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Battlefield - Bad Company

Band of Brothers: Vereint in der Gier nach Gold. Band of Brothers: Vereint in der Gier nach Gold. - © Waibel
Die Games der Battlefield-Reihe sind schon legendär unter LAN-Gamern und Onlinezockern. Ab sofort gibt’s nun endlich einen Ableger der Serie für Solisten, der sich selbst nicht ganz ernst nimmt.  

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Ganz an das Storyprinzip von „Three Kings“ angelehnt übernimmt man in Bad Company die Führung über einen verluderten Haufen an Soldaten, die auf die Kriegsziele der eigenen Seite pfeift und sich auf die Jagd nach versteckten Goldreserven des Gegners macht. So nimmt sich das Game im Prinzip selbst nicht ganz ernst und macht wegen des offenen überzogenen schwarzen Humors sowohl im Singleplayer- aber auch im gelungenen Multiplayermodus Fun. 

Als Neuzugang Preston Marlowe nimmt der Spieler an der Seite von drei kriegserfahrenen Haudegen den Kampf gegen skrupellose Söldner auf. Mit dem umfangreichen Waffenarsenal kann fast die gesamte Spielumgebung zerlegt werden. Ziel jeder Partie ist es aber, dem Gegner sein Gold abzuluchsen, und ihn damit empfindlich zu schwächen. Dabei kann man sich mit seinem dreckigen Haufen im Kampfgebiet relativ frei bewegen. Für die unterschiedlichen Anforderungen des Gefechts stehen dabei Laster, Panzer, Schnellboote und Helikopter zur Verfügung. In einem Abschnitt darf die Truppe sogar eng zusammengepfercht in einem Golf-Caddy die Pistensau raushängen lassen. Die Steuerung der Gefährte ist für Battlefield-Verhältnisse relativ zugänglich ausgefallen, einzig der Heli bleibt der Tradition der Serie treu und steuert sich sensibler. Die Ansicht variert dabei von der Außenansicht, die sich in größeren Gefährten als etwas unübersichtlich darstellt bis hin zur coolen Cockpitperspektive, bei der sogar Radiosender angewählt werden können - da werden Erinnerungen an das coole Battlefield Vietnam wach.

Im Mehrspieler-Modus für bis zu 24 Spieler kämpfen zwei Teams um das Edelmetall. Eine Mannschaft übernimmt die Rolle des Verteidigers, die andere geht auf Raubzug. Im Singleplayer legt sich die Bad Company mit den Söldnern der Organisation “Acta non Verba” an. Klar, dass das nur im Chaos enden kann, denn die Fieslinge machen ihrem Namen alle Ehre und labern nicht, sondern handeln – getreu nach dem Motto “Erst schießen, dann fragen”. Haben die vier Deppen der B-Kompanie überhaupt eine Chance, gegen diese gut geschulten Kämpfer zu bestehen? Die Antwort auf diese Frage lautet klar und deutlich Jaa… in. Denn zumindest ist man theoretisch als Team unterwegs, doch verhalten sich die drei KI-Kameraden meist viel zu passiv und sind demnach keine wirklich große Hilfe. Selbst auf kurze Distanz schießen sie oft daneben – oder sogar nur gegen eine Wand, anstatt in das Haus hinein zu gehen. Überhaupt scheinen sie den Anführer lieber ins offene Messer laufen zu lassen und haben gar keinen Bock, zu helfen. So kämpft man trotz Team oft allein auf weiter Flur, was ja angesichts der Thematik des Titels gar kein Bug, sondern ein Feature sein könnte, schließlich ist man nicht mit einer geordneten Soldateneinheit unterwegs, sondern mit einem Haufen geldgieriger Deserteure. So kann es durchaus mal vorkommen, dass man ganz allein eine mit Feinden gefüllte Lagerhalle stürmen muss, während die anderen draußen warten und Däumchen drehen oder irgendwelchen Dummfug machen. Überhaupt kommt der Humor bei all den trockenen Kommentaren und dummen Aktionen nicht zu kurz und sorgen garantiert für den einen oder anderen Lacher.

Technisch hinterlassen die Gefechte auf beiden NextGen-Konsolen einen guten Eindruck. Die hauseigene Frostbite-Engine von DICE schafft es problemlos, mit vielen Gegner, Explosionen und herumfliegenden Teilen zu jonglieren, ohne dabei ins Stottern zu geraten. Nur vereinzelt trüben Kantenflimmern und Popups das ausgezeichnete Gesamtbild. Insgesamt vermitteln hervorragende Weitsicht und detailverliebte Aufmachung einen hervorragenden Eindruck, was sich nach Betreten von Gebäuden etwas relativiert. Nicht nur, dass sämtliche Zimmer überwiegend leer geräumt sind und man selbst im Präsidentenpalast kaum ein Möbelstück sieht – auch ist der Grundriss der meisten Häuser immer gleich. Dafür gibt’s in soundtechnischer Hinsicht so richtig auf die Löffel: Krachende Soundeffekte verwandeln das Zimmer glaubhaft in einen Kriegsschauplatz, markerschütternde Explosionen bringen den Subwoofer ordentlich ins Schwitzen.  Die Waffensounds klingen absolut authentisch und unterschiedlich, da kann auch der Laie eine Kalashnikow von einer MP40 unterscheiden.

Was die Levelphysik anbelangt, so macht Bad Company einfach einen Heidenspaß: Wer sich in einem Gebäude von einer ganzen Armee von Gegnern in der Falle sieht, sprengt sich mit dem Raketenwerfer einfach einen eigenen Notausgang. Nahezu jedes Gebäude in den grafisch durchweg gelungenen Kulissen lässt sich bis auf die Grundmauern zerstören, frei nach Lust und Laune kann sich der Spieler eine Schneise der Verwüstung auf dem Weg bis zum nächsten Kontrollpunkt bahnen. Auch Bäume und kleinere Objekte wie Zäune können zerdeppert werden, aber nur heftige Luft- und Artillerieschläge hinterlassen einen Krater auf der Oberfläche. Granaten, Panzerkugeln und explodierenden Fahrzeuge kratzen die Umgebung nur in Form eines schwarzen Flecks an. Es ist gerade die wilde Zerstörungsorgie, die Bad Company diesen besonderen Kick gibt. Darauf scheinen es die Entwickler auch anzulegen. An jeder Ecke stehen nämlich hochexplosive Fässer oder Kisten herum, die schon danach schreien, mit einem gezielten Treffer eine fiese Kettenreaktion in Gang zu setzen, um das halbe Schlachtfeld einzuäschern.

 

Fazit:

Money make´s the World go around, und was kümmern mich schon der Krieg gegen irgendein Land oder eine Fraktion. Frei nach dem Motto des kultigen „Three Kings“ mit George Clooney macht sich der dreckige Söldnerhaufen auch hier auf die Hatz nach dem gelben Metall und legt dabei wie John C. Rambo ganze Landstriche in Schutt und Asche. Ein überkompletter Fahrzeugpark, authentische Waffen und der herrlich schwarze Humor des Titels machen Bad Company zu einem der kultigsten Egoshooter auf den Next Gen-Konsolen derzeit. Auch im Multiplayer macht die Jagd auf das Gold der Gegenseite einen Heidenspaß.

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