alterssitz in Hittisau geschenkt

Altbischof Fischer hat Hittisau zum Alterssitz erkoren. Altbischof Fischer hat Hittisau zum Alterssitz erkoren. - © VN/Steurer
von VN/Thomas Matt - Familie des Nachfolge-kandidaten Anton Lässer schenkt Fischers Orden ein Bauernhaus.

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Dieser Abendgottesdienst stand unter einem besonderen Stern: 13 großteils sehr junge Nonnen hatten in der ersten Bank der Pfarrkirche Hittisau Platz genommen und feierten nach Kräften mit. Später stellten sie sich der Gemeinde vor: Die Novizinnen zählen zur Niederlassung Aufhausen nahe Regensburg, an die fünf „Dienerinnen vom Heiligen Blut“ werden zur Jahreswende im Dorf 138 einziehen, und mit ihnen Alt-Bischof Elmar Fischer (75). Die Immobilie hat die Familie Lässer dem Orden mit polnischen und deutschen Zweigen geschenkt. Zuletzt wohnte dort der Onkel jenes Passionistenpaters Anton Lässer (51), den der Apostolische Nuntius Peter Zurbriggen (68) als Bischofsnachfolger für Feldkirch ins Gespräch gebracht hat.

Der Hittisauer Anton Lässer steht neben dem Diözesan­administrator Benno Elbs (51), dem Gisinger Pfarrer Thomas Felder (48) vom „Werk“ und dem Rankweiler Wallfahrtsseelsorger Walter Juen (48) auf jener Viererliste, die der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls vor Wochen aussandte, um ein Stimmungsbild einzufangen. Als diese neuerliche Befragung ausgewählter Priester und Laien durch eine Indiskretion bekannt wurde, fielen die Reaktionen heftig aus.

„Ein Seelenfänger“

Vor allem der Name Lässer schreckte den liberalen Flügel der Diözese auf. Der studierte Wirtschaftswissenschafter hat seine Priesterausbildung in Augsburg und Rom erhalten und wurde 1999 von Bischof Klaus Küng zum Priester geweiht. Als Kaplan in Bludenz und in der Lustenauer Pfarre zum Guten Hirten hat er Spuren hinterlassen. Der Rankweiler Pfarrer Wilfried Blum (65) nennt ihn einen „Seelenfänger“. Andere ziehen den Vergleich mit dem Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner (58), dessen Ernennung zum Linzer Weihbischof 2009 am Widerstand der Gläubigen gescheitert ist.

Seit Ende 2011 leitet Anton Lässer das Priesterseminar Leopoldinum im niederösterreichischen Heiligenkreuz. Fischer und Lässer kennen einander schon lange. Im Mai 1994 gründete Anton Lässer im benachbarten Balderschwang den katholischen Sender „Radio Horeb“. Fischer, der arg durchwachsene Erfahrungen mit der Medienwelt durchlitten hat, ist in dem Allgäuer Rundfunksender mit missionarischem Anliegen gerne zu Gast. Am 22. Jänner 2012 etwa referierte er in der Abendsendung „Standpunkt“ über sein Lieblingsthema, die natürliche Empfängnisregelung.

Vermögensübertragung

Die Gemeinschaft der „Dienerinnen vom Heiligen Blut“, mit denen Elmar Fischer bald seinen Hittisauer Alterssitz beziehen wird, hat der Alt-Bischof ebenso wie einen Freundeskreis für Laien und Kleriker selber gegründet. Der Hittis­auer Pfarrer Hubert Ratz begrüßt den Zuzug seines ehemaligen Chefs und seiner Nonnen. „Es ist doch eher ungewöhnlich, dass Klöster gegründet werden, weit öfter werden sie aufgelassen.“ Das Lässer’sche Bauernhaus werde erst gründlich umgebaut. „Die Vermögensübertragung ist gerade im Gange.“

Die Diözese Feldkirch sieht der Ernennung eines neuen Bischofs indessen mit gemischten Gefühlen entgegen. Einzelne Priester haben sich brieflich an den Nuntius gewandt. Zu einer großen kollegialen Unmutsäußerung angesichts der drohenden konservativen Wende kam es nicht. Weder unter Politikern noch in der Priesterschaft. Einzig der Egger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Günther Willi (46) und seine Frau Carmen (32) sammelten 1500 Unterschriften für Benno Elbs und gegen die anderen.

Von vielen wird freilich skeptisch beäugt, dass sich ausgerechnet ein ehemaliger Kaplan, der dann die Vorsitzende der Katholischen Jungschar geheiratet hat, vor einen Bischofskandidaten stellt. Das könnte in Rom durchaus den gegenteiligen Reflex erzeugen. Spätestens bis Elmar Fischer Ende 2012 seinen frisch adaptierten Alterswohnsitz in Hittisau bezogen hat, dürfte seine Nachfolge geklärt sein.

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